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recht.de • Thema anzeigen - Ferien und Dienstgeschäfte bei Lehrern
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BeitragVerfasst: 03.01.17, 12:07 
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Liebe Foristen,

ich habe eine Frage zur Rechtslage in folgendem Fall:

Lehrer sind in der Regel gemäß Dienstrecht dazu angehalten, ihren ihnen zustehenden Erholungsurlaub in den Schulferien zu nehmen und in der über den Urlaubsanspruch hinausgehenden Zeit für dienstliche Geschäfte zur Verfügung zu stehen.
Da die konkreten Urlaubstage in den Schulferien jedoch in der Regel nicht auf Antrag genehmigt werden und somit jederzeit zwischen Urlaub und Dienst hin- und hergewechselt werden könnte, stellt sich nun folgende Frage:

Darf ein Lehrer von seiner Schulleitung dazu angewiesen bzw. verpflichtet werden, in den Schulferien für konkrete Dienstgeschäfte - hier eine Einzelberatung einer Schülerin bzw. von deren Vater - zur Verfügung zu stehen, wenn der Vater auf ein solches Gespräch besteht? (Der Vater beschwerte sich bei der Schulleitung, die umgehend die Lehrkraft anwies, dieses Elterngespräch telefonisch von zu Hause am nächsten Tag zu führen).

Könnte die Lehrkraft für sich in Anspruch nehmen, zwei Wochen Erholungsurlaub beispielsweise wahlweise in den Herbst-, Weihnachts- oder Osterferien in NRW zu nehmen und innerhalb dieser zwei Wochen für Dienstgeschäfte nicht zur Verfügung zu stehen und so die Weisung der Schulleitung zu ignorieren?

Meine Einschätzung ist die, dass hier (bewusst?) eine Grauzone geschaffen wurde, die letztlich dazu führt, dass Urlaub und Dienst während der Ferien nicht klar voneinander getrennt werden können - es sei denn, man führe wirklich in Urlaub.

Vielen Dank im Voraus!

Roderik


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 12:16 
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Was spricht dagegen das Gespräch zu führen und den Urlaubstag anzuhängen?

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit." Zitat Mark Twain


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 12:28 
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Themenstarter
Aus meiner Sicht spricht dagegen, dass die freie Wahl des Urlaubs damit nicht mehr gegeben ist und sich die Urlaubstage (inkl. möglicher Vororganisation) den spontan anfallenden und in diesem Fall nicht überlebenswichtigen Dienstgeschäften unterzuordnen haben.

Genauso könnte man die Frage stellen, wieso ein Beratungsgespräch nicht nach den Ferien stattfinden kann.

Viele Grüße
Roderik


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 12:37 
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Ich denke nicht das es für Lehrer eine residenz oder erreichbarkeits -pflicht während ihres Urlaubes gibt.

Aber sie haben auch nicht während der gesamten Ferien Urlaub.


Hier mal das was NRW dazu aufs Papier gebracht hat:

[u]
Zitat:
(2) Ferienzeiten, die über den Urlaubsanspruch hinausgehen, dienen der
Fort- und Weiterbildung, der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie
der Wahrnehmung anderer dienstlicher Verpflichtungen, z.B. der organisatorischen
Vorbereitung des neuen Schuljahres. In der letzten Woche
vor Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres müssen sich die Lehrerinnen
und Lehrer zur Dienstleistung für schulische Aufgaben bereit halten, soweit
dies für die organisatorische Vorbereitung des neuen Schuljahres erforderlich
ist und vorher angekündigt wurde. Die Pflicht zur frühzeitigen Ankündigung
gilt auch für die Vorbereitung und Abnahme von Nachprüfungen
und für schulinterne Fortbildungen.
[/u]


Daher bin ich schon der Meinung das auch Lehrer bis auf wie oben begrenzt dem Schulleiter mitteilen können zu bestimmten Zeiten ganz einfach nicht verfügbar zu sein.


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 12:40 
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Beiträge: 6892
Zitat:
Genauso könnte man die Frage stellen, wieso ein Beratungsgespräch nicht nach den Ferien stattfinden kann.

Es ist ja nicht ganz fernliegend, dass die Ferien zum Selbststudium oder für Nachhilfe genutzt werden sollen, und der Vater sich dahingehend beraten lassen will, z.B. welche Fachbücher empfehlenswert sind, auf welchen Themengebiete man sich konzentrieren sollte um Lerndefizite der Schülerin aufzuholen.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 16:39 
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Roderik hat geschrieben:
Aus meiner Sicht spricht dagegen, dass die freie Wahl des Urlaubs damit nicht mehr gegeben ist und sich die Urlaubstage (inkl. möglicher Vororganisation) den spontan anfallenden und in diesem Fall nicht überlebenswichtigen Dienstgeschäften unterzuordnen haben.
Heißt also, wenn man mitgeteilt hätte, dass man an diesem Tag familiäre Verpflichtungen hat, dann wäre das negativ nachgetragen worden?

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BeitragVerfasst: 03.01.17, 17:04 
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Beiträge: 705

Themenstarter
Das wäre im konkreten Fall womöglich in der Tat so gewesen.


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 17:38 
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Beiträge: 2253
Schulleiter: Ach, Herr X hat wegen seiner Tochter angerufen. Die ist doch in der Klasse von Herrn R. Dann soll sich mal lieber Herr R. direkt drum kümmern. (Zu R.) Herr R., könnten Sie das bitte übernehmen? Bitte erledigen Sie das eigenständig, ohne dass sich die Schulleitung damit befassen muss.

Variante 1:

Herr R.: Klar, mach ich. (Ruft bei Herrn X. an und klärt die Sache).

Variante 2:

Herr R.: Ich habe eine Frage zur Rechtslage in folgendem Fall:

Lehrer sind in der Regel gemäß Dienstrecht dazu angehalten, ihren ihnen zustehenden Erholungsurlaub in den Schulferien zu nehmen und in der über den Urlaubsanspruch hinausgehenden Zeit für dienstliche Geschäfte zur Verfügung zu stehen.
Da die konkreten Urlaubstage in den Schulferien jedoch in der Regel nicht auf Antrag genehmigt werden und somit jederzeit zwischen Urlaub und Dienst hin- und hergewechselt werden könnte, stellt sich nun folgende Frage:

Darf ein Lehrer von seiner Schulleitung dazu angewiesen bzw. verpflichtet werden, in den Schulferien für konkrete Dienstgeschäfte - hier eine Einzelberatung einer Schülerin bzw. von deren Vater - zur Verfügung zu stehen, wenn der Vater auf ein solches Gespräch besteht? (Der Vater beschwerte sich bei der Schulleitung, die umgehend die Lehrkraft anwies, dieses Elterngespräch telefonisch von zu Hause am nächsten Tag zu führen).

Könnte die Lehrkraft für sich in Anspruch nehmen, zwei Wochen Erholungsurlaub beispielsweise wahlweise in den Herbst-, Weihnachts- oder Osterferien in NRW zu nehmen und innerhalb dieser zwei Wochen für Dienstgeschäfte nicht zur Verfügung zu stehen und so die Weisung der Schulleitung zu ignorieren?

Meine Einschätzung ist die, dass hier (bewusst?) eine Grauzone geschaffen wurde, die letztlich dazu führt, dass Urlaub und Dienst während der Ferien nicht klar voneinander getrennt werden können - es sei denn, man führe wirklich in Urlaub.

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Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst.
(Voltaire)


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BeitragVerfasst: 03.01.17, 22:52 
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Lieber Nordland,

natürlich kann man immer nach dem Motto "wenn man sich mal nicht so anstellt, gibt es keine Probleme" handeln. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Problematik (Abgrenzung zwischen Urlaub und Dienst). Die "Schärfe" der Angelegenheit haben Sie m.E. überlesen. Die dienstliche Anweisung der Schulleitung erfolgte nach einer Beschwerde des Vaters. Wäre der Tonfall bzw. die Kommunikation so gelaufen, wie Sie sie dargestellt haben, dann hätte ich den Thread gar nicht erstellt.

VG
Roderik


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BeitragVerfasst: 04.01.17, 08:44 
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Ist es aber nicht eine grundsätzliches Problem. Als Beamter ist man ja grundsätzlich immer seinem Dienstherren verpflichtet.

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