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recht.de • Thema anzeigen - Rechnung - Kunde zahlt nicht
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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 06.01.17, 11:35 
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PetrOs hat geschrieben:
Hallo,
Am Tag nach der Bestellung meint er, er habe die Rechnung bezahlt, indem er ein Überweisungsschein bei seiner Bank eingeworfen hat.

Hallo

Ich beziehe mich auf den Überweisungsschein / Überweisungsbeleg. Ich bin davon ausgegangen, dass sich der TE den hat vorlegen lassen. Da die Überweisung nicht durchgeführt wurde muss es sich ja um einen Fake handeln.

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Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 06.01.17, 13:44 
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Es wäre nicht der erste Kunde, der
rabenthaus hat geschrieben:
er habe die Rechnung bezahlt, indem er ein Überweisungsschein bei seiner Bank eingeworfen hat
gesagt hat und eigentlich meinte: Ich werde die Rechnung in den nächsten Tagen bezahlen.
Es mag sein, dass hier eine Unterschlagung vorliegt. Meines Erachtens reichen die Indizien hierzu aber noch nicht aus.
Wenn mit jedem zahlungsunwilligen Kunden sich die Polizei beschäftigen müsste, dann hätten die viel zutun.

Man sollte erstmal die gesetzlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen.

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit." Zitat Mark Twain


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 06.01.17, 13:57 
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ktown hat geschrieben:
Es mag sein, dass hier eine Unterschlagung vorliegt.

Nein, das mag nicht sein. Der im Raum stehende Tatvorwurf lautet Betrug, nicht Unterschlagung

Der Käufer hat sich die Ware nicht rechtswidrig angeeignet (=Unterschlagung), sondern die Ware wurde ihm vom Käufer freiwillig überlassen (zugeschickt), weil der Käufer darüber täuschte, dass er die Ware bezahlen werde (=Betrug).

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 06.01.17, 16:00 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
weil der Käufer darüber täuschte, dass er die Ware bezahlen werde
was bisher noch nicht bewiesen ist. Daher
ktown hat geschrieben:
Man sollte erstmal die gesetzlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 06.01.17, 17:07 
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Beiträge: 5989
SusanneBerlin hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:
Es mag sein, dass hier eine Unterschlagung vorliegt.

Nein, das mag nicht sein. Der im Raum stehende Tatvorwurf lautet Betrug, nicht Unterschlagung

Der Käufer hat sich die Ware nicht rechtswidrig angeeignet (=Unterschlagung), sondern die Ware wurde ihm vom Käufer freiwillig überlassen (zugeschickt), weil der Käufer darüber täuschte, dass er die Ware bezahlen werde (=Betrug).


Die Frage ist: Wer ist Eigentümer der Ware?

Normalerweise behält sich der Verkäufer das Eigentum bis zur vollständigen Bezahlung vor. Wenn sich der Käufer die Ware zueignet, z.B. unberechtigt weiterverkauft, begeht er sehr wohl eine Unterschlagung und eignet sich die Ware rechtswidrig zu. Bloß die "Wegnahme" braucht es bei der Unterschlagung nicht.

Das wäre ggf. tatmehrheitlich zum vorangegangenen Betrug. Falls der Betrug sich nicht nachweisen lässt, bliebe die Strafbarkeit wegen Unterschlagung sozusagen als Auffangtatbestand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 04:08 
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Öhm... Erde an Forum...

Da bestellt jemand B2B Ware auf Rechnung - und hat nach 20 Tagen noch keine Wertstellung auf dem Konto :oops: :?:

Zu welcher Staatsanwaltschaft kann ich gehen, wenn ich da nicht sofort verlacht werden will?

Jetzt kann man erzählen, der Kunde habe behauptet etwas in einen Briefkasten geworfen zu haben....
Bitte - sagt mir wo ich damit eine Strafanzeige auf den Weg bringe - ich bitte darum! Bitte! Bitte!

In 12 Jahren ist es mir nie passiert, dass ein Gewerblicher eine Rechnung >1000,-€ bezahlt hätte, bevor er in Verzug war.

Und wenn garnix bezahlt wird stellt die Staatsanwaltschaft mit knapper Begründung nach §170 II StPO ein: Rechnung nicht bezahlen ist kein Straftatbestand.

Dann 'Meldet sich ein Anwalt mit irgendeiner Begründung warum nicht bezahlt werden muss...
nicht bestellt...
nicht geliefert...
..mangelhaft...
..kein Nachweis von...

Was das BGB so an Ausreden auf Lager hat :lachen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 10:02 
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Der Kunde war eine Privatperson, kein Gewerblicher


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 10:16 
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Beiträge: 3776
PetrOs hat geschrieben:
Der Kunde war eine Privatperson, kein Gewerblicher


Man hat einem neuen Kunden, der mehrfach nacheinander und in kurzer Zeit bestellt hat, ohne auch nur einen Zahlungseingang zu haben, Ware im Wert von zwei Monatsumsätzen geschickt.

Nun kommt das Geld nicht und man überlegt, welche drastischen Maßnahmen man ergreifen kann, nachdem man sich selbst nicht abgesichert hat. Ok, kann passieren.

Nach wie vor gilt aber

ktown hat geschrieben:
Man sollte erstmal die gesetzlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen.


...um die Rechnung bezahlt zu bekommen. D.h. Mahnbescheid. Danach kann man weiterschauen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 10:28 
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Über etwas anderes als "gesetzliche Möglichkeiten" reden wir hier im Forum doch sowieso nicht. Auch eine Strafanzeige bei der Polizei ist eine "gesetzliche Möglichkeit", oder ist das etwa illegal. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst, aber das Verhalten des Kunden legt den Schluss schon sehr nahe, dass er nicht vorhat zu bezahlen.

Eine Strafanzeige kostet nichts, und vielleicht rüttelt den Käufer die Strafanzeige insoweit auf, dass er dich noch zahlt. Falls der Käufer überhaupt an der Versendungsadresse zu ermitteln ist. Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass den Käufer unter der angegebenen Adresse keiner kennt und er längst mit der Ware über alle Berge ist.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 10:40 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass den Käufer unter der angegebenen Adresse keiner kennt und er längst mit der Ware über alle Berge ist.
Dann bringt eine Strafanzeige einem die Ware auch nicht mehr zurück. :wink:
SusanneBerlin hat geschrieben:
Auch eine Strafanzeige bei der Polizei ist eine "gesetzliche Möglichkeit", oder ist das etwa illegal.
Nö....aber eventuell mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Wie schon gesagt, wenn jeder Versandhändler bei verzögertem (oder garkeinem Zahlungseingang) sofort eine Strafanzeige aufgeben würde, dann hätten die Beamten für sonst nix mehr Zeit.

Ich konkretisiere mal meine Aussage:

Man sollte erstmal die zivilrechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen.

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"Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit." Zitat Mark Twain


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 10:42 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Über etwas anderes als "gesetzliche Möglichkeiten" reden wir hier im Forum doch sowieso nicht. Auch eine Strafanzeige bei der Polizei ist eine "gesetzliche Möglichkeit", oder ist das etwa illegal. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst, aber das Verhalten des Kunden legt den Schluss schon sehr nahe, dass er nicht vorhat zu bezahlen.


Daher auch der Zusatz "gesetzliche Möglichkeit, um das Geld zu bekommen". Man kann eine Schlussfolgerung haben, vielleicht liegt sie nahe, aber sie ist angesichts der bisher geschilderten Sachlage nicht bewiesen.
Sollte man wirklich jeden Kunden, der nicht gleich zahlt, anzeigen? :shock:

Zitat:
Eine Strafanzeige kostet nichts, und vielleicht rüttelt den Käufer die Strafanzeige insoweit auf, dass er dich noch zahlt. Falls der Käufer überhaupt an der Versendungsadresse zu ermitteln ist. Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass den Käufer unter der angegebenen Adresse keiner kennt und er längst mit der Ware über alle Berge ist.


Es könnte aber auch andere Gründe haben, als das Vorhaben, die Ware nie zu bezahlen. Der Kunde könnte aus welchen Gründen auch immer verhindert sein und seine emails nicht lesen. Einen Brief hat er ja offenbar noch nicht bekommen.
Klar kostet die Strafanzeige nichts. Außer vielleicht den guten Ruf als Verkäufer.

Wer Wert darauf legt, sein Geld zu bekommen, sollte sich - auch angesichts der hier genannten Summe- vorher absichern, statt bei Zahlungsverzögerung gleich strafrechtlich gegen seine Kunden vorzugehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechnung - Kunde zahlt nicht
BeitragVerfasst: 07.01.17, 17:22 
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Hallo

nach meiner Erfahrung gibt es kein besseres Mittel einen säumigen Schuldner zum Zahlen zu bewegen als ein schönes nettes Schreiben an die Staatsanwaltschaft. Ich bin da relativ schrzfrei und trete lieber einmal einen zu viel als einen zuwenig. Wenn man zeitlich unter Druck gesetzt wird mit der Behauptung die Zahlung sei raus und dann passiert überhaupt nichts mehr, dann glaube ich nicht mehr an einen Fehler oder ein Versehen.

Aber jeder muss das für sich selber entscheiden. Mahnbescheid ohne Strafantrag ist auf jeden Fall auch zum mepfehlen. Hauptsache man wird tätig damit man sein Geld eventuell noch bekommt.

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