Dienstunfall

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BupolD
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Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 15:28

Ich habe mir während eines Einsatzes die Archillessehne gerissen.
Der Dienstunfall ist noch nicht anerkannt.
Was kann ich zb an finanzieller Unterstützung beantragen?
Muß ich alles selbst beantragen oder läuft es automatisch nach Anerkennung des Dienstunfalles?
Ist der § 35 BeamtvG zutreffend nach 6 monatiger Krankschreibung?

Vielen Dank für die Mühe.

Deputy
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Re: Dienstunfall

Beitrag von Deputy » 11.11.18, 16:48

Klär erstmal ab, ob das überhaupt als Dienstunfall läuft; gerade bei der Achillessehne hab ich schon erlebt, dass das mit der Begründung nicht anerkannt wurde, dass die ohne Vorschädigung nicht reißt.

Im übrigen würde ich mich dafür an den direkten Vorgesetzten oder Dienststellenleiter wenden; die können da am besten helfen (und wissen vor allem, was an wen geschrieben werden muss) und das ist im Rahmen der Fürsorge auch deren Job. Hat bei mir einwandfrei funktioniert.

SusanneBerlin
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Re: Dienstunfall

Beitrag von SusanneBerlin » 11.11.18, 17:30

Was kann ich zb an finanzieller Unterstützung beantragen?
Muß ich alles selbst beantragen oder läuft es automatisch nach Anerkennung des Dienstunfalles?
Die Rechnungen für Arzt, Krankenhaus, Medikamente und Hilfsmittel reicht man nicht bei der Beihilfestelle und Krankenversicherung ein, sondern bei der Unfallfürsorge.
Die Dienstbezüge laufen erstmal weiter. An welche Art finanzielle Unterstützung darüber hinaus hatten Sie gedacht bzw. welche Kosten sind Ihnen wegen dem Unfall entstanden??
Grüße, Susanne

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 18:15

SusanneBerlin hat geschrieben:
Was kann ich zb an finanzieller Unterstützung beantragen?
Muß ich alles selbst beantragen oder läuft es automatisch nach Anerkennung des Dienstunfalles?
Die Rechnungen für Arzt, Krankenhaus, Medikamente und Hilfsmittel reicht man nicht bei der Beihilfestelle und Krankenversicherung ein, sondern bei der Unfallfürsorge.
Die Dienstbezüge laufen erstmal weiter. An welche Art finanzielle Unterstützung darüber hinaus hatten Sie gedacht bzw. welche Kosten sind Ihnen wegen dem Unfall entstanden??
Ich meinte eigentlich ob es finanzielle Zuwendungen gibt nach einem Dienstunfall!
Z.b. Fallen ja meine ganzen Zuschläge weg. (Obwohl ich ja nichts dafür kann)
Was bedeutet Versorgungsausgleich?
Deswegen auch meine Frage zum §35 BeamtVG.
Ich bin in der Heilfürsorge.

Deputy
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Re: Dienstunfall

Beitrag von Deputy » 11.11.18, 18:24

SusanneBerlin hat geschrieben:..., sondern bei der Unfallfürsorge.
Die gibts bei Beamten nicht, das läuft üblicherweise über die normale Verwaltung (bzw. die dort zuständige Unterabteilung).
BupolD hat geschrieben:Ich meinte eigentlich ob es finanzielle Zuwendungen gibt nach einem Dienstunfall!
Z.b. Fallen ja meine ganzen Zuschläge weg. (Obwohl ich ja nichts dafür kann)
Meines Wissens gibt es so einen Ausgleich nicht. Zahlungen wie DUZ sind Zulagen für besondere Belastungen; wenn Du diese Dienste nicht machst, fällt die Belastung weg und damit auch der Anspruch auf eine entsprechende Zahlung.

Wenn Du in den Tagdienst versetzt wirst erhältst Du diese Zahlungen ja auch nicht mehr.

SusanneBerlin
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Re: Dienstunfall

Beitrag von SusanneBerlin » 11.11.18, 19:06

BupolD hat geschrieben:Was bedeutet Versorgungsausgleich?
Der Versorgungsausgleich wird bei einer Ehescheidung gemacht, mit einem Dienstunfall hat das nichts zu tun. Versorgungsausgleich bedeutet, dass die während der Ehezeit erworbenen Altersversorgungsansprüche zwischen den beiden Ehegatten ausgeglichen werden.
BupolD hat geschrieben:Ich meinte eigentlich ob es finanzielle Zuwendungen gibt nach einem Dienstunfall!
Deswegen auch meine Frage zum §35 BeamtVG
Wenn die Voraussetzungen vorliegen, kann man den Unfallausgleich beantragen. Infos dazu habe ich hier und hier gefunden.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 11.11.18, 19:27, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Susanne

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Dienstunfall

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 11.11.18, 19:20

Ein Beamter, noch dazu Polizist, der für nicht erbrachte Leistungen bezahlt werden möchte. Das wirft ein, sagen wir mal, interessantes Bild auf ihn.

Evariste
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Re: Dienstunfall

Beitrag von Evariste » 11.11.18, 20:15

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:Ein Beamter, noch dazu Polizist, der für nicht erbrachte Leistungen bezahlt werden möchte. Das wirft ein, sagen wir mal, interessantes Bild auf ihn.
Das wirft eher ein interessante Bild auf Sie. 8)

Dass man für nicht erbrachte Leistungen bezahlt wird, ist eigentlich das Wesen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bzw. des Krankengelds.

Und bei den Zulagen gilt, jedenfalls für normale Arbeitnehmer:
Folgende Vergütungsbestandteile werden zur Berechnung der Entgeltfortzahlung berücksichtigt:
• die effektiv gezahlten Grundbezüge, also Monatsgehalt, Wochen-, Tages-, Stunden- oder Akkordlohn;
Zulagen für Nacht-, Sonntags- oder Feiertagsarbeit, für Gefahren oder Erschwernisse, wenn diese Zulagen ansonsten angefallen wären;
• vermögenswirksame Leistungen;
• Aufwendungsersatz, wenn die Aufwendungen auch während der Krankheit anfallen;
• die mutmaßlichen Provisionen für Empfänger von Provisionsfixa, Umsatz- und Abschlussprovisionen;
• allgemeine Lohnerhöhungen oder Lohnminderungen.
(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Das Gleiche gilt dann (wieder: bei normalen Arbeitnehmern) für die Berechnung des Krankengelds.

Der Arbeitnehmer kann ja nichts dafür, dass er die gefährliche Arbeit nicht mehr machen kann.

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 20:20

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:Ein Beamter, noch dazu Polizist, der für nicht erbrachte Leistungen bezahlt werden möchte. Das wirft ein, sagen wir mal, interessantes Bild auf ihn.
Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich für nichterbrachte Leistung bezahlt werden möchte!
Ich habe lediglich gefragt ob es einen Ausgleich gibt!

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 20:22

Deputy hat geschrieben:
SusanneBerlin hat geschrieben:..., sondern bei der Unfallfürsorge.
Die gibts bei Beamten nicht, das läuft üblicherweise über die normale Verwaltung (bzw. die dort zuständige Unterabteilung).
BupolD hat geschrieben:Ich meinte eigentlich ob es finanzielle Zuwendungen gibt nach einem Dienstunfall!
Z.b. Fallen ja meine ganzen Zuschläge weg. (Obwohl ich ja nichts dafür kann)
Meines Wissens gibt es so einen Ausgleich nicht. Zahlungen wie DUZ sind Zulagen für besondere Belastungen; wenn Du diese Dienste nicht machst, fällt die Belastung weg und damit auch der Anspruch auf eine entsprechende Zahlung.

Wenn Du in den Tagdienst versetzt wirst erhältst Du diese Zahlungen ja auch nicht mehr.
Danke für die Antwort!

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 20:26

SusanneBerlin hat geschrieben:
BupolD hat geschrieben:Was bedeutet Versorgungsausgleich?
Der Versorgungsausgleich wird bei einer Ehescheidung gemacht, mit einem Dienstunfall hat das nichts zu tun. Versorgungsausgleich bedeutet, dass die während der Ehezeit erworbenen Altersversorgungsansprüche zwischen den beiden Ehegatten ausgeglichen werden.
BupolD hat geschrieben:Ich meinte eigentlich ob es finanzielle Zuwendungen gibt nach einem Dienstunfall!
Deswegen auch meine Frage zum §35 BeamtVG
Wenn die Voraussetzungen vorliegen, kann man den Unfallausgleich beantragen. Infos dazu habe ich hier und hier gefunden.
Vielen Dank für die Links!
Damit kann ich sehr gut was anfangen!

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 11.11.18, 22:30

Evariste hat geschrieben:
Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:Ein Beamter, noch dazu Polizist, der für nicht erbrachte Leistungen bezahlt werden möchte. Das wirft ein, sagen wir mal, interessantes Bild auf ihn.
Das wirft eher ein interessante Bild auf Sie. 8)

Dass man für nicht erbrachte Leistungen bezahlt wird, ist eigentlich das Wesen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bzw. des Krankengelds.

Und bei den Zulagen gilt, jedenfalls für normale Arbeitnehmer:
Folgende Vergütungsbestandteile werden zur Berechnung der Entgeltfortzahlung berücksichtigt:
• die effektiv gezahlten Grundbezüge, also Monatsgehalt, Wochen-, Tages-, Stunden- oder Akkordlohn;
Zulagen für Nacht-, Sonntags- oder Feiertagsarbeit, für Gefahren oder Erschwernisse, wenn diese Zulagen ansonsten angefallen wären;
• vermögenswirksame Leistungen;
• Aufwendungsersatz, wenn die Aufwendungen auch während der Krankheit anfallen;
• die mutmaßlichen Provisionen für Empfänger von Provisionsfixa, Umsatz- und Abschlussprovisionen;
• allgemeine Lohnerhöhungen oder Lohnminderungen.
(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Das Gleiche gilt dann (wieder: bei normalen Arbeitnehmern) für die Berechnung des Krankengelds.

Der Arbeitnehmer kann ja nichts dafür, dass er die gefährliche Arbeit nicht mehr machen kann.
Vielen Dank!

Deputy
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Re: Dienstunfall

Beitrag von Deputy » 11.11.18, 22:44

Ich hab mich jetzt nochmals schlau gemacht:
DUZ usw. kann wohl bei anerkannten Dienstunfällen weitergezahlt werden; daher ist es erstmal wichtig, ob das als Dienstunfall läuft. Da sind meine Kenntnisse allerdings dünn. Geregelt ist das in der Erschwerniszulagenverordnung.

DUZ gibts bei "normaler" Krankheit inzwischen nicht mehr.

Also: Dienstunfallanzeige schreiben, Zeugen benennen usw. - Deine Vorgesetzten müssen dazu wahrscheinlich sowieso Stellung beziehen. Daher nochmal der Tip: Kontakt zum Vorgesetzten / Dienststellenleiter aufnehmen und den fragen wie es weitergeht - insbesondere auch, in wie weit Du mit dem PÄD Kontakt aufnehmen solltest / musst.

SusanneBerlin
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Re: Dienstunfall

Beitrag von SusanneBerlin » 11.11.18, 23:08

BupolD hat geschrieben:Der Dienstunfall ist noch nicht anerkannt
Was hast du denn bisher fetan um den Dienstunfall als solchen zu melden? Wo gibt es Probleme den als Dienstunfall anzuerkennen?
Grüße, Susanne

BupolD
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Re: Dienstunfall

Beitrag von BupolD » 12.11.18, 12:09

SusanneBerlin hat geschrieben:
BupolD hat geschrieben:Der Dienstunfall ist noch nicht anerkannt
Was hast du denn bisher fetan um den Dienstunfall als solchen zu melden? Wo gibt es Probleme den als Dienstunfall anzuerkennen?
Der Dienstunfall als solches ist natürlich gemeldet, mein Dienstvorgesetzter war sogar dabei.
Ein Archillessehnenriss wird, was ich bisher weiß, selten als tatsächlicher Dienstunfall anerkannt, da wird sich drauf berufen, dass es keine Einwirkung von Außen gibt.
Meinem Kollegen, hat sich beim Dienstsport ebenfalls die Archillessehne gerissen, wurde der Dienstunfall nicht anerkannt.
Er wird das über den Rechtsschutz klären müssen.
Ich wollte mir hier Erfahrungen erfragen, unabhängig von meinem Dienstherrn! :)

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