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recht.de • Thema anzeigen - Ortsabwesenheit / Urlaub des Betreuten
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BeitragVerfasst: 02.10.17, 14:23 
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Pünktchen hat geschrieben:
Dummerchen hat geschrieben:
Falls die Betreuung auch die Aufenthaltsbestimmung umfasst, kann der Betreuer eine Reise sehr wohl unterbinden.

Was wäre, wenn man sich nicht an die Bestimmung des Betreuers hält?



Dann wird man übers Knie gelegt :mrgreen: :engel:

Im Ernst,
dem Betreuten wird da nix passieren. Eventuelle Mitreisende bzw ein Reiseveranstalter könnten unter bestimmten Umständen Ärger bekommen, was aber eher unwahrscheinlich ist. In bestimmten Fällen wäre es vorstellbar, dass jemand von der Polzei zurückgebracht würde.
Hinterher kann es Einschränkungen geben die vom Gericht angeordnet werden können. Aber das kommt echt drauf an wie die Einschränkungen sind.
Jemand den Film "Honig im Kopf" gesehen?

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"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


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BeitragVerfasst: 02.10.17, 14:44 
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Die wichtigste Frage wäre wohl, ob ein Einwilligungsvorbehalt besteht.


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BeitragVerfasst: 02.10.17, 15:07 
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Beiträge: 339
FM hat geschrieben:
Die wichtigste Frage wäre wohl, ob ein Einwilligungsvorbehalt besteht.


Nö, selbst dann kann der Betreuer nicht ohne
Grund einen gewünschten Urlaub verbieten- im Gegenteil, ggf. müsste er seinem Betreuten sogar das benötigte Geld vom Konto holen.

Eingangs steht, der Betreute geht einer Arbeit nach- warum um alles in der Welt sollte er nicht Urlaub machen dürfen? In einer geschlossenen Unterbringung scheint er ja nicht zu sein.

Aber vielleicht kann der TE noch ein bißchen präziser etwas zu den Umständen sagen?


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BeitragVerfasst: 02.10.17, 19:40 
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Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!
alana4 hat geschrieben:
Eingangs steht, der Betreute geht einer Arbeit nach- warum um alles in der Welt sollte er nicht Urlaub machen dürfen?

Hm, nun ja, wie erklärt man das einem Laien?

Also, ich habe öfter mal in Werkstätten für Behinderte zu tun. Dort gehen viele Menschen einer Arbeit nach, die nicht einmal alleine zur Toilette gehen können - Reißverschluß, weiste, der ist manchmal ganz schön schwierig. Alleine mit dem Bus nach Hause geht gar nicht, diejenigen finden die Bushaltestelle nicht.
Alleine in Urlaub? Öhm ... nee!

Ohne die Details zu kennen, kann man aus "geht einer Arbeit nach" nicht auf "kann alleine nach Malle fliegen" schliessen.

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The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
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BeitragVerfasst: 03.10.17, 09:40 
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Beiträge: 6143
Dummerchen hat geschrieben:
Ohne die Details zu kennen, kann man aus "geht einer Arbeit nach" nicht auf "kann alleine nach Malle fliegen" schliessen.

Ich kenne einige geistig behinderte Menschen die mittlerweile eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt haben, was echt klasse ist! Allein in den Urlaub wäre da allerdings echt problematisch auch wenn die Leute allein auf Klo können. Aber wir wissen ja nicht welche Einschränkungen genau dieser Mensch in diesem Fall hat. Für einen Spielsüchtigen wäre eine Reise allen nach Las Vegas wohl ziemlich kontraproduktiv. Mit guten Freunden/Familie ein Urlaub auf dem Bauernhof wohl eher nicht zu verwehren wenn das Geld da ist.
Bei körperbehinderten Menschen sehe ich keine Möglichkeit ihnen einen URlaub zu verwehren, diese werden aber nur bei extremen Einschränkungen überhaupt eine Betreuung haben.

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BeitragVerfasst: 03.10.17, 16:12 
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Registriert: 05.12.04, 16:06
Beiträge: 14465
alana4 hat geschrieben:
FM hat geschrieben:
Die wichtigste Frage wäre wohl, ob ein Einwilligungsvorbehalt besteht.


Nö, selbst dann kann der Betreuer nicht ohne
Grund einen gewünschten Urlaub verbieten- im Gegenteil, ggf. müsste er seinem Betreuten sogar das benötigte Geld vom Konto holen.


Aber nur dann kann der Betreuer überhaupt Entscheidungen gegen den ausdrücklichen Willen des Betreuten treffen bzw. dessen eigene Entscheidungen "verbieten".


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BeitragVerfasst: 03.10.17, 18:10 
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Registriert: 01.02.13, 18:31
Beiträge: 339
FM hat geschrieben:
alana4 hat geschrieben:
FM hat geschrieben:
Die wichtigste Frage wäre wohl, ob ein Einwilligungsvorbehalt besteht.


Nö, selbst dann kann der Betreuer nicht ohne
Grund einen gewünschten Urlaub verbieten- im Gegenteil, ggf. müsste er seinem Betreuten sogar das benötigte Geld vom Konto holen.


Aber nur dann kann der Betreuer überhaupt Entscheidungen gegen den ausdrücklichen Willen des Betreuten treffen bzw. dessen eigene Entscheidungen "verbieten".


Jein. Einwilligungsvorbehalt bedeutet ja nicht, dass der Betreute keine Entscheidungen mehr treffen darf oder keinen eigenen willen mehr haben darf.
Und Einwilligungsvorbehalt bedeutet auch nicht, dass der Betreuer auf dem Geld des Betreuten "sitzen" darf und zu bestimmen hätte, wofür der Betreute nun sein Geld ausgeben darf und wofür nicht.
Wenn der Betreute fähig ist, einen Urlaub zu wollen (uns es gibt sogar für Extremfälle Möglichkeiten dazu) und er es sich noch dazu leisten kann, hat der Betreuer nichts weiter zu tun, als seinen Betreuten bei der Organisation im Rahmen seiner ihm übertragenen Bereiche zu unterstützen- beispielsweise, dass er ihm die Kohle vom Konto holt, eventuell beim Abschließen eines entspr. Reisevertrags zur Hand fgeht, ihm vielleicht die Fahrkarten kauft und sollte es nötig sein, sogar dafür sorgt, dass der Betreute, wenn es nötig ist, helfende Reisebegleitung hat.
Und ja, es dürfen sogar Betreute Urlaub machen, die sonst den Weg zum Klo nicht finden. Angebote dafür gibt es.

Schade, dass der TE sich nicht mehr dazu äußert, wie die Situation sich für den Betreuten darstellt, von dem im Eingangsbeitrag die Rede
war.
Aber: "Urlaub verbieten" oder "Rechenschaftspflicht des Betreuten seinem Betreuer gegenüber" ist ein falscher Ansatz.

Der rechtliche Betreuer ist nicht Vormund des Betreuten! Auch dann nicht, wenn Betreuung in allen Angelegenheiten nebst Einwilligungsvorbehalt besteht. Lediglich bei angeordneter geschlossener Unterbringung stellt sich das etwas anders dar. Darauf gibt es im Eingangsbeitrag aber keinen Hinweis.

Und....insbesondere geistig Behinderte, die in diversen Einrichtungen "arbeiten" und kaum zu irgend einer selbständigen Handlung fähig sind
äußern eher selten den Wunsch, eine Urlaubsreise zu unternehmen. Die freuen sich über Gruppenausflüge........das geht aber am rechtl.Betreuer komplett vorbei- denn die Alltagslebengestaltung ist nicht Aufgabengebiet des rechtl. Betreuers.

Ich erlebe oft, dass rechtliche Betreuer sich weit in das Privatleben ihres Betreuten reinhängen und da meinem, ihrem Betreuten jeden Schritt und jeden Cent vorschreiben zu können- und ich finde dass, gelinde gesagt, oft vollkommen übergriffig!


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