Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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GLu
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Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Beitrag von GLu » 21.02.19, 17:50

Guten Tag

Nehmen wir einmal an, es werden gegenseitig Vermögensaufstellungen ausgetauscht.
Wenn dabei Immobilien gelistet sind, könnte ja jeder Partner die Zeitwertangabe der
Immobilie des anderen in Zweifel ziehen.

Wie ist die Vorgangsweise in solchen Fällen ? Muß der "zweifelnde" Partner/Anwalt das
Gericht bitten, einen Sachverständigen zur Wertermittlung zu bestimmen ? Oder muß
er das nur dem Gericht gegenüber äußern und das Gericht beauftragt von sich aus
einen Sachverständigen ? Wer trägt die Kosten dieser Wertermittlung, der Zweifelnde ?

GLu
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Re: Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Beitrag von GLu » 25.02.19, 22:34

Nachdem hierzu so großes Schweigen herrscht, vielleicht anders gefragt:

"Was steht in einem Scheidungsantrag ?"
Irgendwas zum Thema Zugewinnausgleich ?

ralph12345
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Re: Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Beitrag von ralph12345 » 28.02.19, 12:55

Die gerichtliche Scheidung kommt ohne Zugewinnausgleich aus, wenn das nicht gewünscht wird. Wenn die Parteien einen Zugewinnausgleich machen wollen, dann müssen sie das regeln. Das kann losgelöst vom Scheidungsverfahren ganz privat zwischen den Eheleuten passieren, das kann mit Anwalt oder notarieller Hilfe vonstatten gehen, das kann aber auch im Rahmen des Scheidungsverfahrens mit gelöst werden. Je mehr Parteien da involviert sind, desto teurer wird das. Gutachter kosten ebenso Geld wie Anwälte.

Wenn der Zeitwert strittig ist, liegt es nahe einen Gutachter zu bestellen. Dessen Gehalt fehlt hinterher auf dem Konto der Partei, die ihn bezahlt, das wiederum geht in den Zugewinnausgleich ein, de facto zahlen das dann beide, wenn man denn den ZA auf Heller und Pfennig genau berechnen möchte. Man kann sich auch einigen und die Kosten für den Gutachter einfach teilen. Oder man kann zwei Anwälte beschäftigen, die die Kosten hin und her schieben, das macht es am Ende nicht ein Stück billiger, dafür kommen allerdings die Anwaltskosten dazu.

SusanneBerlin
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Re: Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Beitrag von SusanneBerlin » 28.02.19, 13:50

GLu hat geschrieben:Nachdem hierzu so großes Schweigen herrscht, vielleicht anders gefragt:

"Was steht in einem Scheidungsantrag ?"
Irgendwas zum Thema Zugewinnausgleich ?
Erstes Suchergebnis einer Internetsuche "was steht im scheidungsantrag":
Der Scheidungsantrag ist ein gerichtlicher Antrag und kann von Fall zu Fall unterschiedliche Einzelanträge enthalten, je nachdem, ob „lediglich“ die Ehescheidung erfolgen soll oder ob zusätzlich auch andere Sachverhalte geregelt werden sollen (z.B. der nacheheliche Unterhalt, die Durchführung des Zugewinnausgleichs oder das Umgangs- und Sorgerecht für gemeinsame minderjährige Kinder).
Quelle: http://www.lebenslage-scheidung.de/Sche ... ntrag.html
Grüße, Susanne

GLu
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Re: Vermögen am Stichtag (Zustellung SchA)

Beitrag von GLu » 01.03.19, 11:36

ralph12345 hat geschrieben:... einen Gutachter zu bestellen. Dessen Gehalt fehlt hinterher auf dem Konto der Partei, die ihn bezahlt, das wiederum geht in den Zugewinnausgleich ein ...
Einspruch (eines Laien):

Der Zugewinnausgleich basiert auf dem Tag des Eingangs des Scheidungsantrags.
Wird danach ein Einzel-Wert bestritten, der in der Aufstellung des Vermögens
beinhaltet ist, kann das m.M.n. die Vermögensaufstellung nicht mehr berühren.
Ich meine dabei nur evtl. SV-Kosten (Bankkonto), nicht die "Wertpositionen" an
sich. Es würde kostenmäßig also nur den treffen, der letztlich in seiner Wert-
schätzung falsch liegt. Eine Änderung einer Vermögensposition fließt natürlich
berichtigend in die Aufstellung ein.

Es stellt sich für mich dann nur noch die Frage, ob die Kosten auf den abgewälzt
werden können, der einen Einzelwert zu niedrig angegeben hat, egal wer einen
SV eingeschaltet hat.

Beispiel:

Eine Immobilie wird von B (Beklagter) mit 500.000 € angegeben. A (Kläger)
bestreitet den Wert und behauptet einen höheren Wert als angegeben.

Fall 1: A beauftragt einen SV. Der benennt den Wert mit 450.000 €
Fall 2: A beauftragt einen SV. Der benennt den Wert mit 500.000 €
Fall 3: A beauftragt einen SV. Der benennt den Wert mit 550.000 €

Nach meiner Logik trüge A die SV-Kosten in den Fällen 1 und 2, nur im Falle 3
(zu niedrig angegeben) müßte der Beklagte (B) die SV-Kosten tragen. Ob meine
Logik stimmt ?

Grüße nach Berlin

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