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recht.de • Thema anzeigen - Anerkennung von Ausbildungen in Europa
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BeitragVerfasst: 11.09.14, 17:37 
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Ich bin da in einem anderen Tread über folgende Frage gestolpert:
Die Berufsausbildung in Europa ist, zumindest zwischen den EU-Mitgliedsstaaten einheitlich geregelt. Hier gelten entsprechende Abkommen, was die gegenseitige Anerkennung von Schul- und Ausbildungsabschlüssen betrifft. Da man nach einer Ausbildung im jeweiligen Mutterland in jedem EU-Land arbeiten kann, wurden auch die Abschlüsse einheitlich geregelt. Das ergibt sich m.E. aus der Richtlinie 2005/36/EG
Ich weiss aber auch, dass in verschiedenen europäischen Ländern Qualifikationen und Abschlüsse nicht anerkannt werden. Insbesondere gilt das für elektrotechnische Berufe und Qualifikationen in Risikobereichen (Kraftwerke, Offshore, Hochbauten).
Mit welchen Rechtsgrundlagen kann ich da europäische Partner überzeugen deutsche Qualifikationen/Ausbildungen anzuerkennen?

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Ich verabscheue Ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen!(E.B. Hall)
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist. (C.-L. de Montesquieu)


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BeitragVerfasst: 13.09.14, 09:28 
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Also damit ich das mal richtig verstehe:

Du fragst im Hochschulrechtsteil dieses Forums, wie du Nichtdeutsche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber davon überzeugen kannst, dass deine Berufsausbildung im Ausland per europäischer Rechtsnorm doch anerkannt wird, richtig?

Vielleicht ist das Hochschulrecht nicht so ganz der richtige ORt für so etwas. ;) Ich würde es mal im Europarecht probieren, denn eine deutsche Ausbildung per Europäischen Regelungen im Ausland anerkennen zu lassen hat mit Hochschulrecht soviel gemein, wie das Münchner Oktoberfest mit Berlin.


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BeitragVerfasst: 13.09.14, 12:53 
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Stimmt ...
Kann das mal jemand Richtung Europarecht verschieben bitte?

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BeitragVerfasst: 17.09.14, 22:35 
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Wer auch immer das verschoben hat. Danke :-)

Gibt es dazu eine Meinung?

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BeitragVerfasst: 18.09.14, 16:55 
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Natürlich gibt es dazu eine Meinung. Die Staaten haben ihre "Bildungssouveränität" nicht abgegeben. Allerdings ist durch den Bologna Prozess eine gewisse Vereinheitlichung in der akademischen Ausbildung erreicht worden. Gleichwohl sind noch erhebliche Unterschiede zu verzeichnen.
Ich nenne mal ein Beispiel, was zwar nicht aus dem technischen Bereich ist, aber trotzdem klar macht, wie es läuft. Eine polnische Sozialarbeiterin darf sich auch in Deutschland "Sozialarbeiter" nennen. Mit dem Zusatz poln. , oder wie auch immer der Zusatz aussehen muss. Sozialarbeiter arbeiten überwiegend verwaltungsrechtlich, also sind zwingend Kenntnisse im deutschen öffentlichen Recht erforderlich. Das sind in Deutschland Pflichtveranstaltungen. Zusätzlich haben wir das Anerkennungsjahr. Das gibt es in Polen nicht.

Folge davon ist, dass polnische Sozialarbeiter hier vielleicht eine Anstellung bekommen, nicht aber als volle deutsche Sozialarbeiter vergütet werden. Sie müssen noch zwingend einige Veranstaltungen an der Hochschule besuchen, in denen ihnen das deutsche Rechtssystem näher gebracht wird (hoffentlich!) und sie müssen natürlich das Anerkennungsjahr absolvieren. Ohne letzteres wären sie besser gestellt als die deutschen Kollegen, was ja nun auch nicht Sinn der Sache ist.

Chavah


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BeitragVerfasst: 23.09.14, 20:20 
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Danke, das leuchtet ein. :D

Ich grenze die Frage mal auf technische Ausbildungen ein und lasse die akademischen Ausbildungen aussen vor (die sind seit Bachelor und Master eh europäisch "anerkannt").
Da Produkte europäisch auf ähnlichem Niveau produziert werden müssen (EN, Produktrichtlinien), der Arbeitsschutz angepasst ist (EU Direktiven, Elektroregeln) und in vielen Bereichen Ausbildungsstandards angeglichen wurden, dürften so spezifische (Langzeit) Zusatzausbildungen kaum notwendig sein.

Qualifizierte Leute in technisch-akademischen Berufen finden inzwischen europaweit Anstellungen, keine Frage.
Ich denke bei der Fallkonstellation aber an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nach einem in ihrem Herkunftsland validen Abschluss haben schulen lassen. Sehr oft werden den Unternehmen Arbeiten (selbst als Subunternehmen) im europäischen Ausland untersagt, wenn sie nicht nationale Ausbildungen nachweisen können (z.B. Staplerschein, Riggerschein, Qualifikationen für Arbeiten unter Wasser, für Arbeiten in Höhen, Schweißqualifikationen, Arbeiten mit Glasfaserverbundstoffen, Arbeiten in beengten Räumen, usw. :wink: )
Gibt es rechtliche (europäische) Grundlagen auf denen z.B. der Unternehmer aus Italien einen französischen Generalunternehmer verklagen könnte, seine nationalen Qualifikationen anzuerkennen oder - noch ernster - gegenüber einer Behörde die Anerkennung der Qualifikationen erzwingen?

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BeitragVerfasst: 25.09.14, 21:07 
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Keine Europarechtler hier? :?

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BeitragVerfasst: 03.10.14, 21:18 
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Schade :(

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