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recht.de • Thema anzeigen - maximale Studiendauer bis Diplomprüfung?
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BeitragVerfasst: 15.02.11, 22:15 
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Hallo,

folgendes Szenario:

Diplomstudium an einer Universität. "Scheinfrei" nach 10 Semestern. Danach Vollzeitstelle im Ausland im Anschluss an ein Praktikum. Die Diplomarbeit als Abschluss des Studiums ist noch ausstehend.

Rückkehr nach Deutschland erst nach drei Jahren. Wunsch die Diplomarbeit zu schreiben und das Studium abzuschließen.

Während der drei Jahre im Ausland weiter regulär für das Studium immatrikuliert und nicht beurlaubt, somit im 16. Fachsemester. Die Diplomprüfungsordnung regelt in § 10 : "Die Diplom-Hauptprüfung (einschließlich der Diplomarbeit) muss spätestens bis zum Ende des 13. Fachsemesters abgelegt sein. "
Laut Prüfungsamt ist der Prüfungsanspruch verwirkt.

Wie ist die Rechtslage? Ein Langzeitstudium liegt nicht vor, die drei Jahre wurden sinnvoll verbracht...


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BeitragVerfasst: 17.02.11, 10:12 
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Es geht hier nicht darum, ob ein Langzeitstudium vorliegt oder nicht. Obwohl es objektiv der Fall ist. Bei dieser Definition interessiert überhaupt nicht, was der Student wo sinnvoll oder auch nicht sinnvoll gemacht hat.

Fakt ist, dass alle Hochschulen inzwischen Überleitungsregelungen haben, die Diplomstudiengänge sind ja ausgelaufen. Diese Überleitungsregelungen sind bekannt. Sie umfassen normalerweise etwa 1/3 mehr als die Regelstudienzeit. Wer es dann immer noch nicht geschafft hat, der kann möglicherweise in die Bachelor-Studiengänge umgeschrieben werden, eher die Ausnahme, aber gibt es. Jedenfalls ist aber der Zug für eine Diplomhausarbeit endgültig abgefahren.

Chavah


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BeitragVerfasst: 20.02.11, 19:31 
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Chavah hat geschrieben:
Fakt ist, dass alle Hochschulen inzwischen Überleitungsregelungen haben, die Diplomstudiengänge sind ja ausgelaufen. Diese Überleitungsregelungen sind bekannt. Sie umfassen normalerweise etwa 1/3 mehr als die Regelstudienzeit. Wer es dann immer noch nicht geschafft hat, der kann möglicherweise in die Bachelor-Studiengänge umgeschrieben werden, eher die Ausnahme, aber gibt es. Jedenfalls ist aber der Zug für eine Diplomhausarbeit endgültig abgefahren.


Und dennoch ist die Rechtsmäßigkeit dieser Überleitungsregelung meiner Meinung nach höchst fragwürdig, immerhin kommt es einer Enteignung des Studenten gleich, wenn seine Scheine, die er in seinem Diplomstudiengang gemacht hat, plötzlich wertlos werden.
Und so etwas kann ja auch selbst dann passieren, wenn man ihm ermöglicht, in einen Bachelorstudiengang zu wechseln. Denn in einem Bachelorstudiengang werden nicht zwangsläufig alle Scheine benötigt, die es im Diplomstudiengang gab, diese verfallen also durch den Zwangswechsel.

Dann kommt der nächste Punkt, die Regelung ist unfair denjenigen gegenüber die Wehr- oder Zivildienst geleistet haben und dann gleich im Anschluß das Studium begonnen haben. Denn hätten sie diesen nicht leisten müssen, dann hätten sie mindestens 1 Semester früher das Studium beginnen können und somit nun 1 Semester mehr Zeit gehabt. Besonders übel klingt das ja, weil einem während dem Wehrdienst ja immer gebehlsmühlenartig gesagt wurde, daß einem durch die Wehrpflicht keine Nachteile entstehen dürfen. Der Staat hält hier also nicht einmal sein Wort.
Zwar sagt man, daß die Wehr- und Zivildienstleistenden den Studienplatz eher bekommen und nicht so lange auf die Warteliste müssen, aber was ist diese Aussage rückblickend im hier besprochenen Kontext betrachtet wert, wenn es für den entsprechenden Studiengang z.B. gar keine langen Wartelisten gab?

Tja und letzten Endes ist es politisch betrachtet auch noch unwirtschaftlich, denn dem Staat entgeht durch diese Regelung Steuereinnahmen, weil sich durch den Wechsel in den Bachelorstudiengang die Studienzeit noch um ein oder zwei weitere Semester verlängern kann, je nach dem wieviele Bachelorscheine noch erbracht werden müssen, die es im Diplomstudiengang nicht gab. Und wenn, aufgrund der fehlenden Gleichwertigkeit des Bachelorstudiengangs gegenüber dem Diplomstudiengang der Student dann noch einen Masterabschluß macht, dann sind es nochmals 2 weitere Jahre in denen er nicht für den Einsatzzweck, für den er studiert hat, beruflich in einem Vollzeitjob eingesetzt werden kann.
Bei einem brotlosem Job Studiengang mag das nicht ins Gewicht fallen, aber bei einen Ingenieursstudiengang kann der Steuereinnahmensverlust ganz schnell durch nicht eintretende Folgeeffekte in die Millionen gehen.


Allem in allem kann man nur sagen, daß dies die Politik ganz groß verbockt hat. Das der Zug abgefahren sein soll würde ich so, wenn es mein Bier wäre, nicht hinnehmen. Denn das ist auch nur eine Behauptung meist derjenigen, die das so sehen/betrachten wollen. Damit Frauen z.B. zur Bundeswehr dürfen mußte schließlich auch erst vor Gericht erstritten werden, obwohl viele das nicht wollten und nicht einsahen, daß Frauen ein Recht auf den Militärdienst hätten.


Und warum ein Student so lange braucht, das kann ja sehr viele Ursachen haben und muß nicht zwangsläufig an Faulheit oder Inkompetenz liegen.
Man denke nur an Krankheit, Schwangerschaft oder tiefpsychologische Ursachen wie Verlust der Freundin, Familie oder dergleichen.
Und die viel gelobten Härtefallregelungen greifen meines Wissens nach leider nicht bei der Übergangsregelung.


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 10:58 
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Da hat die Politik nun wirklich nichts verbockt. Die Hochschulen geben ihre Prüfungsordnungen in eigener Kompetenz heraus, und sonst niemand. Wielange welche Scheine ihre "Gültigkeit" behalten, ist überprüfbar, ebenso sind die Übergangsregelungen von verschiedenen Prüfungssystemen festgelegt, und jederzeit abrufbar. Eine lebenslange Garantie für eine Bewertung irgendeinen Scheines, die gibt es nun mal nicht, in keiner Ausbildung. Und ein Studium 6 (!) Semester ruhen zu lassen, das ist schon ziemlich heftig.

Anders ausgedrückt: es gibt drei Möglichkeiten, aus dem Studium gekickt zu werden. Die eine ist, man erbringt bestimmte Scheine nicht in einem bestimmten Zeitraum. Die weitere, man fällt wiederholt durchs Staatsexamen. Die dritte ist, dass man die Höchstdauer eines Studiums überschreitet. Das alles ist sauber festgelegt, und nachlesbar. Überraschungsklauseln oder ein plötzliches "auf der Straße stehen", das gibt es nicht.

wirdwerden


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 15:37 
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Chavah hat geschrieben:
Anders ausgedrückt: es gibt drei Möglichkeiten, aus dem Studium gekickt zu werden. Die eine ist, man erbringt bestimmte Scheine nicht in einem bestimmten Zeitraum. Die weitere, man fällt wiederholt durchs Staatsexamen. Die dritte ist, dass man die Höchstdauer eines Studiums überschreitet. Das alles ist sauber festgelegt, und nachlesbar. Überraschungsklauseln oder ein plötzliches "auf der Straße stehen", das gibt es nicht.

wirdwerden



Was für eine Höchstdauer soll das sein? In meiner Prüfungsordnung gab es z.B. gar keine Höchstdauer.
Es gab lediglich eine Anmerkung zur Regelstudienzeit, aber das war nur ein Richtwert, mehr nicht. Eine Begrenzung der maximalen Zeit stand da nirgends drin.
Ich wüßte also nicht, wie man aus so einer Prüfungsordnung ein Recht auf eine Höchstzeitdauerbeschränkung ableiten könnte, man müßte die Prüfungsordnung zu erst ändern und der Student müßte dann auch in diese wechseln, ja, dann könnte man das so machen wie sie sagen.

Ebenso wenig gab es eine Pflicht eine bestimmte Anzahl an Scheinen in einem bestimmten Zeitraum zu erbringen.


Vielleicht war das bei ihnen so, mit einer Höchstdauer und Scheinerbringungspflicht in einem bestimmten Zeitraum, aber ihre Prüfungsordnung kann man nicht pauschal auf allen Hochschulen in Deutschland ableiten, weil es eben nur die Prüfungsordnung ihrer eigenen Hochschule in ihrem Studienfach war.


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 16:33 
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Bei uns ist beides festgelegt. Sowohl die Höchstdauer als auch das letzte Semester, in welchem man noch einen Diplomabschluss machen kann. Auch die Anzahl der Wiederholungen von Scheinen ist inzwischen festgelegt. Also, man schafft einen Schein nicht, man kann dann zweimal wiederholen, allerdings darf nur ein bestimmter Zeitraum zwischen den Wiederholungsveruchen liegen, sonst geht das auch nicht mehr.

In einer Prüfungsordnung für Rechtswissenschaften habe ich kürzlich eine Regelung gefunden, die festlegt, dass man bis zum Semester XY nachfolgende Scheine vorweisen muss....Tut man das nicht, erfolgt die Zwangsexmatrikulation.

Alle Hochschulen, die dem Wechsel vom Diplomsystem zum Bachelorsystem im Rahmen des Bologna-Prozesses unterliegen/unterlagen, haben Übergangsvorschriften geschaffen. Für die "Altstudenten." Diese Übergangsvorschriften waren über Semester bekannt. Weil man die Diplomprüfungen eben auslaufen lässt. Ich habe meine letzten Diplomanwärter vor einigen Tagen geprüft. Alle wussten seit Jahren, dass die Diplomprüfungen auslaufen. Es wurden Beratungen angeboten, individuell, und auch für betroffene Gruppen. Und irgendwann ist dann mal Schluß. Juristisch auch unbedenklich, da hinreichend bekannt, und genug Zeit für den Abschluss ist ja da. Nicht nur die Regelstudienzeit. Sondern bedeutend mehr Zeit. Ich denke mal, dass man von einem angehenden Akademiker verlangen kann, dass er sich nicht nur um sein Fach, sondern auch um seine allgemeinen Studienbelange kümmert.

Chavah


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 16:35 
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Den letzten Satz konnte ich nicht mehr schreiben, war wohl zu lang, meine Antwort. Deshalb jetzt hier:

Nur weil ich ein Studium einer bestimmten Fachrichtung beginne, habe ich keine lebenslange Abschlußgarantie.

Chavah


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 16:58 
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Caesar hat geschrieben:
Und dennoch ist die Rechtsmäßigkeit dieser Überleitungsregelung meiner Meinung nach höchst fragwürdig, immerhin kommt es einer Enteignung des Studenten gleich, wenn seine Scheine, die er in seinem Diplomstudiengang gemacht hat, plötzlich wertlos werden.



"Plötzlich" paßt nicht ganz, wenn es Jahre vorher angekündigt wurde. Allerdings muß die Hochschule nicht weltweit suchen wo sich die Studenten gerade befinden, eine Bekanntmachung in der an der Hochschule festgelegten Form reicht aus. Also z.B. Hinweis am Schwarzen Brett oder auf einer bestimmten Internetseite.

Wenn es nur noch um die Diplomarbeit ging, hätte man die wohl auch im Ausland schreiben können.


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 17:50 
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Alles, wirklich alles war angekündigt. Über den internen Zugang der Studenten auch aus dem Ausland abrufbar. Ich kenne es nicht anders. Nicht nur von meiner Hochschule.

Chavah


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BeitragVerfasst: 21.02.11, 22:28 
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Chavah hat geschrieben:
Auch die Anzahl der Wiederholungen von Scheinen ist inzwischen festgelegt. Also, man schafft einen Schein nicht, man kann dann zweimal wiederholen, allerdings darf nur ein bestimmter Zeitraum zwischen den Wiederholungsveruchen liegen, sonst geht das auch nicht mehr.


Die Anzahl der Wiederholungen für Scheine war auch bei uns schon immer begrenzt, so wie sie es auch beschreiben. Bei uns nannte man das Prüfungsleistungen, die durften auch nur zweimal wiederholt werden, lediglich für Studienleistungen galt dies nicht, die konnten so oft wiederholt werden wie notwendig, aber man konnte die Note dann aber auch nicht mehr verbessern, wenn man die Studienleistung bestanden hatte.

Zitat:
Alle wussten seit Jahren, dass die Diplomprüfungen auslaufen. Es wurden Beratungen angeboten, individuell, und auch für betroffene Gruppen. Und irgendwann ist dann mal Schluß. Juristisch auch unbedenklich, da hinreichend bekannt, und genug Zeit für den Abschluss ist ja da.

Natürlich hängt die Hochschule so etwas aus, sie muß es ja irgendwie bekannt geben, daß sie so etwas einführt.
Aber es stellt sich halt dennoch die Frage der Rechtsmäßigkeit.

Wenn eine Prüfungsordnung geändert wird, dann muß das meines Wissens nach so laufen, daß es eine neue Prüfungsordnung gibt in die dann der Altstudent dann wechseln kann und später dann auch muß, wenn er bis zu einem bestimmten Zeitpunkt sein Diplom noch nicht abgeschlossen hat.
Aber damit dieser Zwangswechsel geht, muß die neue Prüfungsordnung meiner Meinung nach, damit die rechtsmäßigkeit weiterhin gegeben ist, von der Qualität des Abschlußes eben gleichwertig sein und das ist der Bachelor Abschluß halt nicht.
Ein Wechsel von einer Prüfungsordnung zur anderen, wobei der Abschluß weiterhin das Diplom bleibt, würde also gehen, aber der Zwangswechsel in den schlechteren Bachelorabschluß ist eben, wie ich bereits schrieb, eine Enteignung der bereits geleisteten Arbeit, weil dieser selbst eben nicht mit dem Diplom gleichwertig ist.
Der Student hätte also weniger und das kann meinem Rechtsverständnis nach nicht rechtsmäßig sein.
So eine Einstellung des Diplomstudiengangs ist meiner Meinung nur dann rechtsmäßig, wenn es die Prüfungsordnung ermöglicht. In dieser also genau so wie sie es beschrieben haben, eine bestimmte Anzahl an Semestern, die nicht überschritten werden darf, festgelegt ist.
Aber auch dann würde der Student nicht wegen der Einführung des Bachelorstudiengangs das Diplom nicht mehr machen können, sondern eben weil er dann die Prüfungsordnung nicht mehr erfüllt. Das ist also etwas anderes als ein Zwangswechsel.
Dazu muß so eine Prüfungsordnung aber auch erstmal so eine endliche Anzahl von Studiensemestern festgelegt und wenn die alte dies eben nicht tut.
Lediglich bei solchen Prüfungsordnungen hätte man also den Diplomstudiengang auslaufen lassen können.


Und bezügl. der Politik hat es diese insofern verschlafen, weil sie bei der Einführung des Bachelorstudiengangs durchaus eine Regelung für die Diplomstudiengänge hätte schaffen können, in der jeder noch sein Diplom machen kann.
Denn wenn es nur eine Geldfrage war, weil es zu teuer ist, wenn jede Hochschule den Abschluß bis zum Diplom bis zu einem unbeschränkten Zeitraum sicherstellt, dann hätte man zumindest deutschlandweit eine einzige Hochschule auserkoren können, in dem jeder noch sein Diplom machen kann, meinetwegen auch über ein Fernstudium. Aber so wie es jetzt läuft, daß nun einfach Schluß ist, das ist einfach nicht richtig.

Zitat:
Ich denke mal, dass man von einem angehenden Akademiker verlangen kann, dass er sich nicht nur um sein Fach, sondern auch um seine allgemeinen Studienbelange kümmert.


Das kann man so allgemein nicht sagen, weil es vorraussetzt, daß der Student mit beiden Beinen auf festem Boden steht.
Ein Beispiel: Ich wüßte z.B. nicht, wie man von jemandem 200 % Arbeitseinsatz verlangen könnte, wenn dieser z.B. seine komplette Familie verloren hätte.
Da kann das schon passieren, daß es mit dem Studium über Jahre nicht vorwärts geht und dafür gab es auch normalerweise die Härtefälle, aber die werden bei den Übergangsregelungen ja komplett ignoriert.


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BeitragVerfasst: 22.02.11, 09:05 
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nein, es sgibt immer Härtefälle. Aber drei Jahre im Ausland arbeiten, hier einen Studienplatz blockieren, das ist nun mal kein Härtefall. Zumal er ja wusste (oder wissen konnte), wann die Möglichkeit der Abschlußprüfung mit Diplom ausläuft. Wenn er sich nicht dran hält, kein Härtefall ist, dann ist es eben vorbei.

Chavah


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BeitragVerfasst: 25.02.11, 17:46 
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Chavah hat geschrieben:
nein, es sgibt immer Härtefälle.

Nein, wie ich bereits schrieb gibt es für die Diplomumstellung auf Bachelor keine Härtefälle, diese werden in den Übergangsregelungen vollständig ausgeschlossen.
Von wo ich das weiß? Von einem Bekannten der zur Zeit studiert.


Zitat:
Aber drei Jahre im Ausland arbeiten, hier einen Studienplatz blockieren,


Man kann einen Studienplatz überhaupt nicht blockieren.

Denn um einen Studienplatz zu blockieren müßte der Student in den Vorlesungen anwesend sein und auf einem Platz im Saal hocken.
Das tut er aber überhaupt nicht, wenn er arbeitet und nicht in der Vorlesung sitzt.

Es ist sogar so, daß die Hochschulen durch diese arbeitenden Scheinstudenten stark profitieren. Denn für jedes weitere Semester zahlen diese Scheinstudenten die Studien- und Verwaltungsgebühren ohne aber die Leistungen der Hochschule in dieser Zeit in Anspruch zu nehmen. Diese Scheinstudenten sind also für die Hochschule profitbringende Einnahmequellen.

Hier also von einer Studienplatzblockade zu sprechen ist völlig absurd.


Zitat:
Zumal er ja wusste (oder wissen konnte), wann die Möglichkeit der Abschlußprüfung mit Diplom ausläuft. Wenn er sich nicht dran hält, kein Härtefall ist, dann ist es eben vorbei.


Wie ich bereits schrieb ist die Rechtsmäßigkeit dieser Auslaufregelungen höchst fragwürdig, insbesondere gilt das dann, wenn die Hochschule keine Vorlesungen für den Studenten mehr anbieten muß, weil der z.b. alle Scheine gemacht hat und nur noch eine Abschlußprüfung leisten muß.

Eine Abschlußprüfung ist immer eine individuelle Arbeit des einen Studenten und als Unterstützung kriegt er lediglich noch einen Professoren zur Hand, bei dem er dann seine Diplomarbeit macht, aber diese individuelle Unterstützung gibt es so weit mir bekannt auch bei Bachelorabschlüssen, insofern muß man sich eigentlich fragen, was sich für die Hochschule hier überhaupt ändert?
Die Antwort lautet also: "nichts". Von daher ist es sogar von einem Standpunkt der Vernunft blanker Unsinn einfach zu sagen: "So, an dem Tag kann man keine Diplomprüfungen mehr ablegen."
Wenn die Hochschule noch Vorlesungen und Scheine garantieren müßte, ja, dann könnte ich das ja noch verstehen, daß die Hochschule hier Geld und Pesonal einsparen möchte, weswegen sie auf eine Einstellung des Studiengangs pocht, aber bei Indiviualleistungen ist das doch völliger Unsinn.
Mal abgesehen davon, daß der Student dadurch nur noch länger studiert, denn wenn er sein Diplom nicht bekommt, was macht er dann?
Er wechselt natürlich in den Bachelorstudiengang und weil der nicht gleichwertig ist, belegt er danach noch 2 weitere Jahre einen Masterstudiengang.
Volkswirtschaftlich betrachtet und an die Finanzen des Staates denkend ist dadurch also überhaupt nichts gewonnen. Am sinnvollsten wäre es, wenn man dem Studenten seine 3-4 Monate, die er für seinen Diplomabschluß noch benötigt, gewährt, dann hat er sein Diplom in der Tasche und kann für den Staat und die deutsche Wirtschaft gewinnbringend eingesetzt werden, anstatt ihn zwei bis drei weitere Jahre in einem Masterstudiengang Zeit verschwenden zu lassen,
Zeit in der er keine nennenswerten Einnahmen für das BIP leisten kann.


Ich bleibe also bei der Meinung, das Diplom einzustellen ist volkswirtschaftlich betrachtet blanker Unsinn.
Es hätte genügt, das Diplom für die Altstudenten einfach weiterlaufen zu lassen und die neuen nur noch in den Bachelorstudiengang einzuschreiben.
Weitere Maßnahmen wären gar nicht erforderlich gewesen und Mehrkosten würden auch keine anfallen.


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BeitragVerfasst: 26.02.11, 09:06 
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Also, die nächsten 60 Jahre noch den Diplomstudiengang weiterführen, okay. Aber natürlich fallen Mehrkosten an, und zwar ganz erheblich. In unserem Land bekommt die Uni pro Student und Semester etwa (gerundet) 10000,- €. Allein unser Student hier, der das Angebot nicht wahrgenommen hat, hat bisher also 60.000,- € gekostet, den Steuerzahler. Und zwar nur die Kosten berücksichtigt, die direkt an die Hochschule gezahlt werden. Dazu kommen dann noch weitere Kosten und Subventionen.

Chavah


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BeitragVerfasst: 26.02.11, 22:27 
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Na also, wenn das was sie sagen stimmen sollte, weshalb sollte sich die Hochschule also beklagen?
Sie bekommt ja extra Geld, was sie nicht bekommen würde, wenn der Student nicht studieren würde.
Und das zu Zeiten, in denen die Hochschulen sowieso ständig wegen Geldmangel klagen und man Elitehochschulen eingeführt hat, damit diese noch extra Geld für Forschung und Co bekommen.

Und jetzt sagen sie nicht, der Staat hätte kein Geld.
Der stopft Milliarden von Euro in kaputte Banken und wirft den Managern auch noch Bonuszahlungen hinterher, obwohl der Staat als Großaktionär die Möglichkeit hatte, die Verträge richtig auszugestalten, baut Brücken wo keine notwendig sind oder reißt Straßen auf, die erst vor wenigen Wochen wieder saniert wurden.
Usw. was der Staat da an Geld rausschmeißt, damit könnte man ganze Bänder füllen. Und da soll das bischen Geld für Bildung, das zigfach auch durch den Studenten sobald er fertig ist wieder zurückkommt, zu teuer sein? Das ist mit Verlaub lächerlich.
Mal ganz davon abgesehen, daß der Student in der Zeit, in der er nicht studiert, ja arbeitet und somit für Steuereinnahmen auf Seiten des Staates sorgt und zwar mehr, als der Staat in einem Semester an die Hochschulen ausbezahlt.
Gut, das mag jetzt zwar auf den TS nicht ganz zutreffen, wenn er im Ausland arbeitet, aber wenn er im Ausland an der Produktentwicklung beteiligt ist, die sich hier in der Produktion und in Arbeitsplätze niederschlägt, dann profitiert der Staat ebenfalls wieder.

Wie sie also sehen, diese 10000 € pro Semester sind Peanuts.
Ein Ingenieur bekommt Brutto vielleicht 4000 €, etwa die Hälfte davon kriegt der Staat in Form von Steuern, macht also 2000 € pro Monat bzw. 12000 € in einem Semester mit einer Länge von 6 Monaten. D.h. der Staat macht ohne Nebeneffekte durch die Industrie und entwickelte Produkte 2000 € pro Semester plus.
Allein das ist schon Grund genug, den Studenten schnell zu seinem Diplom gelangen zu lassen, anstatt ihn noch 2-3 weitere Jahre in einem Bachelor und Masterstudiengang festzusetzen.

Denn in ihrer Überlegung beziehen sie genau dieses nicht, obwohl ich das schon weiter oben angedeutet habe, wenn der Student aus der Hochschule ohne Abschluß exmatrikuliert wurde, dann bekommt der Staat mitnichten mehr Geld. Er spart dadurch also nicht einmal Geld sondern zahlt am Ende drauf! Die Exmatrikulation ist das mit Abstand teuerste, was der Staat machen könnte.



Sie zählen also Kosten auf, die im großen Zusammenhang gar keine Kosten sind.


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BeitragVerfasst: 27.02.11, 02:13 
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Caesar hat geschrieben:
Denn um einen Studienplatz zu blockieren müßte der Student in den Vorlesungen anwesend sein und auf einem Platz im Saal hocken.
Das tut er aber überhaupt nicht, wenn er arbeitet und nicht in der Vorlesung sitzt.


Nein, es reicht schon wenn er ihn weiterhin beansprucht (indem er sich rückmeldet).

Es sei denn er hätte rechtzeitig mitgeteilt, daß er gar nicht erscheinen wird. Hat er das getan?

Warum erklärt jemand eigentlich sechs Semester lang immer wieder aufs neue seine Rückmeldung, zahlt jedesmal ein paar hundert Euro Gebühren, wenn er bereits weiß daß er gar nicht studieren wird und wissen kann (da öffentlich bekanntgegeben) daß er das Diplom ohnehin nie bekommen wird, nach so langer Zeit?


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