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recht.de • Thema anzeigen - Anteile an Grünland/Fischteich
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 Betreff des Beitrags: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 12.09.17, 08:38 
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Beiträge: 515
Hallo, liebe Foristen,

ich habe hier einen fiktiven Fall und würde mich über eure Einschätzung freuen.

Frau A. kauft von Herr C. einen ideellen Anteil in Höhe von 1/4 an einer Immobilie.
Es handelt sich hierbei um Grünland mit einem Fischteich.

Nur einer der übrigen Anteilsbesitzer nutzt das Grundstück, die anderen sind persönlich nicht bekannt.
Nach einigen Jahren kommt auch dieser Anteilsbesitzer nicht mehr und das Grundstück wird kaum noch
genutzt.

Nun bekommt Frau A. ein Schreiben von einem der Anteilseignern, dieser teilt mit, dass es derzeit 8 Anteilseigner
gibt und von allen wissen, ob diese Interesse an einem Verkauf der Immobilie haben bzw. ob Vorstellungen bestehen,
wie das Grundstück künftig genutzt werden soll.

Frau A. hat sich bisher keine Gedanken über einen Verkauf gemacht, befürchtet nun aber, dass, wenn alle anderen
Anteilseigner ihre Anteile an eine andere Person verkaufen, diese aufgrund der Mehrheit der Anteile alleine über die
künftige Nutzung usw. entscheiden kann und sie selbst weder mitbestimmen kann, noch verhindern kann, dass kostenpflichtige
Maßnahmen in Auftrag gegeben werden, die sie mit bezahlen muss.

Wie verhält es sich in so einem Fall ?

Wenn der neue Mit-Eigentümer beschließt, eine teure Zaunanlage zu kaufen, muss Frau A. diesen dann anteilig auch bezahlen,
auch wenn sie gegen die Anschaffung ist ?

Wie seht es rechtlich aus ?

Vielen Dank.

Gitta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 12.09.17, 10:37 
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Beiträge: 5304
Wohnort: Halle (Saale)
gitta. hat geschrieben:
... aufgrund der Mehrheit der Anteile alleine über die künftige Nutzung usw. entscheiden kann und sie selbst weder mitbestimmen kann, noch verhindern kann, dass kostenpflichtige Maßnahmen in Auftrag gegeben werden, die sie mit bezahlen muss.

Wie verhält es sich in so einem Fall ?

Soweit es um ordnungsgemäßer Verwaltung und Benutzung geht, wird mangels anderweitiger Vereinbarungen mit Mehrheit beschlossen.

gitta. hat geschrieben:
... Wenn der neue Mit-Eigentümer beschließt, eine teure Zaunanlage zu kaufen, muss Frau A. diesen dann anteilig auch bezahlen, auch wenn sie gegen die Anschaffung ist ?


Eine wesentliche Veränderung des Gegenstands kann nicht beschlossen werden. Ob eine Einfriedung als wesentliche Veränderung angesehen werden müsste, möchte ich nicht bewerten. Vielleicht würde es sich dabei auch "nur" um die Erfüllung einer Verkehrssicherungspflicht handeln.

Einfach nur "dagegen zu sein" befreit sicher nicht von einer Verpflichtung zur Kostenbeteiligung.

Geregelt ist das Thema in 741-758 BGB.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 12.09.17, 10:49 
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Beiträge: 5385
Wohnort: Leverkusen
Wenn die teure Zaunanlage mit dem Grundsatz einer ordnungsgemäßen Verwaltung vereinbar ist und dies wäre gegeben, wenn es sich bei der teuren Zaunanlage um eine ortsübliche Einfriedung handelt, dann kann es durchaus passieren, dass dies im Einzelfall auch gegen den Willen des Miteigentümers möglich ist.

_________________
Gruß
khmlev


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 12.09.17, 13:47 
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Wohnort: Auf diesem Planeten
Ich versteh die Thematik nicht?
Man kauft Anteile eines Grundstückes und freut sich darüber, dass es keine Pflichten gibt (weil die Anderen auch nix machen) und befürchtet nun, dass man plötzlich handeln muss?
Dann hätte man nicht kaufen sollen. Wenn man diesem Problem aus dem Weg gehen will, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
1. Man kauft weitere Anteile und hat somit die Mehrheit.
2. Man verkauft seinen Anteil und hat somit Ruhe.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 12.09.17, 20:55 
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Beiträge: 77
gitta. hat geschrieben:
Wenn der neue Mit-Eigentümer beschließt, eine teure Zaunanlage zu kaufen, muss Frau A. diesen dann anteilig auch bezahlen,
auch wenn sie gegen die Anschaffung ist ?

Wie seht es rechtlich aus ?



Was ist denn so wertvoll an dem Grundstück, dass man befürchten muss, dass evtl. eine teure Zaunanlage gekauft wird? :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 13.09.17, 07:38 
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Beiträge: 515

Themenstarter
Das Grundstück wurde vor ca. 10 Jahre zum Verkauf angeboten.

Nachdem das Grundstück besichtigt worden ist und Frau A. ihr Kaufinteresse bekundet hatte, wurde ihr mitgeteilt,
dass leider nicht alle Eigentümer zum Verkauf bereit wären, sondern dass nur ein Anteil von 1/4 verkauft werden kann.

Da das Grundstück lediglich als Badeteich für die Hunde von Frau A. genutzt werden sollte ( und fürs gelegentliche Angeln
durch den Ehemann von Frau A. ) bestand zu diesem Zeitpunkt keine Bedenken, diesen Anteil zu kaufen, da es 6 weitere Eigentümer gab.

Inzwischen wurden einige Anteile vererbt und einer der Erben und ein weitere Anteilseigner möchte ihren Anteil verkaufen und haben alle Anteilseigner angeschrieben, ob diese auch verkaufen möchten, da sich das Grundstück als Ganzes besser verkaufen lässt, als Grundstücksanteile.

Soweit bekannt, gibt es derzeit 2 Kaufinteressenten. Es ist allerdings nicht bekannt, ob diese nur Anteile erwerben wollen oder das gesamte Grundstück.

Nun stellt sich für Frau A. eben die Frage, ob sie ihre Anteile auch verkaufen sollte, da sie, wenn es nur noch 1 oder 2 weitere Miteigentümer gibt und eben nicht wie bisher 6 Miteigentümer, bei Abstimmungen über Investitionen, immer überstimmt werden kann.

Es ist also nicht die Frage, ob sie damals nicht hätte kaufen sollen, sondern ob sie jetzt besser verkauft, weil sich die Situation eben wahrscheinlich drastisch ändern wird.

Im Übrigen ist nichts an dem Grundstück wertvoll. Eine teure Zaunanlage sollte nur als Beispiel für hohe Investitionen dienen, ich hätte auch schreiben können, "Kosten für einen Landschaftsgärtner" oder Anschaffung von vergoldeten Gartenstühlen.

Und im Übrigen war Frau A. in den Jahren seit dem Kauf die Einzige, die Pflichten übernommen hat, wie Pflege des Grundstücks, Zauninstandhaltung und Neusetzung, Beseitigung von Sturmschäden ( umgefallene Bäume ), Pflege der Be-und Entwässerung des Teichs, Laubbeseitung auf den Wegen usw. Und zwar auf eigene Kosten ohne Beteiligung der anderen Miteigentümer. Eben weil sie das Grundstück überwiegend alleine genutzt hat.
Ob neue Eigentümer dies auch so händeln ist eben fraglich.

Unsachliche Kommentare wie , Frau A will sich vor Pflichten drücken usw. sind da wenig hilfreich, weil es darum geht, die rechtliche Situation zu klären, um eben zu entscheiden, ob der Zukauf von weiteren Anteilen oder der Verkauf sinnvoll ist.

@ RM Danke für die Info.
Das heißt, Kosten für die notwendige Einzäunung zur Erhaltung der Verkehrsicherheitspflicht müssten von allen Eigentümern bezahlt werden.
Wenn aber z.B. ein besonders teurer Zaun, weil optisch ansprechender, der für die Verkehrssicherheitspflicht aber nicht notwendig wäre, angeschafft werden soll, wäre das eine wesentliche Änderung des Gegenstandes und da gilt nicht das Mehrheitsprinzip ?

Danke auch für die Rechtsgrundlage.

Ich verstehe allerdings § 749 BGB nicht .

"§ 749 Aufhebungsanspruch : (1) Jeder Teilhaber kann jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen."

Was passiert denn, wenn die Aufhebung der Gemeinschaft verlangt wird ? Alle Eigentümer sind doch im Grundbuch als solche eingetragen ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 13.09.17, 09:00 
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Beiträge: 8873
Zitat:
Wenn aber z.B. ein besonders teurer Zaun, weil optisch ansprechender, der für die Verkehrssicherheitspflicht aber nicht notwendig wäre, angeschafft werden soll,
Es kann Ihnen doch niemand sagen, was die potentiellen Eigentümer vorhaben. Wieso setzen Sie sich nicht mit den Kaufinteressenten (und potentiellen Miteigentümern) in Verbindung und klären mit denen ab, wozu sie das Grundstück nutzen wollen, ob sie Zaunanlagen odere andere kostenträchtigen Investitionen geplant haben usw. und entscheiden nach dem Gespräch, ob Sie behalten oder verkaufen. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 14.09.17, 07:09 
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Themenstarter
Die Kaufintessenten sind derzeit nur einem der Grundstücksbesitzer bekannt und der möchte zu höchstmöglichen Preis verkaufen und
bevorzugt den Verkauf des gesamten Grundstücks, dann wäre sein Anteil wesentlich höher, als wenn er nur seinen Anteil ( er verfügt über 1/16 Anteil )
verkaufen könnte. Er möchte daher keine Kontakt zum Interessenten herstellen.

Sinn der Nachfrage war auch nicht die Spekulation darüber, was die künftigen Besitzer mit dem Grundstück vorhaben könnten,
sondern die Information über deren rechtlichen Möglichkeiten.

Damit eben abgewogen werden kann, ob ein Verkauf für Frau A. derzeit sinnvoll ist oder nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 14.09.17, 07:17 
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Wohnort: Auf diesem Planeten
Na das hat ja RM beantwortet. :wink:

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 14.09.17, 08:56 
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Registriert: 02.06.12, 17:56
Beiträge: 77
gitta. hat geschrieben:

Sinn der Nachfrage war auch nicht die Spekulation darüber, was die künftigen Besitzer mit dem Grundstück vorhaben könnten,
sondern die Information über deren rechtlichen Möglichkeiten


Meiner Meinung nach ergeben sich die rechtlichen Möglichkeiten für so ein Grundstück unter anderem aus der Lage (Innenbereich, Aussenbereich?) und dem Status (Landwirtschaftsfläche oder was anderes?).


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 Betreff des Beitrags: Re: Anteile an Grünland/Fischteich
BeitragVerfasst: 14.09.17, 08:59 
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Registriert: 12.03.14, 20:17
Beiträge: 498
gitta. hat geschrieben:
Ich verstehe allerdings § 749 BGB nicht .

"§ 749 Aufhebungsanspruch : (1) Jeder Teilhaber kann jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen."

Was passiert denn, wenn die Aufhebung der Gemeinschaft verlangt wird ? Alle Eigentümer sind doch im Grundbuch als solche eingetragen ?


1. Möglichkeit: Alle Miteigentümer sind einverstanden. Dann wird das Grundstück liquidiert (zu Geld gemacht, also verkauft) und der Erlös entsprechend der jeweiligen Anteile verteilt.

2. Möglichkeit: Es ist keine Einigung zu erzielen. In dem Fall kann der die Aufhebung verlangende Teilhaber dies auf dem Weg der Zwangsversteigerung (zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft) erreichen. Auch hier wird der Erlös dann entsprechend der jeweiligen Anteile verteilt.

(Die Verteilung des Erlöses entsprechend der jeweiligen Anteile setzt allerdings voraus, dass alle Miteigentümer auch damit einverstanden sind. Sollte ein Miteigentümer einen höheren Anteil verlangen, z. B. wegen verauslagter Kosten o.ä., müsste bei fehlender Zustimmung der übrigen Miteigentümer die endgültige Verteilung gerichtlich geklärt werden.)


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