In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

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hambre
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von hambre » 14.12.15, 15:18

PurpleRain hat geschrieben:Bereits ein Blick in § 1 Abs. 3 2. SchwarzArbG stellt klar: Die vom TE beabsichtigte Tätigkeit ist keine Schwarzarbeit.
So klar ist das aus meiner Sicht nicht. Außer dass der Fragesteller selbst behauptet, er mache das aus Gefälligkeit, haben sich bislang keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es sich tatsächlich um eine Gefälligkeit handelt.

Genau darauf zielten ja auch die Rückfragen ab, die eben nicht nur moralischen Charakter, sondern auch rechtliche Relevanz hatten. Letztlich muss nämlich auch ein Außenstehender, der keine Gedanken lesen kann, zu dem Schluss kommen, dass es sich um eine Gefälligkeit handelt.

Flowjob
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von Flowjob » 14.12.15, 16:15

Dinge wie die Sache mit Eintritt und an wen die Gelder geflossen sind, sind ja noch überhaupt nicht geklärt, aber ich würde schon dafür meine Hand ins Feuer legen, dass der unentgeltlich Helfende seine Getränke an dem Abend nicht zahlen musste und schon damit ist die Mitarbeit eben nicht mehr unentgeltlich.

winterspaziergang
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von winterspaziergang » 14.12.15, 16:30

hambre hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:Bereits ein Blick in § 1 Abs. 3 2. SchwarzArbG stellt klar: Die vom TE beabsichtigte Tätigkeit ist keine Schwarzarbeit.
So klar ist das aus meiner Sicht nicht. Außer dass der Fragesteller selbst behauptet, er mache das aus Gefälligkeit, haben sich bislang keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es sich tatsächlich um eine Gefälligkeit handelt.

Genau darauf zielten ja auch die Rückfragen ab, die eben nicht nur moralischen Charakter, sondern auch rechtliche Relevanz hatten. Letztlich muss nämlich auch ein Außenstehender, der keine Gedanken lesen kann, zu dem Schluss kommen, dass es sich um eine Gefälligkeit handelt.
Da der TE seine Wunschantwort bekommen hat, dürften ihn rechtlich relevante Fragen, die lediglich die Sicht von außen auf diesen Konstrukt beschrieben haben, nicht mehr interessieren.

Er schreibt zwar selbst
Sorry, ich find das einfach nur kindisch, bei berechtigten Fragen mit dem Zeigefinger rumzuwuseln und alles in Frage zu stellen, nur weil man nicht in der Lage ist, mal über den eigenen Tellerrand und das eigene Weltbild hinaus zu blicken. Aber wenn Ihr meint, dass Ihr die Wahrheit gepachtet habt und die Welt nur so funktioniert, wie Ihr Euch das vorstellt (nix ohne Kohle), tut Ihr mir leid.
hält sich aber ganz offensichtlich selbst nicht dran- bzw. ihm war nicht klar, dass er sein eigenes Verhalten hier beschreibt.
Seine "Frage" zielte offensichtlich nur draus aus, sich hier eine Absolution abzuholen- und nun hat jemand den Paragraphen genannt, also ist alles gut. Wenn ihm die Beruhigung reicht, farewell.

all-in
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von all-in » 14.12.15, 16:47

hambre hat geschrieben:Außer dass der Fragesteller selbst behauptet, er mache das aus Gefälligkeit, haben sich bislang keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es sich tatsächlich um eine Gefälligkeit handelt.
Was willst du denn noch für Anhaltspunkte sehen? jemanden unter die Arme zu greifen ohne Gegenleistung dafür zu erhalten wird im Allgemeinen als Gefälligkeit angesehen.
Flowjob hat geschrieben:Dinge wie die Sache mit Eintritt und an wen die Gelder geflossen sind, sind ja noch überhaupt nicht geklärt, aber ich würde schon dafür meine Hand ins Feuer legen, dass der unentgeltlich Helfende seine Getränke an dem Abend nicht zahlen musste und schon damit ist die Mitarbeit eben nicht mehr unentgeltlich.
Hier muss auch keiner seine Hand ins Feuer legen. Aber wie kommst du darauf, dass eine Verköstigung steuerlich relevant ist? Teilst du dem FA etwa mit, wen du mal jemanden ausgeholfen hast und er dich dafür eingeladen hat? :shock:
winterspaziergang hat geschrieben:Seine "Frage" zielte offensichtlich nur draus aus, sich hier eine Absolution abzuholen-
In deiner Phantasie mag es so sein. Das entspringt aber allein deinem Wunschenken. Richte es doch bitte an den Richtigen. :christmas

kleinundgemein
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 16:56

Auf die billigen Provokationen werd ich nicht mehr antworten.

Zu der Frage mit dem Eintritt: Es wird kein Eintritt erhoben. Es ist geöffnet wie immer, wobei mein "Konzept" für diesen Abend halt Anwendung findet und ich deswegen mit Spaß daran hinter der Theke stehe und mich oben drein freue, meinem Freund einen Gefallen tun zu können, indem mal was anderes in der Pinte los ist und ein paar Leute mehr kommen. Da normaler Kneipenbetrieb ist, in dessen Rahmen die Mottoparty stattfindet, stellt sich auch nicht die Frage, wer "Veranstalter" sei. Es ist schlichtweg normaler Kneipenbetrieb, nur dass eben zu dieser Party aufgerufen wird.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 17:01

all-in hat geschrieben:
hambre hat geschrieben:Außer dass der Fragesteller selbst behauptet, er mache das aus Gefälligkeit, haben sich bislang keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es sich tatsächlich um eine Gefälligkeit handelt.
Was willst du denn noch für Anhaltspunkte sehen? jemanden unter die Arme zu greifen ohne Gegenleistung dafür zu erhalten wird im Allgemeinen als Gefälligkeit angesehen.
:lachen: Langsam wird es echt lustig. Anhaltspunkte? Hallo? Ich habe schlichtweg gefragt, wie die rechtlichen Grundlagen sind, wenn jemand hinterm Tresen steht und dafür kein Geld bekommt. Echt geil... statt einfach nur die Frage zu beantworten, soll ich der lieben Forengemeinde "Beweise" (Anhaltspunkte) auf den Tisch legen, dass das wirklich so ist?! :lachen: Das sind schlichtweg die Fakten eines von mir geschilderten Falls. Da gibt es keine "weiteren Anhaltspunkte". Da steht Person X hinter dem Tresen aus o.g. Gründen und macht das aus Gefälligkeit unentgeltlich. Punkt.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 18:08

PurpleRain hat geschrieben:Das ist völlig unnötig. Bereits ein Blick in § 1 Abs. 3 2. SchwarzArbG stellt klar: Die vom TE beabsichtigte Tätigkeit ist keine Schwarzarbeit.
Ziehen Sie diese Erkenntnis aus §1 Absatz 3 Punkt 1 SchwarzArbG? Dann müsste im Zweifel geklärt werden, ob es sich wirklich um eine "Gefälligkeit" handelt.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 18:11

kleinundgemein hat geschrieben:Echt geil... statt einfach nur die Frage zu beantworten, soll ich der lieben Forengemeinde "Beweise" (Anhaltspunkte) auf den Tisch legen, dass das wirklich so ist?
Mir und auch dem Rest der Gemeinde ist ihr Tun herzlichst egal. Im Zweifel müssen Sie sich halt mit den Stellen auseinandersetzen, die dafür zuständig sind.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von all-in » 14.12.15, 18:36

Ziehen Sie diese Erkenntnis aus §1 Absatz 3 Punkt 1 SchwarzArbG? Dann müsste im Zweifel geklärt werden, ob es sich wirklich um eine "Gefälligkeit" handelt.
Wie definiert sich gleich noch mal Gefälligkeit? Kleiner Hinweis: steuerpflichtige Erwerbsarbeit ist durch Entlohnung gekennzeichnet. Jedenfalls bei uns, im Kommunismus mag das freilich anders sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4lligkeit hat geschrieben:Ein Gefälligkeitsverhältnis liegt danach häufig vor, wenn eine Person zu Gunsten einer anderen eine Leistung erbringt oder zur Verfügung stellt, ohne dass hierfür ein Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung erbracht werden soll.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 18:44

Und? Was ändern Ihre Ausführungen daran, dass im Zweifel geklärt werden muss, ob eine Gefälligkeit vorliegt oder nicht?

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 18:49

webelch hat geschrieben:Und? Was ändern Ihre Ausführungen daran, dass im Zweifel geklärt werden muss, ob eine Gefälligkeit vorliegt oder nicht?
Zweifel von wem?

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 18:51

Übellaunige Gäste, Neider, Gestörte Nachbarn, Angestellte, Missmutige Verwandte, Mitbewerber des Gastwirtes, Mitarbeiter des Zolls, Gewerbeaufsicht... Die Möglichkeiten sind zahlreich.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 18:59

webelch hat geschrieben:Übellaunige Gäste, Neider, Gestörte Nachbarn, Angestellte, Missmutige Verwandte, Mitbewerber des Gastwirtes, Mitarbeiter des Zolls, Gewerbeaufsicht... Die Möglichkeiten sind zahlreich.
Den ersten 6 genannten ist ja schon mal niemand Rechenschaft gegenüber schuldig. Die könnten natürlich etwas zur Anzeige bringen.

Dann mal angenommen, es käme so weit. Oder Zoll/Gewerbeaufsicht stellen die Gefälligkeit in Frage. In unserem Fall ist es aber faktisch so, dass eine Gefälligkeit vorliegt. Was wäre also groß zu befürchten? Soweit ich weiß, ist es in Deutschland so, dass eine Schuld, respektive ein Gesetzesverstoß nachgewiesen werden muss. Da jedoch keiner vorliegt, ist ein Nachweis auch nicht möglich.

Entscheidend sind doch am Ende die Fakten und die Gesetzeslage. Fakt ist bei dem geschilderten Fall, dass es sich um eine Gefälligkeit im Sinne von § 1 Abs. 3 2. SchwarzArbG handelt. Und diese ist somit nicht strafbar. Alles weitere (Anschuldigungen), sind doch immer und überall jemdem gegenüber möglich. Worum es mir ging ist, ob Person X unentgeltlich in der Kneipe im Rahmen "seiner" Party mithelfen darf oder nicht. Gesetzliche Grundlage sagt JA. Alle Anschuldigungen darüber hinaus müssten bewiesen werden, was angesichts der Fakten aber nicht möglich ist.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 19:11

Dann ist doch alles in Butter :)

lerchenzunge
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von lerchenzunge » 14.12.15, 19:43

Ich verstehe die ganze Ausgangsfragestellung nicht: was ist denn das Problem daran, mit dem Wirt für den Abend einen kleinen Aushilfe-Vertrag zum Mindestlohn aufzusetzen? Es zwingt ja keiner dazu, sich das Gehalt daraus auch wirklich auszahlen zu lassen... Nur Abgaben und Steuern darauf abführen, was bei einem Abend und Mindestlohn als Ausgangsbasis keine 10 Euro sind. Soviel sollte bei der Aktion doch auch bei dem Wirt hängen bleiben, dass er die 10 Euro tragen kann, sonst lohnt die ganze Sache eh nicht...

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