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recht.de • Thema anzeigen - Adoption der Nichte erspart Erbschaftssteuern des Neffen?
Aktuelle Zeit: 20.09.17, 12:51

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BeitragVerfasst: 20.03.17, 17:30 
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Ist die Adoption einer angeheirateten Nichte rechtens bzw. strafrechtlich einwandfrei um Erbschaftssteuern zu umgehen, wenn es keine eigenen Kinder gibt, sondern nur Nichten und Neffen? Gibt es für den Staat diesbezüglich überhaupt eine "Schein-Adoption" oder dergleichen? Die Nachweisbarkeit ist dann eine ganz andere Frage.
Wie ist da denn die Rechtslage?


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BeitragVerfasst: 21.03.17, 09:42 
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Beiträge: 22578
Man sollte sich klar machen, dass mit einer Adoption nicht nur Rechte sondern auch Pflichten einher gehen.

D.h. wird der Erblasser pflegebedürftig ist der Adoptierte auch Unterhaltspflichtig, bzw. kann das Erbe u.U. auch schnell aufgebraucht sein.

Ansonsten wenn man jemand adoptiert, dann ist das halt so. Ich sehe hier keine Scheinadoption (da wie gesagt ja auch Pflichten übernommen werden).

Man kann sich da schnell täuschen ob das wirklich ein gutes Geschäft ist.*


*Ok werden 10 Mille hinterlassen, stellt sich die Frage nicht :devil:


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BeitragVerfasst: 21.03.17, 14:58 
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Beiträge: 230
Man darf nicht vergessen, dass eine Erwachsenenadoption nicht mal eben so schnell gemacht ist.

Abgesehen von dem von matthias. schon dargelegten Sachverhalt Rechte/Pflichten, gibt es Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Eine der Voraussetzungen ist, dass zwischen dem Adoptierenden und dem Adoptierten eine Eltern-Kind Beziehung besteht bzw. die Entstehung eines solchen Verhältnisses zu erwarten ist.

Nach einer Anhörung vor dem Familiengericht wird das Gericht dann entscheiden, ob es die Adoption genehmigt oder nicht.

Wenn sich im Rahmen der Anhörung herausstellt, dass man das ganze nur aus erbschaftssteuerlichen Gründen macht, dann wird die Adoption vom Familiengericht mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt.

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BeitragVerfasst: 21.03.17, 16:30 
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Wow, Danke für die Antworten :!:

Können die genannten Voraussetzungen auch im Nachhinein noch angefochten werden, wenn das Familiengericht bereits zugestimmt hat, es aber keinesfalls zu einer Eltern-Kind Beziehung gekommen ist oder andere Voraussetzungen begründet fehlschlagen? Wo könnte man einen solchen Verdacht wirkungsvoll melden? Sind die Voraussetzungen für eine Erwachsenen-Adoption irgendwo einsehbar?

--
wer nichts gutes erhofft dem kann das übel keinen schaden zufügen :'(nächstes mal dann)


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BeitragVerfasst: 21.03.17, 17:10 
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Beiträge: 230
Legolas hat geschrieben:
Können die genannten Voraussetzungen auch im Nachhinein noch angefochten werden, wenn das Familiengericht bereits zugestimmt hat, es aber keinesfalls zu einer Eltern-Kind Beziehung gekommen ist oder andere Voraussetzungen begründet fehlschlagen?


Theoretisch kann die Adoption nach Vollzug nur noch durch den Annehmenden und den Anzunehmenden gemäß § 1771 BGB aufgehoben werden.

Legolas hat geschrieben:
Wo könnte man einen solchen Verdacht wirkungsvoll melden?


Wer will hier was melden?

Legolas hat geschrieben:
Sind die Voraussetzungen für eine Erwachsenen-Adoption irgendwo einsehbar?


Ja sicher, das ist alles im BGB geregelt, §§ 1741 – 1772 BGB.

Wenn sie zusätzlich einfach mal nach Erwachsenenadoption und Voraussetzungen googeln, dann bekommen sie eine Menge Informationen, die Ihnen erstmal die Grundzuge, Voraussetzungen, Ablauf der Adoption und Rechtsfolgen aufzeigen.

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BeitragVerfasst: 21.03.17, 18:22 
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Beiträge: 3

Themenstarter
Newbie hat geschrieben:
Wer will hier was melden?

Na, selbsternannte Staatsanwälte z.B. - immerhin entgeht dem Staat ein hübsches Sümmchen :roll:

Danke nochmals für alle Antworten! Auch die, welche ggf. noch hinzugefügt werden.

:super Forum:


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BeitragVerfasst: 21.03.17, 19:32 
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Beiträge: 230
Ich sehe aus meinem bescheidenen Blickwinkel keine Möglichkeit, dass ein unbeteiligter Dritter nach Abschluss des Verfahrens und
Rechtswirksamkeit eines Adoptionsbeschlusses eine Möglichkeit hätte da in irgend einer Weise etwas vorzubringen.

Ich lasse mich da aber gerne durch einen Fachmann eines besseren belehren.

Und weiterhin, wer sagt denn überhaupt, dass es etwas zu erben gibt? Bis zum Eintritt des Erbfalls kann der zukünftige Erblasser mit seinem Geld machen was er möchte. Verjubeln, verschenken oder aber damit seine Pflege bezahlen. Es gibt keinen Anspruch darauf, dass einem Verwandte überhaupt etwas vererben.

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BeitragVerfasst: 21.03.17, 20:06 
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Beiträge: 6550
Legolas hat geschrieben:
...
Wie ist da denn die Rechtslage?



Das ist eine gute Frage. Wie wird das Erbschaftssteuerrecht in 10, 20, 30 Jahren aussehen?

Es könnten sich schon 2017, nach der Bundestagswahl Änderungen abzeichnen.


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