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recht.de • Thema anzeigen - Demente Seniorin übervorteilt- was tun?
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BeitragVerfasst: 24.11.16, 23:47 
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Beiträge: 8
Man stelle sich folegnden Fall vor:

Eine lange verwitwete Seniorin leidet an zunehmender Demenz. Sie selber wollte das nie anerkennen, hat es jahrelang verleugnet, versucht zu verstecken und zu verheimlichen. In der Familie ist das kein Geheimnis. Ein Kind lebt mit ihr, ein weiteres kommt wöchentlich und kümmert sich um den allgemeinen Papierkram, noch eines um außergewöhliche Dinge. Sie wollte immer über alles die Kontrolle behalten, hat nie Vollmachten erteilt- und ist jetzt längst über den Zeitpunkt hinweg, wo sie das noch könnte.

Das mit ihr lebende Kind hat ständig damit zu tun, ihre nonsens Geschäfte rückgängig zumachen. Telefonverkäufe ua.

Nun aber- die Seniorin hatte seit langer Zeit ein Gartenbauunternehmen mit dem Schneiden der ca 20 m Hecke des Reihenhauses beauftragt. Auch jetzt wieder. Ohne Kostenvoranschlag verlangt das Unternehmen nun fürs Heckenschneiden zunächst 1500 Euro, dann knapp 1000. Die Kinder schäumen und weigern sich, die Mutter zahlen zu lassen. Sie verweisen das Unternehmen an Kind 3, das für Sonderaufgaben zuständig ist.

Das Unternehmen nutzt die arbeitsbedingte Abwesenheit von Kind 1 aus um die Seniorin anzurufen und zu "grillen". Details sind aus der verstörten Seniorin nicht herauszukriegen, das Unternehmen läßt sich dahin ein, dass es die Seniorin solange als Ansprechpartnerin sieht und behandelt bis man die Geschäftsunfähigkeit nachgewiesen hat.

Idee der Kinder wäre ja, einen angemessenen Preis zu zahlen- die Hecke ist ja geschnitten. Gleichzeitig wächst die Wut auf das Unternehmen.Schlimm genug, dass Fremde die Seniorin übervorteilen, aber entsetzlich, dass ein Unternehmen, das lange für die Familie gearbeitet hat, das tut.

Aber- wie ist die Rechtslage?


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BeitragVerfasst: 25.11.16, 00:55 
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Beiträge: 987
Rechtlich sehe ich erstmal wenig Ansatzpunkte. Keinem Kunden und keinem Unternehmen ist es verboten, im gegenseitigen Einverständnis einen überteuerten Vertrag abzuschliessen. Das Unternehmen ist auch nicht verpflichtet, die Geschäftsfähigkeit des Kunden näher zu prüfen. Manch Unternehmen verdankt seine Existenz allein dummen oder unfähigen oder unverständigen Kunden.

Trotzdem sehe ich zwei Ansätze: einmal könnte man bei der Handwerkskammer nach der zuständigen Schlichtungsstelle fragen und diese anrufen. Zweitens könnte man sich an die Presse wenden, ein ortsansässige Unternehmen scheut vermutlich negative Erwähnung in der Lokalpresse...


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BeitragVerfasst: 25.11.16, 10:22 
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man sollte sich aber dringend an das Betreuungsgericht wenden um eine Betreuung in die Wege zu leiten, damit solche und ähnliche Dinge nicht mehr passieren.


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BeitragVerfasst: 25.11.16, 11:50 
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Roni hat geschrieben:
man sollte sich aber dringend an das Betreuungsgericht wenden um eine Betreuung in die Wege zu leiten, damit solche und ähnliche Dinge nicht mehr passieren.

Grundsätzlich würde ich das auch so in Erwägung ziehen. Aber: Wie so oft kann es ein zweischneidiges Schwert sein. Mann sollte sich zuvor gründlich erkundigen und am besten fachkundig beraten lassen. Die eingeschränkte Geschäftsfähigkeit ist das eine, das Gesundheitliche (die Demenz) ist das andere.
Als Gerichtlich bestellter "Betreuer" kommen halt neben der "Betreuungsaufgabe" u.a auch Verwaltungstechnische und Zeitliche Herausforderungen auf den Betreuer zu.


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BeitragVerfasst: 25.11.16, 15:57 
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wie so eine Betreuung aussieht, welche Lebensbereiche sie umfasst legt ein Richter fest.
Es wird dann auch der HA oder ein sonstiger behandelnder Arzt befragt.


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BeitragVerfasst: 28.12.16, 14:37 
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Beiträge: 603
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Zafilutsche hat geschrieben:
Als Gerichtlich bestellter "Betreuer" kommen halt neben der "Betreuungsaufgabe" u.a auch Verwaltungstechnische und Zeitliche Herausforderungen auf den Betreuer zu.

Das stimmt zwar, aber ist es nicht ebenso zeitaufwändig und viel nervenaufreibender, wenn man "sinnlose" Geschäfte der an Demenz erkrankten Seniorin wieder rückgängig machen muss?

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Scientia potentia est. - Scio me nihil scire.
(Wissen ist Macht! - Ich weiß, dass ich nichts weiß)


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