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recht.de • Thema anzeigen - Widerspruch gegen Klausurergebnis Uni NRW
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BeitragVerfasst: 07.10.15, 20:46 
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Beiträge: 36
Folgender Fall: Eine Modulabschlussprüfung im Bachelor - Studium an einer Uni in NRW wird von dem Prüfer mit der Note 5,0 bewertet. Der Prüfer hatte bereits vor der Klausur angekündigt für bestimmte Fehler in der Klausur Minuspunkte zu verteilen. Von der erreichten Punktzahl sollen in diesem Fall 5 oder 10 Punkte abgezogen werden. Der Student fühlt sich durch diesen Bewertungsmaßstab unangemessen beurteilt und möchte der Bewertung und dem Prüfungsergebnis widersprechen. Neben dem Bewertungsmaßstab bemängelt der Student auch die Bewertung von Teillösungen einzelner Aufgaben, die nach Ansicht des Studenten nicht angemessen berücksichtigt wurden. Es stellt sich nun die Frage, welche Rechte der Student bei der Einsicht der Klausur hat.

Darf S. bei der Klausureinsicht die Klausur mit dem Handy fotografieren oder darf S. verlangen, dass ihm eine Kopie seiner Klausur zur Verfügung gestellt wird damit er seinen Widerspruch inhaltlich konkretisieren kann oder darf der Prüfer das kopieren der Klausur verweigern? Kann der Student bei der Klausureinsicht weiterhin verlangen, dass ihm die Bewertung und der Bewertungsmaßstab und die gemachten Fehler von dem Prüfer erläutert werden falls dies nicht eindeutig aus der korrigierten Klausur hervorgeht oder kann der Prüfer eine Erläuterung der Bewertung und des Bewertungsmaßstabs verweigern?

Wie sieht es bei einem Widerspruch gegen das Klausurergebnis aus? Müsste die Bewertung geändert werden wenn der Prüfer Minuspunkte in der konkreten Klausur abgezogen hat oder ist der Bewertungsmaßstab an sich schon fehlerhaft wenn er Minuspunkte vorsieht, dies aber in der konkreten Klausur des Studenten nicht zur Anwendung kam, da der entsprechende Fehler nicht gemacht wurde.

Danke für die Antworten.


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BeitragVerfasst: 07.10.15, 21:28 
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Beiträge: 8178
Wohnort: Mein Körbchen.
Generell: Prüfungsordnung sichten, ob diese oder geleitende Rechtsvorschriften der Universität dazu etwas sagen.

Wenn es ernst genug ist: Anwalt nehmen. Dem ist die Klausur sowieso zur Verfügung zu stellen, dadurch erübrigt sich die Einsichtnahmefrage.

Je nachdem, wie die Universität die Einsichtnahme tatsächlich gestaltet und rechtlich einstuft, ist hier vieles denkbar. Ich kenne Fälle, in denen für die erste Einsichtnahme z.B. das Erstellen von Kopien und Handyfotos etc aus verschiedensten Gründen untersagt wird. Meiner Erfahrung nach macht das sogar tatsächlich in praktischer Hinsicht Sinn bei einer Masseneinsichtnahme. Rechtlich problematisch wird es, falls daraus seitens der Hochschule die Schlussfolgerung gezogen wird, es dürfte später keine Einsicht mehr genommen werden o.ä. In anderen Fällen wird das Abfotografieren oder auch mehr zugelassen.

Der Prüfer muss sein Ergebnis generell begründen. Falls das Klausurkonzept allerdings einen Beurteilungsspielraum vorsieht, entscheidet er innerhalb dieses Beurteilungsspielraums frei.

Beispiel: Multiple-Choice mit Punktemodell: Kein solcher Spielraum. Freie wissenschaftliche Begutachtung ohne abschließende Lösungsskizze - Beurteilungsspielraum.

Genau das könnte bei mehreren Prüfern z.B. sogar rechtlich haltbar dazu führen, dass zwei völlig inhaltsgleiche Klausurbearbeitungen - innerhalb des Beurteilungsspielraums - unterschiedlich bewertet werden.

Schließlich: Prüfungsrecht ist eine komplexe Materie, die kaum etwas mit "Notenverhandlungen" a la Schule zu tun haben. Viele Studenten haben hier grundlegend falsche Vorstellungen. Das bedeutet nicht selten auch bedeutet, dass tatsächliche Rechtsfehler nicht erkannt und genutzt werden und statt dessen Dinge als "unfair" und "rechtswidrig" beanstandet werden, bei denen keine Chance besteht. Ein klassischer Irrtum ist z.B. auch, dass Fehler zu einer Verbesserung der Note führen müssen. Teils sind die Fehler des Prüfers aber folgenlos hinsichtlich der Note, teils kann z.B. auch die Folge eine Unverwertbarkeit der Lösung mit Eröffnung eines neuen Prüfungstermins sein.

Erfahrene Prüfungsrechtler - ich bin keiner - setzen oft an ganz anderen Punkten als die Studenten selbst an.

_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.


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