Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Robinson-64
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Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von Robinson-64 » 01.03.19, 16:24

Guten Abend,

und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Ich hatte eine Affäre in Tschechien, und jetzt ist die junge Frau schwanger.

Sie erzählte mir das, bzw. schrieb eine EMail, und dass das aber kein Problem sei, da sie das Kind wegmachen lassen möchte.
Also kurz gesagt, informierte sie mich nur,ohne jegliche Forderungen.

Nun lebe ich aber mit einer "anderen" Frau ( 39 Jahre )
hier in Deutschland zusammen, und leider ist uns der Kinderwunsch verwehrt, da sie
keine Kinder bekommen kann.
Das hat medizinische Gründe.

Wir wünschen uns nun Kinder, und jetzt ist die Affäre in Tschechien passiert, und ich habe meiner Freundin / Lebensgefährtin davon erzählt, dass die Frau schwanger sei, und das Kind nicht haben möchte.

Kurz gesagt hat meine Lebensgefährtin da selbst den Vorschlag gemacht, die "andere Frau" doch einmal zu fragen, ob sie das Kind anstatt wegzumachen, an mich zur Adoption freigibt.

Ich schrieb also der Frau eine EMail, und sie ist grundsätzlich nicht abgeneigt, sieht sich aber nur leichte Schwierigkeiten wegen "beruflicher Fehlzeiten", d.h. dass sie einige Tage im Krankenhaus verbingen müßte, würde wohl der Arbeitgeber nicht so gut finden.

Aber ansonsten wäre sie damit einverstanden, wenn ich das Kind, dessen biologischer Vater ich ja bin, adoptiere.

Weiß jemand, wie das geht.

Die Frau möchte das Kind in Tschechien zur Welt bringen, da sie kein Deutsch spricht.

Wir selbst haben in English communiziert, was wir beide "fluently" sprechen.

Außerdem ist es sicherlich auch in Tschechien unbürokratischer, was Behörden anbetrifft.

Das Kind soll dann bei mir und meiner Lebensgefährtin in Deutschland leben.

FM
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von FM » 01.03.19, 16:37

Das ist offensichtlich eine Frage des tschechischen Rechts und damit im Forum "deutsches Recht" fehl am Platze. Der deutsche Gesetzgeber und hiesige Behörden/Gerichte können natürlich nicht dem Nachbarland Vorschriften machen.

lottchen
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von lottchen » 01.03.19, 16:43

Wenn Du die Vaterschaft anerkennst ist es ohnehin "Dein" Kind. Das kannst Du nicht adoptieren, es ist ja Dein leibliches Kind. Falls Du Deine Freundin mal heiratest kann sie dann später das Kind adoptieren wenn sie das möchte.
Als unverheiratetes Paar um die 40 hier in D dürftet Ihr keine Chance auf die Adoption eines Babys haben. In D kann man als Ehepaar ein Kind adoptieren oder als Einzelperson, aber nicht als unverheiratetes Paar. Und wie gesagt mit 39Jahren dürfte die Chance sehr gering sein. Keine Ahnung wie das in Tschechien ist, aber sicher nicht viel anders. Also über die Adoptionsschiene zu gehen ist meines Erachtens viel zu ungewiss, viel zu teuer und die Chancen sind viel zu gering. Und Du als leiblicher Vater hast doch da viel bessere Möglichkeiten.

SusanneBerlin
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von SusanneBerlin » 01.03.19, 17:14

Aber ansonsten wäre sie damit einverstanden, wenn ich das Kind, dessen biologischer Vater ich ja bin, adoptiere.
Ja warum den einfachen Weg gehen wenn es auch kompliziert geht.

Der einfache Weg: Es IST doch dein Kind. Du brauchst dich nur in die Geburtsurkunde als Vater eintragen lassen, was ja auch der Wahrheit entspricht und so vorgesehen ist.

Ich weiß nicht wie das mit dem gemeinsamen Sorgerecht in Tschechien ist und welche Behörden man einbinden muss um das Kind nacb Deutschland zu holen. Möglicherweise lässt sich auch dies viel einfacher bewerkstelligen, wenn die Geburt in Deutschland stattfinden würde und das Kind von Anfang an in Deutschland registriert werden würde.

Die deutsche Staatsangehörigkeit erhält dein Kind sowieso, egal wo es geboren wird, wenn du Deutscher bist.
StAG § 4 hat geschrieben:Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)
§ 4
(1) Durch die Geburt erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Ist bei der Geburt des Kindes nur der Vater deutscher Staatsangehöriger und ist zur Begründung der Abstammung nach den deutschen Gesetzen die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft erforderlich, so bedarf es zur Geltendmachung des Erwerbs einer nach den deutschen Gesetzen wirksamen Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft; die Anerkennungserklärung muß abgegeben oder das Feststellungsverfahren muß eingeleitet sein, bevor das Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat.
Grüße, Susanne

karli
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von karli » 01.03.19, 17:31

Und da ist nicht vielleicht eine Leihmutterschaft im Spiel? :engel:
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

lottchen
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von lottchen » 01.03.19, 17:33

Wo das Kind geboren wird ist meines Erachtens egal. Es hat die deutsche und tschechische Staatsbürgerschaft und kann genausogut beim Vater wie bei der Mutter aufwachsen. Wo auch immer das auf der Welt ist. Welche Behörde soll da noch eingebunden werden? Vater beantragt Reisepaß für das deutsche Kind (was nur geht wenn die Vaterschaft vorher anerkannt wurde und die Mutter zustimmt, das geht aber schon vorgeburtlich) und holt das Kind nach D (oder die leibliche Mutter bringt es eben). Dann wächst es hier auf und gut ist. Man sollte rechtsgültig vereinbaren, dass die Mutter auf ihr Sorgerecht verzichtet und der Vater auf Unterhalt. Problematisch könnte es allerdings werden wenn es sich die Mutter nach der Geburt anders überlegt...Man sollte auch vorher abklären, welche Vereinbarung überhaupt gültig sein kann und welche sittenwidrig wäre.

ExDevil67
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von ExDevil67 » 01.03.19, 18:22

Man sollte evtl auch mal betrachten wie sich dann der Alltag mit Kind in D gestalten würde. Irgendwer wird sich ja tagsüber um das Kind kümmern müssen und wird dementsprechend nicht arbeiten können. Das beide Schichtdienst haben und die Dienstpläne so perfekt abgestimmt werden können da immer einer Zeit hat, dürfte unwahrscheinlich sein.

Wenn er sich Vollzeit um das Kind kümmert, wäre alles einfach. Soll sie hingegen die Rolle übernehmen, dürfte das ungleich komplizierter werden. Es ist formal nicht ihr Kind und man ist nicht verheiratet. Ergo gibt's kein Mutterschutz, kein Elterngeld, Familienversicherung kommt sie auch nicht rein und die Aufzählung dürfte nicht abschließend sein.

winterspaziergang
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von winterspaziergang » 01.03.19, 23:00

ExDevil67 hat geschrieben:Man sollte evtl auch mal betrachten wie sich dann der Alltag mit Kind in D gestalten würde. Irgendwer wird sich ja tagsüber um das Kind kümmern müssen und wird dementsprechend nicht arbeiten können. Das beide Schichtdienst haben und die Dienstpläne so perfekt abgestimmt werden können da immer einer Zeit hat, dürfte unwahrscheinlich sein.

Wenn er sich Vollzeit um das Kind kümmert, wäre alles einfach. Soll sie hingegen die Rolle übernehmen, dürfte das ungleich komplizierter werden. Es ist formal nicht ihr Kind und man ist nicht verheiratet. Ergo gibt's kein Mutterschutz, kein Elterngeld, Familienversicherung kommt sie auch nicht rein und die Aufzählung dürfte nicht abschließend sein.
Wieso sollte es kein Elterngeld für das leibliche Kind für den Mann geben? Wieso sollte eine Ehefrau nicht in die Familienversicherung kommen?
Die Adoption eines Säuglings für ein Paar mit 39/40 Jahren mag ein Problem sein- hier würde die Partnerin, eventuell Ehefrau das leibliche Kind des Mannes adoptieren wollen. Das dürfe eine andere Würdigung der Umstände notwendig machen- und dann gäbe es auch Elternzeit für die (Adoptiv)Mutter.

ExDevil67
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von ExDevil67 » 02.03.19, 08:26

So wie das verstanden habe sind die beiden aktuell nicht verheiratet. Sobald sich das ändert, ja dann lösen sich die von mir genannten Themen in Luft auf.

CDS
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von CDS » 01.04.19, 14:40

[quote="ExDevil67"] Sobald sich das ändert, ja dann lösen sich die von mir genannten Themen in Luft auf.[/quote]

Nur teilweise. Elternzeit bekommt SIE trotzdem nicht - es ist ja nicht ihr Kind ....

winterspaziergang
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von winterspaziergang » 01.04.19, 16:41

CDS hat geschrieben:
ExDevil67 hat geschrieben: Sobald sich das ändert, ja dann lösen sich die von mir genannten Themen in Luft auf.
Nur teilweise. Elternzeit bekommt SIE trotzdem nicht - es ist ja nicht ihr Kind ....
:arrow: .
.. hier würde die Partnerin, eventuell Ehefrau das leibliche Kind des Mannes adoptieren wollen. Das dürfe eine andere Würdigung der Umstände notwendig machen- und dann gäbe es auch Elternzeit für die (Adoptiv)Mutter.
Dann schon.

Evariste
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von Evariste » 01.04.19, 17:25

Tatsächlich gibt es einen Anspruch auf Elterngeld bereits ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des zu adoptierenden Kinds in den eigenen Haushalt (Adoptionspflege, üblicherweise 1 Jahr), nicht erst ab dem Zeitpunkt, zu dem die Adoption wirksam wird. Siehe § 1 Abs. 3 Nr. 1 BEEG.

Oktavia
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von Oktavia » 03.04.19, 06:01

CDS hat geschrieben:
ExDevil67 hat geschrieben: Sobald sich das ändert, ja dann lösen sich die von mir genannten Themen in Luft auf.
Nur teilweise. Elternzeit bekommt SIE trotzdem nicht - es ist ja nicht ihr Kind ....
Und wieso bekommen dann z.B. Großmütter Elterngeld?
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Hertha1892
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Re: Möchte mein eigenes Baby adoptieren

Beitrag von Hertha1892 » 03.04.19, 07:03

Schauen wir doch einfach ins Gesetz:

(3) Anspruch auf Elterngeld hat abweichend von Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 auch, wer

mit einem Kind in einem Haushalt lebt, das er mit dem Ziel der Annahme als Kind aufgenommen hat,

ein Kind des Ehegatten, der Ehegattin, des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin in seinen Haushalt aufgenommen hat oder

mit einem Kind in einem Haushalt lebt und die von ihm erklärte Anerkennung der Vaterschaft nach § 1594 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs noch nicht wirksam oder über die von ihm beantragte Vaterschaftsfeststellung nach § 1600d des Bürgerlichen Gesetzbuchs noch nicht entschieden ist.

Für angenommene Kinder und Kinder im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 sind die Vorschriften dieses Gesetzes mit der Maßgabe anzuwenden, dass statt des Zeitpunktes der Geburt der Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes bei der berechtigten Person maßgeblich ist.

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__1.html

Grüße Hertha1892

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