Navigationspfad: Home arrow Foren
Foren
recht.de • Thema anzeigen - Aufteilung Pferd - gemeinsames Eigentum, Trennung
Aktuelle Zeit: 23.09.17, 00:16

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 09.01.17, 13:40 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 07.04.09, 08:49
Beiträge: 272
Hallo,

Herr H und Frau F sind mittlerweile geschieden. Vor der Ehe hatte H ein Pferd für 5000€ angeschafft, welches die F geritten ist.
Seit der Trennung besteht Streit über das Schicksal des Gaules; die beiden sind sich einig, dass das Pferd im gemeinschaftlichen Eigentum steht.
F trägt alle laufenden Kosten, H möchte zumindest den Anschaffungswert ausgezahlt bekommen; das Pferd ist derzeit unstreitig 13000€ wert.
F will die hälftigen Unterhaltskosten ersetzt haben, H hat - vorsorglich - Nutzungsentschädigung dem Grunde nach geltend gemacht (er kann nicht reiten...).

Wie verhält es sich, wenn sich die beiden nicht einigen können. Kann das Pferd zwangsversteigert werden?

Vielen Dank für eure Infos!!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 13:52 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 05.11.12, 13:35
Beiträge: 8873
Hallo,

das Pferd kann versteigert und der Erlös geteilt werden wenn sich die beiden darüber einig sind, eine Zwangsversteigerung zum Zweck der Aufhebung der Gemeinschaft gibt es nur bei Immobilien.

Eine Nutzungsentschädigung für den reitunkundigen Herrn würde ich verneinen, da von Beginn an keine vereinbart war und die Abmachung dahingehend ging, dass Frau F das Pferd alleine reitet. Herr H war damals einverstanden und es stand auch nie in Aussicht, dass Herr H reiten lernen will um das Pferd ebenfalls zu nutzen.

Die Wertsteigerung ist der Verdienst von Frau F, da sie das Pferd ausgebildet hat.
Als Lösung schlage ich vor, Herrn H mit dem Anfangsinvest von 5.000€ auszuzahlen.

_________________
Grüße, Susanne


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 16:18 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 24.07.07, 09:47
Beiträge: 4757
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet
Biergärtnerin hat geschrieben:
H hat - vorsorglich - Nutzungsentschädigung dem Grunde nach geltend gemacht (er kann nicht reiten...).

Ich glaube hierbei spielt es überhaupt keine Rolle ob H reiten kann oder nicht.
Einen "Nutzungsersatz" - H Hätte -statt in ein Pferd auch in Wertpapiere sein Geld anlegen können eben auch andere Nutzen (aber selbstverständlich auch Verluste) erzielen können.
Was verbleibt denn, wenn vom Verkaufserlös (13.000 Euro) oder besser 8.000 Euro vermeintlicher Gewinn, wenn die bis dahin (nachweislich) angefallenen Kosten vom Verkaufserlös abgezogen werden? Ich wage mal die These dass Stall, Futter und Tierarztkosten diese Marge im wahrsten Sinne des Wortes aufgefressen haben.
Daher müssten auch die Verluste geteilt werden. :oops:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 16:56 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 19.05.06, 10:10
Beiträge: 6402
Biergärtnerin hat geschrieben:
die beiden sind sich einig, dass das Pferd im gemeinschaftlichen Eigentum steht.
Und wie kommen die beiden darauf?
Biergärtnerin hat geschrieben:
Vor der Ehe hatte H ein Pferd für 5000€ angeschafft
Dann dürfte das Pferd H gehören.
SusanneBerlin hat geschrieben:
Die Wertsteigerung ist der Verdienst von Frau F, da sie das Pferd ausgebildet hat.
Falls eine Zugewinngemeinschaft bestand dürfte die Wertsteigerung vermutlich zum Zugewinn gehören und wäre zu teilen. Die Haltungskosten sind einfach verbraucht und fliessen meiner Ansicht nach nicht in die Berechnung ein.
Meiner Ansicht nach hätte H Anspruch auf das Tier und müsste die Hälfte des Zugewinnes an F abtreten.

_________________
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 17:39 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 24.08.15, 09:54
Beiträge: 234
Wer steht denn im Kaufvertrag für das Pferd? Nur dem gehört das Pferd und nur der kann es veräußern. H hat F das Pferd zur Nutzung überlassen und F hat dafür die laufenden Kosten getragen.

H kann das Pferd veräußern. Die Wertsteigerung fließt in den Zugewinnausgleich. F hat m. E. keinerlei Ansprüche, die über den Zugewinnausgleich hinaus gehen. Den laufenden Unterhaltskosten stünde eine zu entrichtende Nutzungsgebühr gegenüber. Es gab ja scheinbar einen stillschweigenden Vertrag, nachdem die Nutzung des Tiers gegen Übernahme der laufenden Kosten gewährt wurde.

M. E. kann man bei fehlender Einigung nur auf die rechtlichen Eigentumsverhältnisse abstellen.

Gruß Hertha1892


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 17:45 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 24.08.15, 09:54
Beiträge: 234
Also wenn H der F das Pferd für die Anschaffungskosten überlassen will, wäre F schön blöd da Zicken zu machen. Mal angenommen, das wäre der einzige Zugewinn, würde sie sonst 9000 statt 5000 zahlen. Mal ganz davon abgesehen, dass er es auch für einen höheren Preis anbieten könnte oder es auch an Dritte veräußern könnte.

Noch mal Gruß
Hertha1892


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 19:56 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 16.11.13, 14:23
Beiträge: 4433
Hertha1892 hat geschrieben:
Den laufenden Unterhaltskosten stünde eine zu entrichtende Nutzungsgebühr gegenüber. Es gab ja scheinbar einen stillschweigenden Vertrag, nachdem die Nutzung des Tiers gegen Übernahme der laufenden Kosten gewährt wurde.


Es können m.E. im Nachhinein überhaupt keine Kosten geltend gemacht werden, die vorher im Zusammenleben des Ehepaares in gegenseitigem Einvernehmen geregelt waren.
Beide Ehepartner müssen darauf vertrauen dürfen, dass Vereinbarungen, die stillschweigend oder im Einvernehmen getroffen wurden, im Fall der Scheidung nicht zu finanziellen Ansprüchen führen. Es würde auch dem Wesen der Ehe widersprechen.
Derjenige, der gekocht hat, kann im Fall der Scheidung ja auch nicht die Kosten für das Essen geltend machen, während der Eigentümer der Küche eine Nutzungsgebühr verlangt.

Einer hat ein Pferd, der andere bekommt es überlassen. Den Unterhalt zahlte das damalige Ehepaar nunmehr offenbar allein die geschiedene Ehefrau, hieraus entstehen keine Ansprüche als Eigentümer.
Anspruch hat die Ehefrau - wie schon gesagt- nur auf den Zugewinn (bei entsprechender Grundlage).


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.01.17, 20:40 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 19.05.06, 10:10
Beiträge: 6402
Es wäre noch zu prüfen, ob überhaupt noch ein Anspruch auf Zugewinn besteht, denn
Biergärtnerin hat geschrieben:
Herr H und Frau F sind mittlerweile geschieden.

Auch ein Anspruch auf Zugewinnausgleich verjährt nach drei Jahren. § 195 BGB
Ausserdem dürfte der Zugewinn durch das Pferd in die Berechnung des Zugewinns bezüglich des gesamten Ehevermögens einfliessen.
Den Gaul da einzeln zu bewerten ist vermutlich nicht so ganz richtig. :roll:
Hertha1892 hat geschrieben:
Also wenn H der F das Pferd für die Anschaffungskosten überlassen will, wäre F schön blöd da Zicken zu machen.
Genau!

_________________
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
©  Forum Deutsches Recht 1995-2017. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Lesen Sie hier unsere Mediadaten!