Recht auf Zwangseinweisung? Wer, wie, wo, wann ...?

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Evariste
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Re: Recht auf Zwangseinweisung? Wer, wie, wo, wann ...?

Beitrag von Evariste » 17.09.17, 12:02

winterspaziergang hat geschrieben: Das allein - eine Befürchtung- dürfte nicht reichen.
...
Man wird im Bedarfsfall sicher alle Betroffenen anhören. Dabei sollte aber auch eine Rolle spielen, dass der Enkel oder sonst im Haus Lebender, aus Unwissenheit oder anderen Gründen, die Aggression selbst leicht auslösen kann.
Dabei können- und das ist allgemein zu würdigen, durchaus weniger nachvollziehbare und zuweilen eher niedere Motive eine Rolle spielen.
Dazu fallen mir jetzt 2 Dinge ein:

Zum einen, der Sachverhalt:
susimanta hat geschrieben: Die Oma leidet an Demenz und erkennt sogar eigenen Enkel nicht mehr und hat diesen sogar schon körperlich bedroht.
Demnach ist es also keine bloße Befürchtung.

Und zweitens, ob die Oma aus Unwissenheit zu dem Verhalten "provoziert" wurde oder ob der Enkel noch weitere Motive hat, ändert m. E. nichts an der Rechtslage. Denken Sie an die typischen Anwendungsfälle des Gewaltschutzgesetzes (das hier natürlich nicht anwendbar ist, ich will mit diesem Beispiel nur das Prinzip verdeutlichen), ein Ehemann bedroht seine Ehefrau, diese beantragt daraufhin die Überlassung der Ehewohnung. Natürlich hat die Ehefrau den Mann "provoziert" und sicher verfolgt die Ehefrau in solchen Fällen manchmal auch eigene Ziele. Das interessiert aber keinen Richter, niemand muß sich der Situation aussetzen, wegen eines unbedachten Wortes o. ä. körperlich angegriffen zu werden.

winterspaziergang
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Re: Recht auf Zwangseinweisung? Wer, wie, wo, wann ...?

Beitrag von winterspaziergang » 17.09.17, 21:49

Evariste hat geschrieben: Zum einen, der Sachverhalt:
susimanta hat geschrieben: Die Oma leidet an Demenz und erkennt sogar eigenen Enkel nicht mehr und hat diesen sogar schon körperlich bedroht.
Demnach ist es also keine bloße Befürchtung.
Der Sachverhalt beschreibt nichts, sondern benennt eine "körperliche Bedrohung" und danach eine Befürchtung des Enkels, der gegen den Willen der betreuenden Töchter tätig werden möchte.
Und zweitens, ob die Oma aus Unwissenheit zu dem Verhalten "provoziert" wurde oder ob der Enkel noch weitere Motive hat, ändert m. E. nichts an der Rechtslage. Denken Sie an die typischen Anwendungsfälle des Gewaltschutzgesetzes (das hier natürlich nicht anwendbar ist, ich will mit diesem Beispiel nur das Prinzip verdeutlichen), ein Ehemann bedroht seine Ehefrau, diese beantragt daraufhin die Überlassung der Ehewohnung.
Eine Wohnung zu überlassen dürfte kaum mit einer Zwangseinweisung, um die es hier geht, zu vergleichen sein.
Und die "Provokation" und der Streit zweier Eheleute ist nicht damit zu vergleichen, dass Sie einen dementer Menschen schon dadurch in arge Not bringen können, indem sie mit ihm darüber diskutieren, dass er irgendwas falsch erinnert hat.
Natürlich hat die Ehefrau den Mann "provoziert" und sicher verfolgt die Ehefrau in solchen Fällen manchmal auch eigene Ziele. Das interessiert aber keinen Richter, niemand muß sich der Situation aussetzen, wegen eines unbedachten Wortes o. ä. körperlich angegriffen zu werden.
Im Sachverhalt geht es um eine Zwangseinweisung.
Bitte einfach mal nachlesen, was das im konkreten Fall für die alte Dame bedeuten würde und keine Äpfel mit Birnen vergleichen.

winterspaziergang
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Re: Recht auf Zwangseinweisung? Wer, wie, wo, wann ...?

Beitrag von winterspaziergang » 17.09.17, 21:53

SusanneBerlin hat geschrieben: Ihre Darstellung der Erbrechtsregelung ist insofern ungenau, es müssen nicht alle Kinder des Erblassers versorgen sein, damit ein Enkelkind erbt, sondern nur dasjenige Kind, das Mutter oder Vater des Enkels ist.
stimmt, das war missverständlich formuliert.
Nicht richtig dagegen ist, dass die Absichten der Töchter deswegen stärker berücksichtigt werden müssen, weil sie schließlich das Vermögen der Oma erben, und in der häuslichen Pflege ein Einsparpotential liegt gegenüber der Heimunterbringung.
das steht da auch nicht, sondern nur, dass diese bereits die Oma pflegen und d.h. bei einer angeregten Betreuung diese übernehmen könnten.
Außerdem ging es um das Thema "Uneinigkeit in der Familie" und hier der Hinweis, dass die Verwandten 1. Grades, zumindest wenn es keine weiteren Töchter oder Söhne gibt, eben nicht uneinig sind.
Man wird nicht die ganze Verwandtschaft befragen, was sie von Omas Zustand halten.

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