Erweiterung des Testamentes

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simplici
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Erweiterung des Testamentes

Beitrag von simplici » 07.05.19, 09:18

Angenommen Herr C. hätte bereits ein Testament geschrieben Erben wären bislang seine drei leiblichen Kinder, nun würde Herr C nochmals heiraten, er wollte den Erbteil seiner neuen Frau auf den Pflichtteil begrenzen, das müssten dann diese 12,5% sein, Frage: müsste er ein komplett neues Testament schreiben oder reicht es, wenn er ein ergänzendes zweites Testament zusätzlich schreibt?

SusanneBerlin
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.19, 09:51

Hallo,

Warum scheut er sich, ein "komplett neues Testament" zu schreiben? Ob er da jetzt 3 Sätze als "komplett neues Testament" schreibt oder 2 Sätze als "Ergänzung zum alten Testament" ist vom Aufwand her kein großer Unterschied.

Zudem war das erste Testament überflüssig, die Kinder wären sowieso Erben geworden.

Aber JA: es würde reichen, ein ergänzendes 2. Testament zum ersten zu schreiben.

Wenn seine Ehefrau statt Erbin in Höhe des Pflichtteils werden soll, nicht Erbin werden soll (den Pflichtteilsanspruch hat sie automatisch, das muss man nicht ins Testament schreiben), dann braucht Herr C. gar nichts machen. Dann bewirkt das vorhandene Testament, dass die Ehefrau von den Kindern ihren Pflichtteil verlangen kann und die Kinder den Rest erben.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von ExDevil67 » 07.05.19, 09:59

Wie kommt er auf einen Pflichtteil von 12,5 % für die Ehefrau? Ich komme da auf 25%, da die Ehefrau gesetzlich 50% erbt.

matthias.
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von matthias. » 07.05.19, 10:10

Liegt das Testament denn in der Schublade oder ist es notariell, wo hinterlegt?

SusanneBerlin
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.19, 10:32

ExDevil67 hat geschrieben:Wie kommt er auf einen Pflichtteil von 12,5 % für die Ehefrau? Ich komme da auf 25%, da die Ehefrau gesetzlich 50% erbt.
Wegen der angedachten Gütertrennung (in einem anderen thread von simplici).

Bei Gütergemeinschaft ist der Pflichtteil der Ehefrau aber auch nicht die Hälfte von 50%, sondern ebenfalls 12,5% und zusätzlich kommt noch der Zugewinnausgleich dazu.

Man muss aber dazu sagen, dass Herr C die Gütertrennung nicht im Testament anordnen kann. Damit die Gütertrennung wirksam wird, müssen Herr C und seine Zukünftige zum Notar gehen und den Ehevertrag notariell beurkunden lassen.
Grüße, Susanne

khmlev
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von khmlev » 07.05.19, 11:12

simplici hat geschrieben:oder reicht es, wenn er ein ergänzendes zweites Testament zusätzlich schreibt?
Bei einem ergänzenden (eigenhändigen) Testament, besteht immer das Risiko, dass durch unglückliche bzw. unklare Formulierungen, Teile des bestehenden Testaments ungewollt unwirksam werden oder so verändert werden, dass das gewünschte Ziel nicht erreicht wird.

Man sollte immer bedenken, dass der Testierer sein(e) Testament(e) nicht mehr erläutern kann und es dann den Erben zufällt, diese zu interpretieren und auszulegen.
Gruß
khmlev
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simplici
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von simplici » 07.05.19, 13:47

Das Testament läge im Umschlag im Safe dazu muss gesagt sein es wäre ein Behindertentestament da eines der Kinder behindert wäre und somit das Testament etwas umfangreicher ist sagen wir mal so acht Seiten das Ganze neu zu schreiben ist natürlich nicht so lustig Gütertrennung wäre notariell zu vereinbaren und ich meine dass es dann noch 12,5% wären, für die Ehefrau

SusanneBerlin
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Re: Erweiterung des Testamentes

Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.19, 14:16

Wenn die Frau nicht Erbin werden soll, braucht das Testament nicht geändert zu werden. Da sie nicht im Testament erwähnt wird und das Testament zum Ausdruck bringt dass und wie der gesamte Nachlass auf die Kinder verteilt wird, ist die Ehefrau enterbt.

Der Pflichtteil von 12,5% in Gütertrennung steht ihr gesetzlich zu, auch ohne dass es im Testament steht.

Was schiefgehen kann, ist dass die Ehefrau das Testament anfechtet, da sie als gesetzliche Erbin dazukam, nachdem Herr C das Testament erstellt hat und sie nicht berücksichtigt wurde. Dem könnte Herr C entgegenwirken, indem er eine Zusatzerklärung niederlegt, in der er klarstellt, dass das Testament auch nach der Eheschließung wirksam bleiben soll und seine Ehefrau nur ihren Pflichtteil beanspruchen soll.
Grüße, Susanne

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