Reiserücktritt

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

Moderator: FDR-Team

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Bauermette
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Reiserücktritt

Beitrag von Bauermette » 14.11.18, 09:27

Sehr geehrte Damen und Herren, ich hoffe nicht alt zu offen zu sein.
Fam.P hat im Februar eine Fernreise gebucht welche in der nächsten Woche voller Vorfreude starten sollte.
Frau P ist nun erkrankt, das bedeutet ein Implantat ist defekt und sie hat viel Wasser. Eine Op erst im Januar 2019.
Der Tipp vom Reisebüro die Reiserücktritt 100% zahlt nicht , da man damit fliegen kann. Stimmt nur eine unglückliche Frau P möchte keiner im Urlaub.
Die Kosten belaufen sich auf 7000€. Welche Möglichkeiten bleiben der Familie? Es würde nur Eine Erstattung geben bei Koliken oder Mittelohrentzündung ?

ExDevil67
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von ExDevil67 » 14.11.18, 09:36

Das wird man hier, ohne die Bedingungen der Versicherung zu kennen, kaum beantworten können. Aber ja, es kann durchaus sein das dieser Fall von den versicherten Risiken nicht erfasst wird.

Celestro
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von Celestro » 14.11.18, 09:43

Bauermette hat geschrieben:Stimmt nur eine unglückliche Frau P möchte keiner im Urlaub.
Korrekt. Ist aber weder das Problem der Versicherung, noch des Reiseveranstalters.

SusanneBerlin
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von SusanneBerlin » 14.11.18, 09:52

Hallo,

eine Reiserücktrittversicherung kann man in Anspruch nehmen, wenn man im Zeitraum der Reise reiseunfähig ist. Wenn man "nur" traurig ist, weil ein Implantat defekt ist und man sich 2 Monate nach der Reise einer OP unterziehen muss, dann greift die Reiserücktrittsversicherung nicht.

Oder wollten Sie mit "unglücklich" sagen, Frau P hat starke Schmerzen? Man sollte jedenfalls die Vertragsunterlagen der Versicherung durchlesen. Es wird mit Sicherheit so sein, dass man die Erkrankung durch ärztliches Attest oder ähnliches nachweisen muss. Einfach telefonisch mitteilen, Frau P. ist krank, wird nicht ausreichen. Was sagt der Arzt dazu, ob Frau P. die Reise antreten kann?
Grüße, Susanne

Bauermette
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von Bauermette » 14.11.18, 10:01

Hallo,
die Empfehlung der Ärzte ist, auf keinen Fall in die Sonne.
Eine Fluguntauglichkeit, bei der die Versicherung greifen würde kann nich ausgestellt werden.

SusanneBerlin
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von SusanneBerlin » 14.11.18, 10:23

Bauermette hat geschrieben:Hallo,
die Empfehlung der Ärzte ist, auf keinen Fall in die Sonne.
Eine Fluguntauglichkeit, bei der die Versicherung greifen würde kann nich ausgestellt werden.
Das ist dann leider Pech, dann muss sie sich eben im Schatten aufhalten.
Grüße, Susanne

Dig
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von Dig » 14.11.18, 12:41

Geht es in der Versicherung wirklich nur um eine Fluguntauglichkeit? Die Versicherung springt normalerweise auch bei anderen "Leiden" ein. Z.Bsp. kann man mit einem Gipsbein fliegen, am Wanderurlaub durch die Rocky Mountains kann man trotzdem nicht teilnehmen. Also wirklich noch mal intensiv die Versicherungsunterlagen studieren...
Viele Grüße Dig

winterspaziergang
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von winterspaziergang » 14.11.18, 13:14

Bauermette hat geschrieben: Der Tipp vom Reisebüro die Reiserücktritt 100% zahlt nicht , da man damit fliegen kann. Stimmt nur eine unglückliche Frau P möchte keiner im Urlaub.
schlechte Laune wird vermutlich von kaum einer RRV als Grund anerkannt.
Frau P ist auch nicht "krank", wenn
das bedeutet ein Implantat ist defekt und sie hat viel Wasser. Eine Op erst im Januar 2019.
sondern eher etwas in ihrem Alltag eingeschränkt.
Die Kosten belaufen sich auf 7000€. Welche Möglichkeiten bleiben der Familie?
Auch wenn das nicht die Antwort ist, welche Frau P hören möchte: Überlegen, wie sie den Urlaub dennoch genießen kann.
Es würde nur Eine Erstattung geben bei Koliken oder Mittelohrentzündung ?
das war sicher ein Beispiel und gemeint ist
Eine Fluguntauglichkeit, bei der die Versicherung greifen würde
Damit ist jede akute Erkrankung gemeint oder zumindest eine, die nach der Buchung eingetreten ist und bis zum Zeitpunkt der Reise nicht geheilt/beseitigt wurde und eben auch zur Reiseunfähigkeit führt.

Evariste
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von Evariste » 14.11.18, 14:00

Ist das denn wirklich so, dass die abgeschlossene RRV nur bei "Fluguntauglichkeit" greift? Das wäre höchst ungewöhnlich.

Normalerweise leisten diese Versicherungen auch in anderen Fällen, siehe Versicherungsbedingungen.

Z. B. bei schweren Erkrankungen, oder auch bei unerwarteten Verschlechterungen von bestehenden Erkrankungen.

Von der Webseite einer großen Versicherung:
Die Erkrankung ist schwer, wenn die vor der Stornierung ärztlich attestierte gesundheitliche Beeinträchtigung so stark ist, dass die Reise nicht planmäßig durchgeführt werden kann.
Wenn also z. B. ein Badeurlaub in der Karibik geplant ist und der Arzt attestiert, das seine Patientin aufgrund der neuen Erkrankungen kein Sonne mehr verträgt, dann ist das erfüllt, die Reise kann nicht wie geplant durchgeführt werden.

Es kommt noch besser, viele Versicherungen leisten sogar ausdrücklich beim Bruch von Prothesen oder der unerwartete Lockerung von Implantaten (was hier vermutlich vorliegt, oder)?

Also:
1. Versicherungsbedingungen studieren.
2. Mit dem Arzt abklären, ob eine der Bedingungen erfüllt ist.
3. Nicht alles glauben, was das Reisebüro erzählt. Vielleicht besser mal bei der Hotline der Versicherung anrufen, die kennen ihre Vertragsbedingungen.

lottchen
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Re: Reiserücktritt

Beitrag von lottchen » 14.11.18, 14:22

Was hat man denn für eine Reise gebucht? AI-Urlaub in einem Hotel? Rundreise? Kombireise (Rundreise+Badeurlaub)? Es kommt darauf an ob man mit dieser Erkrankung die gebuchte Art von Urlaub auch durchführen kann. Kann die Familie das?

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