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recht.de • Thema anzeigen - Verkehrsunfall: Schadenshöhe strittig
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BeitragVerfasst: 12.04.17, 14:27 
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hätte gerne die Rechtslage in folgendem Fall geklärt:

- es gab einen Verkehrsunfall, die Schuldfrage ist unstrittig, der Schaden am Fahrzeug des Geschädigten ist eine Bagatelle: Keine mit dem bloßen Auge erkennbare Delle, die oberste Lackschicht ist angekratzt, ca. 2 cm * 5 cm am Kotflügel
- der Geschädigte wendet sich mit einem Kostenvoranschlag einer Vertragswerkstatt an die Versicherung des Schädigers, diese zahlt den ausgewiesenen Betrag i.H.v. 700 € aus
- der Geschädigte lässt keine Reparatur durchführen (beschädigtes Fahrzeug ist zehn Jahre alt)
- die Versicherung informiert den Schädiger über die Regulierung des Schadens
- der Schädiger informiert sich über die Möglichkeiten diesen Schaden zu reparieren und vergleicht Kosten; er stellt fest, dass eine Smart Repair am Lack bis zu 200 € kosten würde

Frage: Welche Chancen hat der Schädiger die Differenzsumme i.H.v. 500 € vom Geschädigten zu erhalten? Bitte mit Rechtsnorm(en) / Urteil(en) begründen.

Was ich selbst herausgefunden habe ist, dass, wenn der Schädiger seine Recherche proaktiv durchgeführt, den Geschädigten darauf hingewiesen und den Schadensersatz i.H.v. 200 € direkt an den Geschädigten geleistet hätte, letzterer sich damit zufrieden geben müsste. Siehe dazu LG Saarbrücken, AZ 13 S 216/09.

Vielen Dank und freundliche Grüße,
dragor


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 15:24 
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Beiträge: 688
>Frage: Welche Chancen hat der Schädiger die Differenzsumme i.H.v. 500 €
>vom Geschädigten zu erhalten? Bitte mit Rechtsnorm(en) / Urteil(en) begründen.

Keine. Der Versicherer handelt für den Schädiger. Insoweit muss er dessen Handlungen gegen sich gelten lassen.

Möglicherweise hat der Schädiger einen Anspruch gegen seinen Versicherer. Kostenrisiko im Verhältnis zum Streitwert ist halt nicht optimal.


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 16:16 
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Beiträge: 6

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Welche Anspruchsgrundlage hat der Schädiger ggü seinem Versicherer?


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 19:13 
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Beiträge: 13765
dragor hat geschrieben:
Welche Anspruchsgrundlage hat der Schädiger ggü seinem Versicherer?

M. E. keine.
Der Geschädigte muss keine Billigreparatur akzeptieren, sondern hat durchaus dass Recht, eine Vertragswerkstatt zu beauftragen.

_________________
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 19:37 
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Registriert: 24.10.12, 16:27
Beiträge: 6

Themenstarter
@nordlicht Der Geschädigte hat keine Reparatur durchführen lassen!

M.E. gehen bei einem PKW dieses Alters die deutlich höheren Kosten für eine neu gegen alt Reparatur deutlich über einen bloßen Ersatz des Schadens hinaus. Der Geschädigte ist nach der Reparatur besser gestellt als zuvor. Insbesondere, wenn er, wie in diesem Fall, keine Reparatur durchführen lässt, sondern sich das Geld einsteckt.

@Pirate Aus welchen Gründen darf der Versicherer den Schädiger generell vertreten? Es ist schließlich möglich, dass der Schädiger weder Halter noch Versicherungsnehmer ist.

Danke nochmals


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 19:53 
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Beiträge: 7455
Hallo,

dragor hat geschrieben:
Aus welchen Gründen darf der Versicherer den Schädiger generell vertreten? Es ist schließlich möglich, dass der Schädiger weder Halter noch Versicherungsnehmer ist.

Der Halter und damit seine Haftpflichtversicherung sind immer neben dem Verursacher mit in der Haftung (auch wenn weder der Halter noch der Versicherungsnehmer sondern jemand anders den Schaden verursacht hat), da nicht der Fahrer, sondern das Fahrzeug versichert ist. Das ergibt sich aus §7 Straßenverkehrsgesetz

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 20:39 
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Registriert: 06.06.10, 19:51
Beiträge: 1677
dragor hat geschrieben:
@nordlicht Der Geschädigte hat keine Reparatur durchführen lassen!
Das muß er auch nicht. Er kann selbst entscheiden, ob er sich den Schaden auszahlen läßt oder repariert.
dragor hat geschrieben:
Der Geschädigte ist nach der Reparatur besser gestellt als zuvor.
Wohl kaum.
dragor hat geschrieben:
Insbesondere, wenn er, wie in diesem Fall, keine Reparatur durchführen lässt, sondern sich das Geld einsteckt.
Für die Frage, ob der Geschädigte besser gestellt, ist es völlig belanglos, ob er reparieren läßt oder das Geld nimmt. Deine Denkweise ist hier völlig verkehrt. Außerdem wäre eine Reparatur noch teurer, da hier auch noch die Mehrwertsteuer von der Versicherung gezahlt werden muß.


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 21:52 
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Registriert: 14.12.06, 18:18
Beiträge: 13765
dragor hat geschrieben:
@nordlicht Der Geschädigte hat keine Reparatur durchführen lassen!

Na und? Trotzdem hat er Anspruch auf die Entschädigung, die die Reparatur gekostet hätte - abzüglich der Mehrwertsteuer.
dragor hat geschrieben:
Aus welchen Gründen darf der Versicherer den Schädiger generell vertreten? Es ist schließlich möglich, dass der Schädiger weder Halter noch Versicherungsnehmer ist.

Zum einen ist, wie SusanneBerlin bereits schrieb, das Fahrzeug versichert, zum anderen hat der Versicherer laut AHB Regulierungsvollmacht. Heißt: Der Versicherer entscheidet und reguliert.

_________________
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BeitragVerfasst: 13.04.17, 06:28 
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FDR-Moderator

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Beiträge: 15430
Wohnort: Auf diesem Planeten
Wissen Sie was ich in solch einem Fall als Geschädigter machen würde?
Ich würde die nächste Vertragswerkstatt aufsuchen und einen Termin für die Reparatur vereinbaren und für die Werkstattzeit noch eine Ersatzwagen auf Kosten des Verursachers nehmen :twisted:

Wenn überhaupt, dann stünden diese 500€ nicht dem Versicherungsnehmer, sondern der Versicherung zu.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit." Zitat Mark Twain


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