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recht.de • Thema anzeigen - Verwalterhaftung?
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 Betreff des Beitrags: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 21.04.17, 14:26 
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Eine WEG beschließt eine umfangreiche Sanierung einer Lüftungsanlage Kosten laut Angebot 192.000€.
Im Beschluss stehen 200.000€ für die Sanierung.

Der Verwalter hat bisher 208.000€ ausgegeben, ohne technische Abnahme und weiteren offenen Forderungen der Handwerker

a.) ist es nicht die Pflicht eines Verwalters eine solche Investition vor Zahlung technisch zu prüfen? (prüfen zu lassen?) vor Zahlung der Rechungen
b.) darf ein Verwalter einfach mehr Geld als beschlossen ausgeben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 22.04.17, 09:07 
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Beiträge: 705
Hallo,

kommt darauf an.

Was war exakt Beschlussinhalt?

Zitat:
ist es nicht die Pflicht eines Verwalters eine solche Investition vor Zahlung technisch zu prüfen?

Ich gehe davon aus, es ist so etwas wie eine Bauabnahme gemeint.

Da stellt sich die Frage, kann er das überhaupt? Hat er dazu die notwendige Fachkompetenz?

Der Verwalter holt Angebote ein, so wie es die Eigentümer wollten.
Die Eigentümer suchen eines aus.
Die Eigentümer müssen sich Gedanken machen wer das Werk abnimmt.
Sind sie dazu nicht in der Lage, sollten sie ein baubegleitendes Fachunternehmen beauftragen.

Zitat:
darf ein Verwalter einfach mehr Geld als beschlossen ausgeben?

Da sag ich jetzt mal ja. Überschreitung eines Kostenvoranschlages um 10 % sollte drin sein.

Wenn die Eigentümer nicht in der Lage sind eindeutige Beschlüsse zu fassen, sollte man dann, wenn etwas in die Hose gegangen ist, nicht dem Verwalter ans Bein pissen, sondern sich an die eigene Nase fassen.

War der Beschluss zu unbestimmt, hätte man ihn anfechten können.

Mein Eindruck ist, Schwarmintelligenz ist in Eigentümergemeinschaften eher selten zu finden und der Verwalter soll es dann richten :lachen:


MfG
uwe


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 22.04.17, 21:55 
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Beiträge: 1569
Man wird Hausverwalter, in dem man eine Gewerbeanmeldung für 25€ bezahlt. Mehr nicht. Es braucht keine berufliche Qualifikation, sollte aber des Lesens und des Schreibens mächtig sein :oops: #

Wer geht davon dass, dass ein Angebot von 192.000€ nach Abwicklung auch nur 192.000€ Kosten erfordert? :oops:

Der Verwalter hat nur die Pflicht, den Beschluß der Eigentümerversammlung umzusetzen; was nicht beschlossen ist, hat er nicht zu tun und insbesondere hat er nicht für die Eigentümer zu denken, wenn diese selber nicht denken können. :ironie:


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 24.04.17, 12:18 
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Beiträge: 148

Themenstarter
in der Versammlung wurde ein Budget für die Sanierung von 200.000€ beschlossen.

Es geht darum dass das der Verwalter das beschlossene Budget überschritten hat, wir hatten ja schon einen Puffer von 8000€ eingebaut...

Im Verwaltervertrag hat der Verwalter die technische Abnahme bei größeren ( wie man das jetzt definiert sei dahingestellt, ich denke aber 200k€ ist größer) Umbaumaßnahmen zugesichert


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 24.04.17, 17:07 
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Beiträge: 705
Hallo,

Zitat:
Im Verwaltervertrag hat der Verwalter die technische Abnahme bei größeren Umbaumaßnahmen zugesichert.


So wird das nichts.
Es gibt Angebote.
Dann einen Beschluss.
Dann einen Auftrag. Steht da etwas von einem Festpreis?

Häufig steht in solchen Aufträgen ein Passus für unvorhersehbaren Aufwand oder Mehraufwand und Abrechnung z.B. nach Stunden.

Was steht denn im Verwaltervertrag. Gibt es da einen Bezug auf HOAI
https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsphasen_nach_HOAI

In unserem Vertrag hat der Verwalter das Recht z.B. einen Bauing. hinzuzuziehen, der dann extra bezahlt werden muss.
Ein Exverwalter bekam bei Aufträgen über XX.XXX 8% Honorar, der hatte aber auch einen Abschluss als Bauing.
Kein Verwalter, der alle Tassen im Schrank hat, bindet sich einen 200.000€ Auftrag ans Bein, ohne dass es sich für ihn lohnt.

Bei den bisher bekannten Angaben ist alles Kaffeesatzleserei.

Was sagt den der Verwalter dazu?

MfG
uwe


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 27.04.17, 10:05 
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Beiträge: 148

Themenstarter
genau so steh's im Verwaltervertrag drin: es wird die technische Expertise und Bauabnahme bei größeren Baumaßnahmen zugesichert.

Das war ausschlaggebend dafür dass der Verwalter überhaupt den Vertrag bekommen hat.

Stand heute habe ich keine detaillierte Schlussrechnung gesehen, keine Pläne, keine Berechnungen - eine Din A 4 Seite mit ein paar zusätzlich draufgeschriebenen
Durchstreichungen und handschriftlichen Zahlen z.B 3000€ - ok, 15.2.

ist eine unendliche Geschichte: in kurz: erster Beschluss 50t€ - dann lt Ex Beiratsvorsitzendem im nächsten Jahr
wir haben uns geirrt - kann so nicht gebaut werden 100t€ - dann Ex Beiratsvorsitzendem im nächsten Jahr - schon schon in der Bauphase
ups wir haben die Brandschutzmauern vergessen - 192t€


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 28.04.17, 07:37 
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Hallo,

Zitat:
ist es nicht die Pflicht eines Verwalters eine solche Investition vor Zahlung technisch zu prüfen? (prüfen zu lassen?) vor Zahlung der Rechungen


Zitat:
es wird die technische Expertise und Bauabnahme bei größeren Baumaßnahmen zugesichert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Expertise
Da würde ich erwarten, dass der Verwalter vor der Baumaßnahme den Bestand bewertet hat, es eine Ausschreibung gibt mit "Leistungsverzeichnis".
Von einer Baubegleitung steht da nichts, man könnte aber im Glauben sein, dass, wer Anfangs eine Expertise erstellt und zum Schluss eine Abnahme zusichert, zwischendurch auch den Bau begleitet.

Bei 200.000 Volumen sollte bei jeder größeren Teilzahlung dann einen Zwischen/Teilabnahme erfolgt sein.

Und irgendwann sollte es dann ein Abnahmeprotokoll geben.

Stellt sich die Frage kann der Verwalter das überhaupt leisten?
Wurde bei Abschluss des Verwaltervertrages von den Eigentümern geprüft ob der Verwalter das könnte?


Zitat:
b.) darf ein Verwalter einfach mehr Geld als beschlossen ausgeben?


Bei der Vorgeschicht.
Dazu würde ein Gericht sich den gesamten Schriftverkehr anschauen wollen inkl. der Anhörung einiger Zeugen, bzw. würden Anwälte entsprechend agieren.

Da könnte man jetzt z.B. Argumentieren:
erst 50.000,
dann 100.000,
dann 192.000,
jetzt 208.000,
he Leute macht euch nicht ins Hemd, nehmt euch ein Beispiel an Elphi oder BER.

So gesehen kann ich jetzt nichts zu der Frage sagen.

Zitat:
Verwalterhaftung?

Ja, wenn es einen Schaden gibt, könnte man darüber nachdenken.
Jetzt beziffere mal den Schaden?
Da wird es ein Gutachten brauchen und ein Gegengutachten geben und dann noch eines vom Gericht bestellt. Wenn dann noch die Anwälte kinderreich sind, wollen die ja auch von was leben.

Zum Schluss gibt es einen Vergleich :evil:

Die Frage nach dem Beirat wird in dem Fall wohl eher Heiterkeitsreaktionen hervorrufen.

Da bleibt nur

:kopfstreichel:


MfG
uwe


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 24.05.17, 20:51 
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update:

Gutachter hat festgestellt dass berechnete und von der Verwaltung bezahlte Teile der Anlage nicht eingebaut wurden.

Wert: ca 20% der Gesamtkosten.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 25.05.17, 13:05 
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Hallo,

damit kann man doch was anfangen.

Wurde die beauftragte und abrechnende Firme bereits gefragt warum?

MfG
uwe


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwalterhaftung?
BeitragVerfasst: 21.06.17, 12:17 
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Registriert: 28.03.09, 11:50
Beiträge: 148

Themenstarter
Abnahme hat weder bei den Zwischenzahlungen noch jetzt am "Ende" der Maßnahme stattgefunden.
Es gibt weder eine Ausschreibung noch ein Leistungsverzeichnis.....

Mittlerweile haben die beteiligten Firmen auch zugegeben die fehlenden Sachen nicht eingebaut zu haben.
Warum: Schweigen....

Angebot: wir geben ihnen Ausgleich in Höhe unseres EK... was dann mit ca 2000€ beziffert wurde.

Die Firmen wurden aufgefordert ihre Rechungen zu korrigieren, es wurden neue ausgestellt, aber wieder alle (auch die nicht eingebauten) Teile berechnet.
Ist das jetzt schon Betrug?

Zitat Verwalter: Herr Beirat kümmern sie sich dann bitte um einen Sachverständigen...., ich fall ja vom Glauben ab


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