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recht.de • Thema anzeigen - Wer haftet für alte Brunnenleitung?
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 Betreff des Beitrags: Wer haftet für alte Brunnenleitung?
BeitragVerfasst: 23.11.16, 17:15 
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Über die Grundstücke A, B, C und D läuft eine alte Brunnenleitung zugunsten des Brunnens auf dem Grundstück E.

Allerdings ist weder den betroffenen Parteien A bis D, noch dem Nutznießer E bekannt, dass und wo diese Leitung verläuft.
Insofern gibt es auch keine Dienstbarkeiten im Grundbuch o.ä.; die Leitung ist schlicht "aus Kaisers Zeiten", sie verrichtet allerdings noch immer ihren Dienst.

Nun baut der C eine Baugrube und stellt Spundwände, welche natürlich just die Brunnenleitung kappt und so das Grundstück des B " unterirdisch flutet".
In der Folge bekommt das Gebäude des B erhebliche Setzungsrisse.

Wer haftet für die Schäden des B?

Der Nutznießer des Brunnens E oder aber B selbst (die Leitung befindet sich ja auf seinem Grund = Bodenrisiko), oder aber C als Erbauer der schadensauslösenden Spundwand?


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BeitragVerfasst: 23.11.16, 20:18 
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Hatten A - D schon vor diesem Schadensfall Kenntnis von dieser Leitung?

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BeitragVerfasst: 24.11.16, 08:51 
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Nö (steht ja oben drin).

Es sei ein alter großer Bauernhof, der in den 50-60igern Jahren in diverse kleinere Grundstücke realgeteilt wurde.
Mitlerweile lebt die 2. oder 3. Generation auf diesen Grundstücken.


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BeitragVerfasst: 24.11.16, 13:59 
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Fünfzig-iger, sechzig-iger... Das müssten Sie mal genauer erläutern...


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BeitragVerfasst: 24.11.16, 14:39 
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Da kann man nur sagen: that's life
Da wird wohl C den Geldbeutel aufmachen müssen. Oder kann er beweisen, dass die Firma dies hätte merken müssen?

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BeitragVerfasst: 24.11.16, 15:04 
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Wenn (Wenn) es Stand der Technik ist so eine Leitung finden zu können vor man Spundwände blind in den Boden treibt könnte die Baufirma uU. in der Haftung sein.
Ist der technische Aspekt schon abgeklärt worden?

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Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Nehmt das ihr Cookies:Blondine, Bikini, Strand, Insel, Hawaii, Palme, Cocktail.
Und unsere Hooligans grüße ich mit einem freundlichen "AHOI" :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 24.11.16, 15:11 
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Also ich muss sagen, dass ich (also meine Baufirma) so auch schon ein Stromkabel gekappt habe. :oops:
Wenn die Unterlagen oder die örtlichen Gegebenheiten keinen Verdacht nahelegen und deshalb Suchgräben notwendig wären, dann ist man blind.

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BeitragVerfasst: 24.11.16, 15:25 
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C sollte dies seiner Haftpflicht melden. Diese wird die Zuständigkeiten prüfen.


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BeitragVerfasst: 30.11.16, 15:15 
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@Rolf

Nun, an dieser Stelle hatte ich die Sachverhaltsschilderung (bewusst) vereinfacht.

Der C sei ein privater Bauherr, der zwar eine private Haftpflicht habe, diese deckt aber keine Schäden "aus Zusammenhang mit der Erbauung eines Hauses".

Und C hatte nun nicht selbst die Fähigkeit Spundwände in den Boden zu treiben, dies lies er über eine Baufirma tun, diese hatte aber gem. KTown keine Ahnung und keine Veranlassung hinsichtlich einer Brunnenleitung zu suchen. Eine solche ist auch technisch nicht zuvor detektierbar. Man müsste schon per Hand (geböscht) graben, was aber dann die Notwendigkeit einer Spundwand ad absurdum führen würde.

@KTown Aber warum sollte C zahlen? Weil er was kaputt gemacht hat, was dort gar nicht sein sollte und an sich auch nicht sein durfte? War die Leitung denn nicht "seins", weil fest mit dem Grundstück verbunden und hätte er insofern "seins" nicht wegmachen dürfen, wie es ihm denn beliebte?

Wäre dann nicht folgerichtig B jemand, der sein Grundwasser zu einem Dritten (hier C) hätte abgeleitet und damit in Konflikt mit BGB 906/1004 geriet?


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BeitragVerfasst: 30.11.16, 15:50 
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Mayr71 hat geschrieben:
Nun baut der C eine Baugrube ...
und eröffnet damit eine Gefährdung.

Die durchgeführten Schutzmaßnahmen wie
Mayr71 hat geschrieben:
...

und stellt Spundwände ... ...
führten zwar zu einem Schutz der Personen und Baugrube hinsichtlich einem Abrutschen des Erdreiches, aber leider auch
Mayr71 hat geschrieben:
... just die Brunnenleitung kappt und so das Grundstück des B " unterirdisch flutet".

Wie muß ich mir das technisch vorstellen? Eine Pumpe drückt ständig Wasser durch die beschädigte Rohrleitung? Wer betreibt denn dann die Pumpe?
Wo fliesst das Wasser überhaupt hin? In die Baugrube? Wird es von dort weiter gepumpt?



Mayr71 hat geschrieben:
In der Folge bekommt das Gebäude des B erhebliche Setzungsrisse.
Welcher genauen Folge? Durch die Änderung des Grundwasserspiegels so eine Änderung tatsächlich stattgefunden hat und diese auch zur "Setzrissbildung" beigetragen hat?


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BeitragVerfasst: 30.11.16, 17:28 
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Mayr71 hat geschrieben:
Aber warum sollte C zahlen?
Weil sein Erfüllungsgehilfe es kaputt gemacht hat!
Mayr71 hat geschrieben:
Weil er was kaputt gemacht hat, was dort gar nicht sein sollte und an sich auch nicht sein durfte?
Sagt wer?
Mayr71 hat geschrieben:
War die Leitung denn nicht "seins", weil fest mit dem Grundstück verbunden und hätte er insofern "seins" nicht wegmachen dürfen, wie es ihm denn beliebte?
Meines Erachtens nein.
Das ganze nennt sich Lebensrisiko. Unser Leben ist nun mal nicht Vollkasko versichert. :wink:

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BeitragVerfasst: 30.11.16, 17:47 
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ktown hat geschrieben:
Mayr71 hat geschrieben:
Aber warum sollte C zahlen?
Weil sein Erfüllungsgehilfe es kaputt gemacht hat!...



Ist denn der Unterschied zwischen § 278 = Erfüllungsgehilfe und § 831 BGB = Verrichtungsgehilfe bekannt?


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BeitragVerfasst: 30.11.16, 20:57 
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freemont hat geschrieben:
Ist denn der Unterschied zwischen § 278 = Erfüllungsgehilfe und § 831 BGB = Verrichtungsgehilfe bekannt?
Da sie es ja anscheinend kennen, können sie uns Unwissende sicherlich aufklären. :wink:

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BeitragVerfasst: 30.11.16, 21:11 
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Beiträge: 6678
ktown hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:
Ist denn der Unterschied zwischen § 278 = Erfüllungsgehilfe und § 831 BGB = Verrichtungsgehilfe bekannt?
Da sie es ja anscheinend kennen, können sie uns Unwissende sicherlich aufklären. :wink:



Also dazu bin ich jetzt zu faul zum tippen, die Frage ist so oft beantwortet:

http://lmgtfy.com/?q=Was+ist+der+Unters ... ngsgehilfe


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BeitragVerfasst: 01.12.16, 11:29 
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Danke bisher....


@Zafilutsche

Die Quelle liegt auf einem berg und wird unterirdisch angezapft. Das Wasser läuft durch Tonrohre schwerkraftbedingt (also ohne Pumpe) bergab (nun nur gezielt) zum Nutzer.

Die Spundwände sind Stahlelemente, welche - gleich einem Fallbeil - die Leitung gekappt haben. Spundewände werden untereinander dicht hergestellt, d.b. dass oberhalb der Spundwand das Wasseranstaut und das dortige Erdreich durchfeuchtet. Hierdurch wird der Boden in seiner Tragfähigkeit herabgesetzt.


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