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recht.de • Thema anzeigen - Pflichtteilsergänzungsanspruch und Schenkungsvertrag
Aktuelle Zeit: 24.02.18, 20:42

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BeitragVerfasst: 13.02.18, 04:10 
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Beiträge: 1
Sohn A hat eine Schenkung von Betrag X ohne schriftliche Fixierung von Eltern bekommen, ist aber schon länger 10 Jahre her(keine Bankunterlagen über diese Schenkung mehr vorhanden). Sohn B hat auch eine Schenkung von Betrag X ohne schriftliche Fixierung von Eltern bekommen, ist aber erst 2 Jahre her. Theoretisch könnte jetzt Sohn A im Erbfall Pflichtteilergänzungsansprüche gegenüber Sohn B geltend machen.



Frage: Sohn A möchte jetzt nachträglich folgendes unterschreiben: Hiermit bestätige ich Sohn A von meinen Eltern den Betrag X für den Kauf meiner Wohnung erhalten zu haben. Würde diese Bestätigung Sohn B von nutzen sein (zwecks Anrechnung von Betrag X an Sohn A) , wenn Sohn A wider Erwarten doch Pflichtteilsergänzungsansprüche(hier werden ja auch Schenkungen die länger als 10Jahre zurückliegen angerechnet) geltend machen würde?
Wir möchten nun für weitere Schenkungen, sicherheitshalber folgenden Schenkungsvertrag nutzen und wissen ob dieser so ausreichend ist?




Schenkungsvertrag über Bargeld
zwischen
Schenker: Eltern mit Namen und Anschrift
Beschenkter: Sohn mit Namen und Anschrift



Wir Eltern schenken unserem Sohn Betrag X per Banküberweisung auf folgendes Konto:
Kontoinhaber: Sohn
IBAN: DE XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


Die Schenkung erfolgt unter Anrechnung auf den Pflichtteil.


Ort,Datum
Unterschrift Schenker (Vater) Unterschrift Schenker (Mutter) Unterschrift Beschenkter (Sohn)



Vielen Dank im Voraus für alle Rückmeldungen.


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 07:55 
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Beiträge: 5679
Wohnort: Leverkusen
Schenkungsversprechen bedürfen der notariellen Beurkundung.

Im Übrigen ist eine Rechtsberatung hier nicht erlaubt und die Beantwortung der Frage
peterfalk321 hat geschrieben:
Wir möchten nun für weitere Schenkungen, sicherheitshalber folgenden Schenkungsvertrag nutzen und wissen ob dieser so ausreichend ist?
ist m.E. Rechtsberatung.

_________________
Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 08:05 
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Registriert: 05.11.12, 13:35
Beiträge: 10402
Hallo,
die Frage nach dem Pflichtteilergänzungsanspruch stellt sich doch eh nur, wenn man die Söhne ungleich beerben möchte. Also wenn B Alleinerbe werden soll und A nur den Pflichtteil erhält. Wenn die Eltern dann innerhalb der nächsten 8 Jahre sterben, hätte A Anspruch auf Pflichtteilergänzung.

Will man die Söhne ohnehin gleich beerben, ist es in den meisten Fällen ohne Belang, dass die Schenkung an A noch keine 10 Jahre her ist. Außer dann wenn der Betrag der Schenkung höher ist als das, was die Eltern am Ende noch zu vererben haben.

Wobei die Eltern höchstwahrscheinlich nicht gleichzeitig sterben, man muss also, wenn es kein Berliner Testament ist, für jeden Erbfall einzeln rechnen.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 11:20 
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Registriert: 07.06.05, 20:10
Beiträge: 22916
khmlev hat geschrieben:
Schenkungsversprechen bedürfen der notariellen Beurkundung.


Es geht hier doch gar nicht um eine Schenkungsversprechen. Die Schenkung soll doch vollzogen werden.


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 11:29 
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Beiträge: 5551
Zitat:
Wir möchten nun für weitere Schenkungen, sicherheitshalber folgenden Schenkungsvertrag nutzen und wissen ob dieser so ausreichend ist?

Schenkungsvertrag über Bargeld
zwischen
Schenker: Eltern mit Namen und Anschrift
Beschenkter: Sohn mit Namen und Anschrift

Wir Eltern schenken unserem Sohn Betrag X per Banküberweisung auf folgendes Konto:
Kontoinhaber: Sohn
IBAN: DE XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


Eine Gleichbehandlung der beiden Kinder erreicht man dadurch jedoch nicht. Sofern die Eltern nicht mehr als die Hälfte ihres Gesamtvermögens verschenken hat eine derartige Vereinbarung gar keine Auswirkung.


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 11:52 
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Beiträge: 10402
Zitat:
Die Schenkung erfolgt unter Anrechnung auf den Pflichtteil.


Wahrscheinlich das übliche Unwissen darüber, dass der Erbteil eines Kindes und sein Pflichtteil nicht das gleiche ist.

Mit der Anrechnung auf den Pflichtteil ist nichts gewonnen, sofern das Ziel der die Eltern nicht garade ist, ihr halbes Vermögen Kind A zu schenken und im Erbfall der vorhandene Nachlass ebenfalls größtenteils an Kind A gehen soll und Kind B möglichst wenig bekommmen soll (eben nur den Pflichtteil und den Pflichtteilergänzungsanspruch).

Praktisch gesehen, spricht nichts dagegen die Schenkungen zu dokumentieren. Beweisrechtlich erfüllt eine Banküberweisung allerdings denselben Zweck.

Auch ohne Unterschrift des Beschenkten, ist es rechtlich legitim, die Schenkungen auf den Erbteil anzurechnen, damit muss der Beschenkte nicht einverstanden sein. Es ist dafür aber in jedem Fall ein Testament vonnöten, in dem die Anrechnung angeordnet wird. Man sollte sich also darüber beraten lassen, wie man ein Testament formulieren könnte um eine möglichst gerechte Regelung zu schaffen. Oder das Testament gleich von einem Notar nach den eigenen Wünschen abfassen und beurkunden lassen.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 12:15 
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Registriert: 07.06.05, 20:10
Beiträge: 22916
SusanneBerlin hat geschrieben:
Man sollte sich also darüber beraten lassen, wie man ein Testament formulieren könnte um eine möglichst gerechte Regelung zu schaffen. Oder das Testament gleich von einem Notar nach den eigenen Wünschen abfassen und beurkunden lassen.


Wobei man sich allerdings erstmal überlegen sollte, was man überhaupt erreichen will.


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