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recht.de • Thema anzeigen - Wohnung gekündigt.Wieviel Besichtigungen muss ich hinnehmen?
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BeitragVerfasst: 17.02.17, 18:24 
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FDR-Mitglied

Registriert: 02.11.08, 21:43
Beiträge: 37
Guten Abend,

ich habe meine Wohnung zum 30.4.2017 gekündigt.
Der Vermieter verlangte 2 Termine von mir, bei dem er meine Mietswohnung den Interessenten zeigen kann.
Diese Termine habe ich Ihm gegeben und habe die Besichtigungen durchgeführt. (Insgesammt über 10 Interessenten)
Mein Vermieter war nicht vor Ort und ließ mich die Besichtigung durchführen, wieso auch immer.
(Habe den Interessenten dann alles zeigen müssen)

Nun möchte er schon wieder für nächste Woche 2 Termine für neue Interessenten.
Die Frage die ich mir stelle: Wieviel Termine muss ich ihm eigentlich geben?

Ab 15.3. ist die Wohnung leer er könnte die Schlüssel haben und dann die Termine selbst warnehmen,
was er aber nicht möchte.

Ich soll ihm Termine geben bei dem die Interessenten die Wohnung besichtigen können.
Da ich ab dem 15.3. aber in meiner neuen Wohnung wohne, kann doch der Vermieter nicht verlangen
das ich jede Woche in die alte Wohnung fahre und dauernd Interessenten rein lasse oder doch?

Wie ist die Rechtslage in so einem Fall?
Danke im vorraus


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BeitragVerfasst: 17.02.17, 18:37 
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FDR-Moderator

Registriert: 31.01.05, 08:14
Beiträge: 17092
Wohnort: Auf diesem Planeten
Es sollte im ureigensten Interesse des Mieters sein, bei den Besichtigungsterminen zugegen zu sein. Solange die Wohnung nicht an den Vermieter übergeben ist, gehen alle Schäden zu Lasten des Mieters.
Natürlich ist es nicht Aufgabe des Mieters Interessenten durch die Wohnung zu führen.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 17.02.17, 19:54 
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FDR-Mitglied
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Registriert: 21.08.14, 15:57
Beiträge: 6955
DjRay hat geschrieben:
...

Ab 15.3. ist die Wohnung leer er könnte die Schlüssel haben und dann die Termine selbst warnehmen,
was er aber nicht möchte...



Hallo,

da stellt sich die Frage, ob ein Vermieter die Schlüssel vor Ende der Kündigungsfrist zurücknehmen muss.

Da gibt es widersprüchliche Auffassungen der Gerichte, wie der BGH das sieht ist unklar, siehe Urteil vom 12. 10. 2011 – VIII ZR 8/11:

Zitat:
[20] Der Senat hat die Frage, ob und gegebenenfalls welchen Umständen der Mieter zu einer Rückgabe der Mietsache vor Beendigung des Mietverhältnisses berechtigt ist, bisher offen gelassen (Senatsurteil vom 15. März 2006 – VIII ZR 123/05, aaO Rn. 14). Diese Frage bedarf auch hier keiner grundsätzlichen Entscheidung. Denn jedenfalls ist der Vermieter nicht verpflichtet, die Mietsache jederzeit – sozusagen "auf Zuruf" – zurückzunehmen. Die Klägerin ist deshalb durch ihre Weigerung, die Schlüssel sofort "an der Haustür" entgegenzunehmen, als sie ihr von dem offenbar kurzfristig ausgezogenen Beklagten angeboten wurden, nicht in Annahmeverzug geraten.


Was soll das jetzt bedeuten, Grundsatzentscheidung ist das nicht. Das "an der Haustür", auf Zuruf verstehe ich aber so, daß der Vermieter die Wohnung wenn das ordnungsgemäß und rechtzeitig angekündigt wird abnehmen muss. Tut er das nicht, gerät er in Annahmeverzug.

Danach muss der Mieter nicht mehr für Besichtigungtermine zur Verfügung stehen.


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BeitragVerfasst: 17.02.17, 21:33 
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FDR-Moderator

Registriert: 31.01.05, 08:14
Beiträge: 17092
Wohnort: Auf diesem Planeten
freemont hat geschrieben:
verstehe ich aber so, daß der Vermieter die Wohnung wenn das ordnungsgemäß und rechtzeitig angekündigt wird abnehmen muss.
Verstehe ich nicht so. Sie zitieren doch eindeutig
Zitat:
Der Senat hat die Frage, ob und gegebenenfalls welchen Umständen der Mieter zu einer Rückgabe der Mietsache vor Beendigung des Mietverhältnisses berechtigt ist, bisher offen gelassen (Senatsurteil vom 15. März 2006 – VIII ZR 123/05, aaO Rn. 14). Diese Frage bedarf auch hier keiner grundsätzlichen Entscheidung.Denn jedenfalls ist der Vermieter nicht verpflichtet, die Mietsache jederzeit.... zurückzunehmen.
Er darf.....er muss aber nicht.

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BeitragVerfasst: 17.02.17, 22:22 
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Registriert: 21.08.14, 15:57
Beiträge: 6955
ktown hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:
verstehe ich aber so, daß der Vermieter die Wohnung wenn das ordnungsgemäß und rechtzeitig angekündigt wird abnehmen muss.
Verstehe ich nicht so. Sie zitieren doch eindeutig
Zitat:
Der Senat hat die Frage, ob und gegebenenfalls welchen Umständen der Mieter zu einer Rückgabe der Mietsache vor Beendigung des Mietverhältnisses berechtigt ist, bisher offen gelassen (Senatsurteil vom 15. März 2006 – VIII ZR 123/05, aaO Rn. 14). Diese Frage bedarf auch hier keiner grundsätzlichen Entscheidung.Denn jedenfalls ist der Vermieter nicht verpflichtet, die Mietsache jederzeit.... zurückzunehmen.
Er darf.....er muss aber nicht.


Na doch, es bleibt ein Restrisiko, aber so bald dem BGH diese Frage gestellt wird und das entscheidungserheblich ist (war es bisher nicht), wird diese Grundsatzentscheidung fallen. Da wird noch geregelt werden max. wie lange vor Ende des MV zurückgegeben werden darf, wie die Rückgabe konkret geregelt werden muss, aber im Prinzip ist klar, daß der BGH grünes Licht geben wird.

Diese nebulös sybillinische Wortwahl ist ständiges Stilmittel des BGH, da gibt es zig Beispiele, das steht zu fast 100% fest. Aber vorwegnehmen kann man die Entscheidung selbstverständlich nicht. Aber ich würde fast jede Wette eingehen, sie wird zu ggb. Zeit so ausfallen, daß der Mieter grundsätzlich die Wohnung vor Ende des Mietvertrages zurückgeben darf.

Hier im thread müsste man einfach auskundschaften, wie das die regionalen Gerichte sehen. Dabei sollte man erst Urteile ab 2012, also nach dem o.g. BGH-Urt. auswerten.

Ob der Vermieter überhaupt argumentativ erreichbar ist, weiss man allerdings nicht. Falls man ihn in Annahmeverzug setzen kann, spielt das aber keine Rolle.


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