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recht.de • Thema anzeigen - Ruhigstellen behinderter MEnschen
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 Betreff des Beitrags: Ruhigstellen behinderter MEnschen
BeitragVerfasst: 30.08.16, 00:26 
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Ein geistig behinderter Mensch lebt seit einigen Jahren in einem Wohnheim. Er ist ein gutmütiger aber sehr aktiver Mensch auf dem Entwicklungsstand eines 7 Jährigen aber mit 40 Jahren Lebenserfahrung.
Betreuer (rechtlich, Gesundheit, Finanzen) ist sein Vater.
Der Mann ist wie gesagt sehr aktiv und häufig in Bewegung. Er reagiert schon mal wütend wenn man ihm Vorschriften macht. Dann führt er Selbstgespräche und droht sich selbst dass er seine Sachen zerstören wird. Allerdings ist er niemals auffällig wegen Gewalt gegen Lebewesen.
Nun wurden dem Mann Antidepressiva und Medikamente zum ruhigstellen vom Arzt verordnet, da das Wohnheim angab der Mann wäre aggressiv gegenüber Mitarbeitern geworden.
Dies passierte ohne die Einwilligung des Vaters. Dessen Vermutung ist dass der Sohn wegen Personalmangels ruhiggestellt werden soll da kein Personal da ist um mehr als die notwendigsten Pflegearbeiten zu leisten.

Was kann der Vater tun? Die Behauptung der Agressivität kann ja nicht widerlegt werden. Allerdings wurden Erkundigungen bei Arbeitsstelle, Vereinen etc. eingeholt dort gab es niemals auch nur einen Ansatz von Aggressionen. Man stellt allerdings seit der Medikation fest, dass der Mann häufig traurig ist und antriebslos, bis zu dem Zeitpunkt hat er niemals bestimmte Treffen freiwillig versäumt, nun fehlt er gelegentlich ohne Grund. Auch ist er langsam geworden.

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"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


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BeitragVerfasst: 30.08.16, 06:05 
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Oktavia hat geschrieben:
Er ist ein gutmütiger aber sehr aktiver Mensch (...) Er reagiert schon mal wütend wenn man ihm Vorschriften macht.

:idea:


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BeitragVerfasst: 30.08.16, 06:36 
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Wohnort: Daheim
Oktavia hat geschrieben:
Man stellt allerdings seit der Medikation fest, dass der Mann häufig traurig ist und antriebslos, bis zu dem Zeitpunkt hat er niemals bestimmte Treffen freiwillig versäumt, nun fehlt er gelegentlich ohne Grund. Auch ist er langsam geworden.

Nun, das bedeutet wohl, dass die Medikamente wirken.
Oktavia hat geschrieben:
Er reagiert schon mal wütend wenn man ihm Vorschriften macht.

Das ist der springende Punkt, den es zu klären gilt. Was ist vorgefallen und warum die Medikamente ohne Rückinfo an den Betreuer?

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Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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Und unsere Hooligans grüße ich mit einem freundlichen "AHOI" :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 30.08.16, 09:06 
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Beiträge: 6097

Themenstarter
Tastenspitz hat geschrieben:
Nun, das bedeutet wohl, dass die Medikamente wirken.


Ja, die Persönlichkeit hat sich verändert.

Tastenspitz hat geschrieben:
Das ist der springende Punkt, den es zu klären gilt. Was ist vorgefallen und warum die Medikamente ohne Rückinfo an den Betreuer?


Die Frage ist, ob ein Arzt eine solche Medikation beginnen darf ohne Rücksprache? Bisher ist der Mann in keinem anderen Lebensbereich auffällig geworden. Auffällig ist jedoch, dass das Wohnheim notorisch unterbesetzt ist und das Personal ständig wechselt. Behinderte Menschen können sich ja leider nicht sehr gut gegen Zwangsmaßnahmen wehren.

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BeitragVerfasst: 30.08.16, 10:17 
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Wohnort: Leverkusen
Oktavia hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:
... Die Frage ist, ob ein Arzt eine solche Medikation beginnen darf ohne Rücksprache?
Er darf es, bei einer unaufschiebbaren Maßnahme und wenn die Einwilligung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann und sofern sie dem mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht (§ 630d BGB).

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Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 30.08.16, 11:03 
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Themenstarter
Danke für die Antwort @khmlev. Also steht zu vermuten, dass der Arzt hier erst hätte Rücksprache halten müssen.
Blöde Frage... wie werden diese Heime eigentlich beaufsichtigt? Da sind Willkür und Übermedikation ja Tür und Tor geöffnet wenn niemand z.B. Statistiken führt über Medikationen etc. und solche Dinge auch mal überprüft werden.

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BeitragVerfasst: 30.08.16, 11:27 
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Beiträge: 5363
Wohnort: Leverkusen
In diesem Fallbeispiel ist als erstes der Betreuer gefordert, sofern sein Aufgabenkreis die Gesundheitsfürsorge umfasst.

Die gesetzliche Aufsicht wird durch zuständige Heimaufsicht gemäß dem Heimgesetz (HeimG) wahrgenommen. Eine Überwachung der Medikation findet m.W. aber nicht statt. Das HeimG selbst sieht "nur" die Dokumentation von freiheitsbeschränkenden und die freiheitsentziehenden Maßnahmen bei Bewohnerinnen und Bewohnern vor.

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Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 30.08.16, 11:48 
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Beiträge: 4326
BäckerHD hat geschrieben:
Oktavia hat geschrieben:
Er ist ein gutmütiger aber sehr aktiver Mensch (...) Er reagiert schon mal wütend wenn man ihm Vorschriften macht.

:idea:


ja, auch geistig behinderte Erwachsene möchten gern selbst entscheiden. Sie halten sich halt nicht so zurück, wie es - mehr oder weniger- nicht geistig Behinderte tun, wenn man sie einschränkt.
Zudem ist das nicht von der Hand zu weisen:

Zitat:
Dies passierte ohne die Einwilligung des Vaters. Dessen Vermutung ist dass der Sohn wegen Personalmangels ruhiggestellt werden soll da kein Personal da ist um mehr als die notwendigsten Pflegearbeiten zu leisten.


Zur Pflege eines geistig Behinderten gehört eigentlich, ihn u.a. so zu behandeln, dass er sich nicht entmündigt fühlt (auch wenn er es faktisch ist). Dazu fehlt oft die Zeit und führt zu Verhaltensstörungen der Betroffenen, die sie bei guter Behandlung weniger oft bis gar nicht haben.


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