Unterhaltsberechnung

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Saar_Sternchen
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Unterhaltsberechnung

Beitrag von Saar_Sternchen » 29.04.19, 09:05

Hallo ihr Lieben,

folgender fiktiver Fall:
A und B waren 15 Jahre verheiratet. Im Jahr 2017 erfolgte die Scheidung, Ehemann B hat das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes C auf A übertragen (alleiniges Sorgerecht liegt bei der Mutter). Seit der Trennung zahlt B Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Seit Ende 2018 gibt es zwischen B und C keinerlei Kontakt mehr, auch nicht an Weihnachten oder am Geburtstag.

A hat nun Post vom Anwalt von B bekommen, dass B aufgrund seiner Erkrankung Arbeitslosengeld bezieht und daher nur den Mindestsatz Kindesunterhalt zahlen kann. So weit so gut.
Die Anwältin schreibt auch, dass B Erwerbsminderungsrente beantragen wird und dann auch den Mindestsatz nicht zahlen könne.

Welche Ansprüche kann A dann geltend machen?
Wie verhält es sich mit Vermögen von B? Er hat bei der Scheidung von A 60.000 Euro als Anteil für das damals gemeinsam erworbene Haus bekommen.

LG

SusanneBerlin
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Re: Unterhaltsberechnung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 09:16

Hallo,
Welche Ansprüche kann A dann geltend machen?
A kann grundsätzlich immer noch Kindesunterhalt geltend machen bis das Kind 18 Jahre alt ist.

Die Gerichte gehen davon aus, dass bei einer kurzzeitigen Arbeitslosigkeit bis ca. 6 Monate der Kindesunterhalt in der bisherigen Höhe weiter gezahlt werden kann, dafür sind auch Ersparnisse einzusetzen.

Können A und B sich nicht über die Höhe des Kindesunterhalts einigen und ist der Unterhalt bisher noch nicht tituliert, dann hat A die Möglichkeit, eine Titulierung des Unterhalts einzufordern. Entweder über die Einbeziehung des Jugendamtes, oder durch eine gerichtliche Klage.
Grüße, Susanne

Saar_Sternchen
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Re: Unterhaltsberechnung

Beitrag von Saar_Sternchen » 29.04.19, 11:36

Die Gerichte gehen davon aus, dass bei einer kurzzeitigen Arbeitslosigkeit bis ca. 6 Monate der Kindesunterhalt in der bisherigen Höhe weiter gezahlt werden kann, dafür sind auch Ersparnisse einzusetzen
Gehen wir mal davon aus, dass B an Darm- und Prostatakrebs erkrankt ist und einen künstlichen "Seitenausgang" hat, der nicht zurückverlegt werden kann... eine "kurzfristige Arbeitslosigkeit" ist also nicht gegeben.
Die Ersparnisse müssen also eingesetzt werden??

Mich wundert auch, warum B Erwerbsminderungsrente beantragt und nicht EU-Rente... irgendeine Idee?

A sollte sich also auf jeden Fall ans Jugendamt wenden oder??

LG

SusanneBerlin
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Re: Unterhaltsberechnung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 11:41

Mich wundert auch, warum B Erwerbsminderungsrente beantragt und nicht EU-Rente... irgendeine Idee?
Ganz einfach weil es die EU-Rente seit 1.1.2001 nicht mehr gibt.

Jetzt gibt es nur Rente wegen Erwerbminderung, wobei man unterscheidet volle Erwerbsminderung und teilweise Erwerbsminderung.
Grüße, Susanne

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