Navigationspfad: Home arrow Foren
Foren
recht.de • Thema anzeigen - Ratschläge Vermeidung Sorgerecht für fragwürdigen KV
Aktuelle Zeit: 18.12.17, 12:08

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 15.03.17, 16:54 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.06, 16:05
Beiträge: 5332
Hallo,

bin auf diesen Text in anderen Forum gestoßen. Wollte fragen, ob irgendwer noch ergänzenden Rat hätte:

"Grauenvollen Erzeuger als Vater angeben? Ich würde Ihn gerne nicht angeben und auf alle Zahlungen verzichten. Was sagt ihr dazu?"

"Hallo kurz zu meiner Geschichte ☺ : Ich bin nun im 6. Monat schwanger, von meinem damaligen Freund. Kurz nachdem er es erfuhr fing er an zu fragen ob ich denn über eine Abtreibung nachdenken würde/könnte, dies verneinte ich natürlich lächelnd. Bis er sich ein paar Tage später so äußerte, dass er sich den Tod Unseres/Meines Kindes wünsche. Áb diesem Moment war dieser ''Mensch'' für mich gestorben. Im nachhinein habe ich noch erfahren das dieser Mann mich von Anfang an betrogen hat.
Ehrlich gesagt, ich glaube ich war nie in diesen Menschen wirklich verliebt. Wir waren auch nicht lange ein Paar. Aber da es hieß ich könne keine Kinder bekommen und ich wusste er habe keine Krankheiten, nahm ich das mit der Verhütung nicht ganz so Ernst. Egal was ihr sagt: Ich freue mich über meine Schwangerschaft ♥

so verließ er mich mit dem Satz: '' ich hoffe das Baby stirbt noch, dann wären Wir das Problem los '' & ging zurück zu seiner Ex.
Seit dem, höre ich nichts mehr von Ihm. Mir ist das Recht! Ein Mensch der meinem Ein & Alles den Tod wünscht sollte sich in Grund und Boden schämen. Er interessierte sich von Anfang an nicht für mein Kind. Gar Nicht. & So fing er an Mir zu ''Drohen'' ( nicht mit Gewalt, aber desshalb auch die Anführungsstriche ). Er meinte 2 Pläne aufstellen zu müssen, Plan A: Wenn ich Ihn als Vater angebe, dann käme er nicht um das Zahlen drumherum, dann könne ich mir aber gewiss sein das er mir das Leben schwer machen wird und um das Umgangsrecht und das gemeinsame Sorgerecht kämpfen wird, dann werde ich ihn nicht mehr los. Plan B: Ich gebe Ihn nicht an dann kann er mich und das Kind wenigstens in Ruhe lassen und wir werden nie Etwas von Ihm hören. Das war vor über 4 Monaten, seit dem - Nichts

ich halte Plan B selbst für eine sehr gute Lösung. Dennoch tut mir mein Baby im Herzen weh. Ihm später sagen zu müssen '' Papa ist nicht da, weil Papa nicht will '' die Vorstellung gruselt mich schon jetzt!!!

Der Erzeuger meinte, wenn ich Ihn angebe könne er es ja ''MAL'' im 1. Jahr besuchen allein um zu sehen ob das Geld auch beim Kind ankommt & nach diesem einen Jahr hält er sich so wieso raus. ( Ich ziehe nach einem Jahr Elternzeit 400 Km Arbeitsbedingt weg von Ihm! ). Das wusste er aber von Anfang an da meine Dienstplanung schon seit 3 Jahren besteht. Ich möchte mein Kind aber nicht an einen Mann gewöhnen den mein Kind später so oder so nicht mehr sehen wird & von dem mein Kind nie geliebt werden wird.

Nun die wichtigste Frage. Ich habe mir lange einen Kopf gemacht & Bin zu dem Entschluss gekommen, Ihn nicht als Vater anzugeben & auf jeglichen Unterhalt natürlich zu verzichten. Dennoch werde ich meinem Kind später natürlich erklären Wer und Wo Ihr Papa ist, das steht außer Frage. Ich weiß auch das meine Finanzielle Situation später vllt einmal nicht mehr so Gut sein könnte, doch erst einmal habe ich noch 9 sichere Jahre vor mir. Ich weiß auch um all seine Krankheiten bescheid, wenn also mal etwas wäre könnte man es zurück verfolgen. Und was dieses Gerede um das Erbe betrifft... Er hat nichts & wird außer Schulden auch nie etwas haben. Doch das Allerwichtigste!!!!!: ER HÄTTE KEINERLEI RECHTE AN MEINEM KIND & einklagen wird er sie nicht!!

Was haltet Ihr davon?"


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 15.03.17, 16:56 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.06, 16:05
Beiträge: 5332

Themenstarter
Meine Ratschläge:

- sichere sämtliche Nachrichten von ihm sorgfältig; sprich mit Freundinnen, Eltern, sonstwem darüber; kommunizier mit ihm nur nachweisbar (also z.b. über elektronische Nachrichten oder mit Zeugen)

- geh jetzt zum dann zuständigen Jugendamt und erzähl denen das genau; leg am besten auch die Belege vor (hoffentlich war es so blöd, eine entsprechende elektronische Nachricht zu schicken) und frage sie, wie man das mit der Vaterschaft handhaben könnte, ohne dass er dich mit Sorgerechtsklagen nervt;

im Allgemeinen kann man beim JA vertrauen, dass die bei sowas guten Rat geben, denn die sind dem Kindeswohl verpflichtet und der Vater klingt nicht nach Kindeswohl, also werden sie wohl beim Fernhalten auf deiner Seite sein (vor allem, wenn halt du eindeutige Belege hast);

- eventuell beim Jugendamt dann sehr vorsichtig fragen, ob es amchbar ist, dass du den Kindsvater angibst, Unterhaltsvorschuss beantragst und die halt erst zu einem gewissen Datum (also dann wenn du umgezogen bist) anfangen, das Geld bei ihm einzutreiben; dann wird er es schwerer haben, dich zu nerven;

keine Ahnung, inwieweit die sowas rechtlich dürfen; insoweit sie es dürfen, wären sie aber wohl bereit dazu, denn eine Akte mal 6 Monate liegen lassen bekommt viele JAs auch ganz gut hin, und es würde ja auch dem Kindeswohl dienen


- eventuell einen Anwalt dazu befragen


- falls du gut dokumentieren kannst, dass er angedroht hat, Sorgerecht und Umgang einzuklagen, damit er keinen Unterhalt zahlen muss, wenigstens dem Sorgerechtsstreit gelassen entgegen zu sehen; wer ums Sorgerecht klagt, um sich zu rächen, weil er Unterhalt zahlen muss, dürfte er se vor dem Familiengericht eher schwer haben zu überzeugen, dass es dem Kindeswohl dient, wenn er auch das Sorgerecht hat (beim Umgangsrecht hilft das wohl weniger, aber auch nicht null)


- als nukleare Option: kopier meinen obigen Text (oder irgendwie anders geeignet formuliert) und schick ihm deinem Ex und weise daraufhin, dass Verjährung frühestens in 2.5 Jahren sein dürfte und er es deshalb bitte unterlassen soll, seine bereits begangene strafbaren versuchte Nötigung zu wiederholen, da du dann ggf. doch auf die Idee kommen könntest, ihn anzuzeigen

(was widerrum keine Nötigung ist, da mit Anzeige drohen, damit der andere Straftaten unterlässt, nicht verwerflich ist; ist genau der Zweck der Strafgesetze, dass durch deren Drohung Straftaten hoffentlich unterlassen werden; aber ggf. macht es ihn noch wütender und ist damit nicht zwingend von Vorteil für dich)

Aber letztendlich solltest du ihn trotzdem als KV angeben; außer die vom JA finden/kennen Alternativen.




Ergänzungen gerne gesehen, die Frau scheint wirklich in blöder Situation zu sein.
Verbesserungsvorschläge gerne willkommen (z.b. ist überhaupt damit zu rechnen, dass wenn die Frau bei Geburt den Kindsvater angibt, dass sich das JA überhaupt vor Ablauf von einem Jahr, wo sie dann weit vom KV wegzieht, meldet? Wenn nein, also wenn die da eh so langsam arbeiten, könnte sie es ja relativ locker sehen)

Strafbare Nötigung halte ich hier - wenn denn das ganze nachweisbar ist - für gut bgründbar, da Sorgerechtsstreit ein empfindliches Übel ist, der KV darüber gebietet und Sorgerechtsstreit androhen zum Schaden des Kindes (keine Unterhaltszahlungen) ist ein Mittel androhen, das formal ganz aufs Kindeswohl gerichtet ist, mit dem Zweck/Folge, genau diesem durch das konkrete Sorgerecht eigentlich zu schützende Kind zu schaden; das sollte normalerweise für Verwerflichkeit § 240 Abs. 2 StGB langen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 01:02 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 02.11.12, 21:26
Beiträge: 428
Wohnort: Bonn
Dem Vater steht das geteilte Sorgerecht sowieso zu, da braucht er nichts einzuklagen. Das hat er sozusagen by nature.

Das hier:
Zitat:
eventuell beim Jugendamt dann sehr vorsichtig fragen, ob es amchbar ist, dass du den Kindsvater angibst, Unterhaltsvorschuss beantragst und die halt erst zu einem gewissen Datum (also dann wenn du umgezogen bist) anfangen, das Geld bei ihm einzutreiben; dann wird er es schwerer haben, dich zu nerven;

halte ich schlicht für Quatsch. In dem Moment wo er als Vater feststeht, ist er unterhaltspflichtig (eigentlich sogar schon während der Schwangerschaft), da wird das Jugendamt nicht unnötig in Vorlage gehen (warum auch?). Er hat zu zahlen, ob ihm das passt oder nicht. Die einzige Ausnahme wäre natürlich, wenn der Vater nicht leistungsfähig ist. Aber davon schreibt sie ja nichts. Und wie gesagt, das ist völlig unabhängig vom Sorgerecht.

Ich würde es einfach laufen lassen, wie es korrekt ist. Viele Väter, die während der Schwangerschaft noch total negativ eingestellt waren, haben ihre Meinung geändert als sie ihre Kinder gesehen haben. Es ist halt doch ein Unterschied, ob man theoretisiert oder tatsächlich einen lebenden kleinen Menschen vor sich sieht.

Grundsätzlich finde ich es daneben, wenn man Sozialleistungen beziehen will, um irgendwelchen Ärgernissen aus dem Weg zu gehen. Der Vater ist zuerst und vor allem erstmal unterhaltspflichtig, erst danach die Allgemeinheit.

_________________
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 01:07 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 02.11.12, 21:26
Beiträge: 428
Wohnort: Bonn
Und eine Nötigung steht meiner Meinung nach auch nicht im Raum - das geteilte Sorgerecht steht ihm sowieso zu und natürlich hat er das Recht, den Umgang einzuklagen wenn die Mutter da nicht willig ist. Es gehört nämlich zu den Pflichten des Sorgeberechtigten, dafür zu sorgen dass der andere Elternteil den Umgang hat, der ihm auch zusteht.

Es ist nicht “ihr“ Kind, sondern beider Elternteile!

_________________
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 09:38 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 3763
Biggi0001 hat geschrieben:
Dem Vater steht das geteilte Sorgerecht sowieso zu, da braucht er nichts einzuklagen. Das hat er sozusagen by nature.

AFAIK muss er das doch formal einklagen. Wobei da afair inzwischen die Gesetzeslage dahin geändert wurde das die Mutter in so einem Fall den Nachweis führen muss das ein gemeinsames Sorgerecht dem Kind schaden würde.
Solange er also nicht droht das als Waffe zu nutzen um der Mutter das Leben schwer zu machen, dürfte da im ersten Moment nix zu machen sein.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 09:40 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.06, 16:05
Beiträge: 5332

Themenstarter
Danke für den Versuch etwas beizutragen; leider nicht so fundiert:

Biggi0001 hat geschrieben:
Dem Vater steht das geteilte Sorgerecht sowieso zu, da braucht er nichts einzuklagen. Das hat er sozusagen by nature.


http://www.familien-wegweiser.de/wegwei ... 38342.html
"Es besteht ein gemeinsames Sorgerecht,

wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheiratet sind;

wenn die Eltern nach der Geburt einander heiraten;

wenn die Eltern erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärungen) oder

wenn das Familiengericht den Eltern die elterliche Sorge gemeinsam überträgt."

Ergo hat er erstmal nicht das Sorgerecht.

Und da:
"Das Familiengericht überträgt den Eltern die gemeinsame Sorge, wenn und soweit dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Trägt die Mutter keine Gründe vor, die der Übertragung der gemeinsamen Sorge entgegenstehen können, und sind solche Gründe auch sonst nicht ersichtlich, wird vermutet, dass die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl nicht widerspricht. Die Frist zur Stellungnahme endet frühestens sechs Wochen nach der Geburt des Kindes."

das Familiengericht im Falle, dass die Sorge für das Kind seitens des Kindesvaters eventuell wenig kindswohldienlich sein könnte, auch durchaus das Sorgerecht alleine bei der Mutter belassen kann,

ist erstmal überhaupt nichts verwerfliches daran, wenn eine Schwangere, die vermeint, Sorgerecht für den Kindsvater sei eher keine gute Idee und auch nicht gut fürs Kind, grübelt, wie sie das ggf. dem Familiengericht darlegen könnte.

Und beim JA vorbeigehen und um Rat fragen, ist explizit vorgesehen:
"Kindeswohl im Mittelpunkt

Eltern sollten bei ihrer Entscheidung für oder gegen eine gemeinsame elterliche Sorge genau abwägen, was für das gemeinsame Kind am besten ist. In einigen Fällen ist daher zum Wohle des Kindes das Übertragen der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein sinnvoll. Diese Entscheidung müssen Eltern nicht alleine treffen. Sie haben Anspruch auf Beratung durch das Jugendamt, das sie beim Entwickeln eines einvernehmlichen Konzepts für das Wahrnehmen der elterlichen Sorge unterstützt. Diese Beratung bieten auch freie Träger der Jugendhilfe, etwa kirchliche oder gemeinnützige Einrichtungen, an."

Biggi0001 hat geschrieben:
Das hier:
Zitat:
eventuell beim Jugendamt dann sehr vorsichtig fragen, ob es amchbar ist, dass du den Kindsvater angibst, Unterhaltsvorschuss beantragst und die halt erst zu einem gewissen Datum (also dann wenn du umgezogen bist) anfangen, das Geld bei ihm einzutreiben; dann wird er es schwerer haben, dich zu nerven;

halte ich schlicht für Quatsch. In dem Moment wo er als Vater feststeht, ist er unterhaltspflichtig (eigentlich sogar schon während der Schwangerschaft), da wird das Jugendamt nicht unnötig in Vorlage gehen (warum auch?).


Ganz einfach, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass das JA Unterhaltsvorschuss zu zahlen hat, wenn die Schwangere angibt, dass das mit dem Unterhalt vom KV schlecht läuft:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/fam ... ew=DEFAULT
"Unterhaltsvorschuss erhalten Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten."

Das der KV der Schwangeren ein empfindliches Übel androht, damit sie keinen Unterhalt einfordert, ist meiner Einschätzung nach hinreichend als Begründung, warum die Schwangere das mit dem Unterhalt eintreiben erstmal nicht selber angeht; völlig unabhängig davon, ob es jetzt Nötigung ist.

Biggi0001 hat geschrieben:
Und eine Nötigung steht meiner Meinung nach auch nicht im Raum - das geteilte Sorgerecht steht ihm sowieso zu und natürlich hat er das Recht, den Umgang einzuklagen wenn die Mutter da nicht willig ist. Es gehört nämlich zu den Pflichten des Sorgeberechtigten, dafür zu sorgen dass der andere Elternteil den Umgang hat, der ihm auch zusteht.


Nicht Umgangsrecht und Sorgerecht verwechseln; Umgangsrecht verweigern ist tatsächlich schwierig; gegen gemeinsames Sorgerecht kämpfen, weil man vermeint, der Kindsvater sei eine solche Null, dass das dem Kind nicht gut tue, ist hingegen prinzipiell machbar, sofern man das mit der "eine solche Null" vor dem Familiengericht gut begründen kann.

Und Nötigung, warum sollte es denn keine sein? Androhung empfindliches übel erfüllt, zu einem Tun oder Unterlassen erfüllt, Herrschaft über das angerohte Mittel tatsächlich vorhanden und der Bedrohten auch gegenüber den Eindruck erweckt; Verwerflichkeit? Tja, immer so eine Sache; aber das dem Kindeswohl dienende Sorgerecht als Druckmittel nutzen, um zum Schaden des Kindes keinen Unterhalt zu zahlen, schätze ich halt als ziemlich eindeutig ein.

Aber ich lasse mich gerne belehren.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 09:41 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.06, 16:05
Beiträge: 5332

Themenstarter
ExDevil67 hat geschrieben:
Solange er also nicht droht das als Waffe zu nutzen um der Mutter das Leben schwer zu machen, dürfte da im ersten Moment nix zu machen sein.


Genau das soll er aber angedroht haben, damit er keinen Unterhalt zahlen muss. Ob sie es nachweisen kann, ist natürlich nicht gewiß.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 11:49 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 3763
carn hat geschrieben:

Ganz einfach, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass das JA Unterhaltsvorschuss zu zahlen hat, wenn die Schwangere angibt, dass das mit dem Unterhalt vom KV schlecht läuft:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/fam ... ew=DEFAULT
"Unterhaltsvorschuss erhalten Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten."

Das der KV der Schwangeren ein empfindliches Übel androht, damit sie keinen Unterhalt einfordert, ist meiner Einschätzung nach hinreichend als Begründung, warum die Schwangere das mit dem Unterhalt eintreiben erstmal nicht selber angeht;

Für Unterhaltsvorschuss dürfte aber ein "ich will das nicht angehen um keinen Ärger zu bekommen" nicht reichen. Ich habe mir grade mal einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss angeschaut und da wird explizit nach eigenen erfolglosen Aktivitäten an Unterhalt zu kommen gefragt, inkl Nachweisen.
Zumal sich die Mutter ja nur indirekt selber kümmern muss. Titulierung kann über das Jugendamt laufen und bei Nichtzahlung hilft der Gerichtsvollzieher.

carn hat geschrieben:
Nicht Umgangsrecht und Sorgerecht verwechseln; Umgangsrecht verweigern ist tatsächlich schwierig; gegen gemeinsames Sorgerecht kämpfen, weil man vermeint, der Kindsvater sei eine solche Null, dass das dem Kind nicht gut tue, ist hingegen prinzipiell machbar, sofern man das mit der "eine solche Null" vor dem Familiengericht gut begründen kann.

Cave, was man persönlich vom Ex-Partner hält ist bei der Frage gemeinsames Sorgerecht egal. Da wird man wenn wie schon angesprochen den Nachweis führen müssen das die Gegenseite nicht in der Lage / gewillt ist mit einem zusammen im Interesse des Kindes zu entscheiden.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.17, 14:16 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.06, 16:05
Beiträge: 5332

Themenstarter
ExDevil67 hat geschrieben:
Für Unterhaltsvorschuss dürfte aber ein "ich will das nicht angehen um keinen Ärger zu bekommen" nicht reichen. Ich habe mir grade mal einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss angeschaut und da wird explizit nach eigenen erfolglosen Aktivitäten an Unterhalt zu kommen gefragt, inkl Nachweisen.
Zumal sich die Mutter ja nur indirekt selber kümmern muss. Titulierung kann über das Jugendamt laufen und bei Nichtzahlung hilft der Gerichtsvollzieher.


Ein Eintrag "Der Kindsvater hat als das Thema aufkam, gegen mich aus meiner Sicht eine versuchte Nötigung begangen und die Widerholung angekündigt, falls ich es erneut versuchen sollte" muss da nicht unzureichend sein.

Manchmal ist die Ausrede "Ich bin meinen vom Gesetz eigentlich bestehenden Pflichten nicht nachgekommen, weil ich diesbezüglich schon mal meiner Einschätzung nach Opfer einer Straftat wurde, und Grund zu Befürchtung habe, wieder Opfer zu werden" ja ausreichend. Wenigstens beim JA nachfragen dürfte nicht verkehrt sein, wie die sowas sehen.

ExDevil67 hat geschrieben:
carn hat geschrieben:
Nicht Umgangsrecht und Sorgerecht verwechseln; Umgangsrecht verweigern ist tatsächlich schwierig; gegen gemeinsames Sorgerecht kämpfen, weil man vermeint, der Kindsvater sei eine solche Null, dass das dem Kind nicht gut tue, ist hingegen prinzipiell machbar, sofern man das mit der "eine solche Null" vor dem Familiengericht gut begründen kann.

Cave, was man persönlich vom Ex-Partner hält ist bei der Frage gemeinsames Sorgerecht egal. Da wird man wenn wie schon angesprochen den Nachweis führen müssen das die Gegenseite nicht in der Lage / gewillt ist mit einem zusammen im Interesse des Kindes zu entscheiden.


Sagte ich doch; man muss die Behauptung, er sei eine solche Null, dass das dem Kind nicht gut tue, gut begründen können.

Frage ist halt nur, taugt ein "Er hat mich unter Androhung der missbräuchlichen Ausnutzung der Möglichkeit des Einklagens des Sorgerechts versucht, zum Schaden für das Kind zu nötigen, um dessen Wohl willen er gerade das Sorgerecht einfordert" da eher gut oder eher weniger gut, um zu begründen, dass es dem Kind eher nicht dienlich ist, wenn der Kindsvater vom Sorgerecht Gebrauch macht.

Also, wenigstens bei der Nötigung war es wohl nicht gut, dass der Kindsvater durch das Sorgerecht Einfluss hatte, da da unmittelbar der Anspruch des Kindes auf Unterhalt und das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner biologischen Abstammung gezielt beabsichtigt durch den Kindsvater gefährdet wurde (ggf. hätte die Nötigung ja Erfolg haben können,so dass die Mutter aufgrund der Nötigung den Kindsvater nicht angibt, was dann eben diese Folgen gehabt hätte).

Ist eine eindeutig missbräuchliche Nutzung des Sorgerechts bzw. der Möglichkeiten diesbezüglich eher unzureichend als Begründung gegen ein gemeinsames Sorgerecht?

Und abgesehen davon, als eher allgemeiner Frage, wäre es nicht eher "ungerecht", wenn ein Kindsvater sich vor der Geburt wie der letzte Abschaum benehmen kann und sogar eine Abtreibung einfordern kann, aber die Mutter, die sich dem Druck gerade so erwehren konnte, wird dann vom Gesetz her gezwungen mit ihm trotzdem die Versöhnung zu suchen, auch wenn das Verhalten nachweisbar ist?

Erschiene mir nicht richtig. Wenigstens wenn nicht eindeutige Signale vom Kindsvater hinsichtlich einer Verhaltensänderung kommen; das kann er dann ja machen, wenn er Post vom JA hinsichtlich der Unterhaltsforderungen bekommt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
©  Forum Deutsches Recht 1995-2017. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Lesen Sie hier unsere Mediadaten!