Schäden an Gemeinschaftseigentum erst bei eigener Renovierung entdeckt. Wer zahlt welchen Anteil?

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kuewmt
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Schäden an Gemeinschaftseigentum erst bei eigener Renovierung entdeckt. Wer zahlt welchen Anteil?

Beitrag von kuewmt » 19.06.19, 16:38

In einem von den drei Eigentümer bewohnten 3er-Apartementhaus veranlasst ein Eigentümer eine eigene Badrenovierung.
Beim Abschlagen der Fliesen wird schnell klar, dass sich dahinter feuchtes Mauerwerk befindet.
Hervorgerufen durch ein Loch im Fallrohr der Abwasserleitung. Der Schaden wurde durch die zufällige Eigenrenovierung
Vorzeitig entdeckt.
Wie sind die Kosten auf die Gemeinschaft umzulegen? Eigentlich wollte der Eigentümer sowieso das WC\Wasserkasten
Entfernen bzw. alle Fliesen abklopfen. Kann er diesen Teil der Kosten auch auf die unstrittig notwendige
Reparatur der Abwasserleitung zurechnen? Natürlich kann er nur 1-2 qm der Fliesenarbeiten in Rechnung stellen.

webmaster76
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Re: Schäden an Gemeinschaftseigentum erst bei eigener Renovierung entdeckt. Wer zahlt welchen Anteil?

Beitrag von webmaster76 » 21.06.19, 07:31

Wären die Fliesen noch dran gewesen und die Verwaltung hätte den Handwerker beauftragt, wären diese anteilige Kosten zu Lasten der Gemeinschaft gegangen (inkl. neuer Fliesen).

Nun waren diese jedoch bereits durch den einen Eigentümer entfernt, somit ist dieser Aufwand nicht entstanden und kann meiner Ansicht nach auch nicht mehr auf die Gemeinschaft abgewälzt werden. Lediglich die Kosten für das Aufschlagen und neu Verputzen der Wand selbst (das dürfte ja definitiv nicht Teil der Badsanierung gewesen sein).

Verpflichteter
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Re: Schäden an Gemeinschaftseigentum erst bei eigener Renovierung entdeckt. Wer zahlt welchen Anteil?

Beitrag von Verpflichteter » 21.06.19, 08:17

Hallo,
webmaster76 hat geschrieben:
21.06.19, 07:31
Nun waren diese jedoch bereits durch den einen Eigentümer entfernt, somit ist dieser Aufwand nicht entstanden und kann meiner Ansicht nach auch nicht mehr auf die Gemeinschaft abgewälzt werden.
Spontan würde ich es auch so sehen.

Warum sollte die Gemeinschaft etwas bezahlen was ohnehin schon einen Kostenträger gefunden hat.

Andererseits, wäre ein Wasserschaden entdeckt worden, hätte die Gemeinschaft oder die Gebäudeversicherung die Kosten zu tragen.

Wenn die Gemeinschaft die Kosten zu tragen hat regelt ggf. die Teilungserklärung den Sanierungsumfang.

Bei uns gab es einen feuchten Fleck an einer Zimmerwand. Sondereigentümer ( Extremraucher mit nikotingeschwängerten Wänden) wollte daraufhin das komplette Zimmer neu gestrichen haben. Begründung Farbunterschied zwischen den Wänden.

Allerdings regelt unsere Teilungserklärung, dass nur unmittelbar betroffene Flächen zu erstatten sind. Alternativ hätten wir die betroffene Wand in nikotingelb neu gestrichen.

Aktuell haben wir einen Wasserschaden in einem Bad, 45 Jahre alt.
Von einer Wand mussten die Fliesen runter.

Sondereigentümer entschließt sich bei der Gelegenheit das gesamte Bad neu aufzubauen.

Jetzt entsteht natürliche die Motivation möglichst viel auf die Versicherung abzuwälzen.

MfG
uwe

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