Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausgleich

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feller
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Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausgleich

Beitrag von feller » 24.03.19, 22:16

Angenommen
T habe X geheiratet (ganz normale Hochzeit – ohne jeden Vertrag). Zum Zeitpunkt der Heirat hätten beide keinerlei Vermögen. T und X würden im Laufe der Zeit Eltern werden, Kind Z sei geboren worden. Das Ehepaar T/X würden im Haus der Mutter M von T kostenlos leben. M schenke Tochter T nach der Geburt des Kindes Z per Schenkungsvertrag das halbe Haus. Dies sei auch im Grundbuch eingetragen worden. In weiteren würden T&X für das Haus einen Kreditvertrag aufnehmen, um das Haus zu sanieren. T und X zahlen den Kredit gemeinsam sukzessive ab. X arbeite in seiner Freizeit sehr viel am Haus. Dies sei unstreitig.

a. Zwischenfrage bis zu diesem Zeitpunkt des Geschehens:

Bei einer angenommenen Scheidung zwischen T & X..., würde dann X einen Anteil an dem geschenkten halben Haus bei T gerichtlich einfordern können ?

M werde in der Theorie schwer krank und möchte, dass ihre Tochter T und das Enkelkind Z abgesichert sind. M wisse, dass die Ehe zwischen T und X krieselt und sucht deshalb nach einer überzeugenden Lösung, wie das restliche halbe Haus – möglichst unantastbar für X – in den Besitz per weiterer Schenkung oder nach ihrem Ableben per Testament, oder … … …. , an T übertragen werden könnte (ggf. auch an Z?).

b. Wie wäre die Rechtslage und welchen Weg könnte man - in der Theorie - M empfehlen?


Gruß
Frank

SusanneBerlin
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von SusanneBerlin » 24.03.19, 23:02

Hallo,
Bei einer angenommenen Scheidung zwischen T & X..., würde dann X einen Anteil an dem geschenkten halben Haus bei T gerichtlich einfordern können ?
Nein, X könnte keinen Anteil am Haus einfordern.

M könnte ihren verbliebenen Anteil am Haus an T verschenken oder vererben - bei beiden Möglichkeiten hat X keine Mitspracherechte, somit unantastbar.
Grüße, Susanne

feller
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Re: Schenken Vererben ... kriselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von feller » 25.03.19, 09:39

Danke für die Antwort!
Ein geerbtes Haus fällt bei Scheidung sichtlich nicht in den Zugewinnausgleich.
Ist geschenkt - dasselbe wie - geerbt? Denn T hatte ja die erste Hälfte des Hauses "geschenkt" bekommen.
Im geschilderten Fall hat nur ein Ehepartner das halbe Haus geschenkt bekommen, aber es wurde gemeinsam mit dem Ehepartner X saniert,...
Fällt hier nicht wenigstens die Wertsteigerung in den Zugewinnausgleich.
Gruß
Frank

matthias.
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von matthias. » 25.03.19, 10:00

feller hat geschrieben:Danke für die Antwort!

Ist geschenkt - dasselbe wie - geerbt?
Ja.
feller hat geschrieben: Denn T hatte ja die erste Hälfte des Hauses "geschenkt" bekommen.
Im geschilderten Fall hat nur ein Ehepartner das halbe Haus geschenkt bekommen, aber es wurde gemeinsam mit dem Ehepartner X saniert,...
Fällt hier nicht wenigstens die Wertsteigerung in den Zugewinnausgleich.
Gruß
Frank
Bis jetzt besass doch nur die Tochter ein Teil des Hauses.

Der andere Teil war noch der Oma.

Damit war in der Ehe doch überhaupt kein Anteil des Hauses, egal bei wem, also kann es auch kein Zugewinn geben.
Die Wertsteigerung beginnt erst in dem Moment relevant zu werden, wo die Oma der Mutter die andere Hälfte schenkt oder vererbt.

Der Mann hat hier leider Pech gehabt. die Renovierung hat er "umsonst" gemacht, allerdings hat er ja auch mietfrei gewohnt.

SusanneBerlin
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von SusanneBerlin » 25.03.19, 10:07

Ein geerbtes Haus fällt bei Scheidung sichtlich nicht in den Zugewinnausgleich.
Ein geerbtes Haus fällt ins Anfangsvermögen. D.h. der absulute Wert der Immobilie hat keine Auswirkung auf den Zugewinn, aber eine Wertsteigerung (Differenz zwischen Endwert und Anfangswert) erhöht den Zugewinn.
Fällt hier nicht wenigstens die Wertsteigerung in den Zugewinnausgleich.
Der Zugewinnausgleich ist eine Gesamtschau über den gesamten Vermögenszuwachs. Wenn T den größeren Zugewinn gemacht hat, muss T den Zugewinn ausgleichen.
matthias hat geschrieben: Damit war in der Ehe doch überhaupt kein Anteil des Hauses, egal bei wem, also kann es auch kein Zugewinn geben.
Die Wertsteigerung beginnt erst in dem Moment relevant zu werden, wo die Oma der Mutter die andere Hälfte schenkt oder vererbt.
Dochdoch, T bekommt von M das halbe Haus nach der Heirat geschenkt.
matthias hat geschrieben:Der Mann hat hier leider Pech gehabt. die Renovierung hat er "umsonst" gemacht, allerdings hat er ja auch mietfrei gewohnt.
Leider (oder zum Glück für X) nicht ganz richtig. Wenn T während der Ehe eine Immobilie geschenkt bekommt, rechnet man den Wert den die Immobilie zum Zeitpunkt der Schenkung hat, ins Anfangsvermögen. Der Wert den die Immobilie bei der Scheidung hat, kommt ins Endvermögen. Hat die Immobile an Wert zugelegt, dann erhöht das den Zugewinn von T.

Entsprechendes gilt für den 50%-Anteil an einer Immobilie.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von matthias. » 25.03.19, 13:08

OK T und Z verwechselt.

Ich dachte die Enkelin hätte das halbe Haus geschenkt bekommen, dann profitiert der Mann doch von der Wertsteigerung.

SusanneBerlin
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von SusanneBerlin » 25.03.19, 13:14

matthias. hat geschrieben: Ich dachte die Enkelin hätte das halbe Haus geschenkt bekommen, dann profitiert der Mann doch von der Wertsteigerung.
Du hast gedacht, es um die Großmutter der Ehefrau d.h. der Betroffene X ist mit der Enkelin verheiratet und die Enkelin bekommt das halbe Haus geschenkt? Ja dann kommts natürlich anders raus.
Grüße, Susanne

feller
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Re: Schenken Vererben ... krieselnde Ehe ... Zugewinnausglei

Beitrag von feller » 26.03.19, 11:46

Danke für die Antworten!

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