Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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FinaaL
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Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von FinaaL » 12.06.18, 08:45

Annahme:

Person XYZ erlangt den akademischen Grad des Bachelor of Science mit der Abschlussnote 1,6.

Person XYZ fälscht das Zeugnis in der Abschlussnote von 1,6 auf 1,5 , weil dann anstatt "gut", "sehr gut" oben auf dem Zeugnis drauf steht.

Mit welcher Strafe hat die Person XYZ zu rechnen? Es handelt sich ja nicht um ein komplett gefälschtes Zeugnis, sondern "bloß" um eine "Korrektur" der Note um eine Notenstufe.

Kann der Person der B.Sc. aberkannt werden?

Liebe Grüße

FinaaL
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von FinaaL » 12.06.18, 08:54

sorry bitte verschieben, habe mich im Forum vertan.

Tastenspitz
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von Tastenspitz » 12.06.18, 08:57

Strafrechtlich gesehen ist es eine Urkundenfälschung. Ende.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

FM
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von FM » 12.06.18, 10:00

Weitere Folgen hängen davon ab, zu welchem Zweck das Zeugnis verwendet wurde. Siehe z.B.:

https://www.ra-skwar.de/urteile/LAG%20B ... 025-06.php

ktown
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von ktown » 12.06.18, 10:58

FM hat geschrieben:Weitere Folgen hängen davon ab, zu welchem Zweck das Zeugnis verwendet wurde. Siehe z.B.:

https://www.ra-skwar.de/urteile/LAG%20B ... 025-06.php
Wobei in dem Fall es um die grundsätzliche Qualifikation geht und hier nur um die Manipulation einer Nachkommastelle der Zeugnisnote. Inwieweit diese relevant ist bei der Einstellung in ein Arbeitsverhältnis.....keine Ahnung.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

FM
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von FM » 13.06.18, 19:52

ktown hat geschrieben:Wobei in dem Fall es um die grundsätzliche Qualifikation geht und hier nur um die Manipulation einer Nachkommastelle der Zeugnisnote. Inwieweit diese relevant ist bei der Einstellung in ein Arbeitsverhältnis.....keine Ahnung.
In dem verlinkten Urteil ging es auch nur um die Note, nicht um die Frage ob man die Prüfung überhaupt bestanden hat. Und der Fragesteller sagt ja selbst, es geht nicht um eine Zehntelnote, sondern um eine ganze Notenstufe. Wobei im öffentlichen Dienst oft schon eine Nachkommastelle entscheidend ist.

Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber das Vertrauen in den Beschäftigten verloren haben kann, wenn dieser überhaupt gefälschte Unterlagen verwendet, selbst wenn bei der Einstellung die genaue Note nicht entscheidend gewesen wäre.

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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von Tastenspitz » 14.06.18, 07:06

Der Arbeitsvertrag könnte von Anbeginn an unwirksam sein.
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mondbein
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von mondbein » 07.09.18, 12:01

FinaaL hat geschrieben:Annahme:

Person XYZ erlangt den akademischen Grad des Bachelor of Science mit der Abschlussnote 1,6.

Person XYZ fälscht das Zeugnis in der Abschlussnote von 1,6 auf 1,5 , weil dann anstatt "gut", "sehr gut" oben auf dem Zeugnis drauf steht.
Soweit mir bekannt ist, entspricht eine 1,5 auch schon der Note "gut" - für ein "sehr gut" würde mindestens 1,4(9) benötigt. Wenn ich recht habe, würde die Fälschung alleine deshalb schon auffallen.

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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von ExDevil67 » 07.09.18, 12:15

ktown hat geschrieben:Inwieweit diese relevant ist bei der Einstellung in ein Arbeitsverhältnis.....keine Ahnung.
Gut als Jurist würde man mit einem Bachelor nicht weit kommen. Aber bei denen geht es, grade für Richter und Staatsanwälte, tlw wirklich um die Note ob man eingestellt wird oder nicht.

Celestro
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Re: Zeugnisfälschung des Bachelorgrades

Beitrag von Celestro » 07.09.18, 14:00

FinaaL hat geschrieben:Es handelt sich ja nicht um ein komplett gefälschtes Zeugnis, sondern "bloß" um eine "Korrektur" der Note um eine Notenstufe.
Es geht also um eine Fälschung. Gegenfrage ... jemand legt seine Geldbörse auf eine Bank und schaut zur Seite. Geht man straffrei aus, wenn man nur 1 der insgesamt 10 Fünzig-Euro-Scheine herausnimmt ? :roll:

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