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recht.de • Thema anzeigen - Anwalt wechseln trotz PKH / Vertrauen fehlt
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BeitragVerfasst: 02.02.17, 11:15 
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Registriert: 02.02.17, 10:51
Beiträge: 1
Hallo!

Ich habe hier schin einige Beiträge gelesen, habe leider nichts passendes gefunden, was auf mich zutreffen würde... Daher möchte ich euch einmal mein Problem schildern.

Ich lebe in Trennung von meiner Frau und habe eine Anwältin mit der ganzen Sache betraut. Zwischenzeitlich habe ich eine neue Partnerin gefunden. Mein Problem ist, das der Noch-Mann meiner Lebensgefährtin die gleiche Kanzlei beauftragt hat in Sachen Scheidung wie ich. Nach Hinweisen aus dem Freundeskreis (die Anwältin darf nicht beide Parteien vertreten) habe ich eine allgemeine Frage an die Rechtsanwaltskammer gestellt und um Antwort gebeten. Telefonisch teilte man mir mit, das es nicht zulässig sei und ich mich noch einmal schriftlich deswegen bei denen melden solle. Das hab ich getan. Ich habe meiner Anwältin zwischenzeitlich auch mitgeteilt, das ich die Info der Kammer habe, das man das nicht darf. Ihre Antwort: Natürlich darf sie das, das würde bei denen öfter vorkommen und sei völlig normal.

Beim lezten Gespräch zwischen ihr und mir kam das alles zur Sprache und sie war äußerst ungehalten, das ich mich an die Kammer gewendet habe. Ich hab ihr erklärt, das ich nur Info haben wollte. Angeblich hat man ihr bei der Kammer geraten, mein Mandat niederzulegen. Sehr merkwürdig, da ich doch zuerst bei ihr war.

Zum anderen ist folgendes passiert: Der Noch-Mann meiner neuen Partnerin geht mit meinen Zahlen (Unterhalt, Kreditzahlungen etc) mittlerweile hausieren - stellt sich mir die Frage, woher er die Zahlen hat. Die Anwältin berechtet für ihn auch den Unterhalt für die gemeinsame Tochter und für seine Noch-Frau und erzählt mir dabei, das meine neue Partnerin ja sehr bald Post bekommt wegen des Unterhaltes und kommentierte dieses (sinngemäß) mit den Worten "Wenn sie damit nicht einverstanden ist kann sie ja klagen".

Meine Fragen hierzu:

Hat jemand schon mal etwas vergleichbares erlebt?
Darf die Anwältin so reagieren?
Kann die Kammer sagen/raten, das Mandat niederzuelgen?
Kann ich die Kanzlei so ohne weiteres Wechseln?
Mir fehlt so langsam echt das Vetrauen....

Wäre nett, wenn mir jemand etwas zur Rechtslage in diesem Fall sagen könnte...


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BeitragVerfasst: 03.02.17, 09:10 
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Registriert: 02.03.16, 15:55
Beiträge: 334
@Fragender

Ein RA darf nicht tätig werden, wenn "[...] er eine andere Partei in derselben Rechtssache im widerstreitenden Interesse bereits beraten oder vertreten hat[...]"

Liegen diese Vorraussetzungen der BRAO vor, dann ergibt sich folgendes Bild:

  • nicht tätig werden

    bedeutet, der Anwalt hat seine Tätigkeit noch gar nicht begonnen, also den Mandanten noch gar nicht vertreten.
    Daher kann der Mandant auch nicht "den Anwalt wechseln.", denn der Mandant hatte rechtlich gesehen
    noch gar keinen Anwalt mandatiert! Der Mandant muss sich einen neuen RA suchen, denn der Anwalt
    musste das Mandat ablehnen.

  • andere Partei

    Das ist der Gegner. In Scheidungsachen ist das der zukünftige Ex Ehegatt(e)(in)

  • derselben Rechtssache

    Angelegenheit mit mehreren Beteilgten, die entgegengesetze Interessen durchsetzen wollen

  • im widerstreitenden Interesse

    Das ist in Ehesachen schwierig zu beantworten.Meist umgehen die Eheleute das mit der
    einvernehmlichen Scheidung. Ob der Ex der zukünftigen Ex eine solche betreibt wissen
    Sie nicht; ob Sie und Ihre Ex so etwas vor haben wissen wir nicht.


Sind aber die Vorrausetzungen nach BRAO nicht gegeben, handelte der RA also wahrscheinlich nicht gegen BRAO, so gilt bei Verfahrenkostenhilfe / Beratunghilfe die Regel,
dass der wechselwillige Mandant den neuen Anwalt dann selbst bezahlen muss. Der Staat zahlt nur einmal. Wechseln kann man also, aber nicht auf Staatskosten.

Überdies soll noch angemerkt sein, dass "die Kammer" keine Telefonhotline hat und auch kein Beratungsgremium darstellt, sondern eine Außergerichtliche Instanz in Anwaltsberufssachen ist. Sie "sagt" nicht und sie "rät" nicht. An die Kammer, also die örtlich für diesen Anwalt zuständige RA-Kammer, wendet man sich ausschließlich schriftlich. Sie "hört" dann die Gegenseite (schriftlich) an, der Mandant kann ggf. darauf erwidern. Es folgt ein "Spruch", der für beide Seiten einen Vergleich formuliert.

"[...] die Rechtsanwaltskammer [ist] [...] berufen, ein Schlichtungsverfahren zwischen Mandant und Rechtsanwalt durchzuführen[...]"

Wie das geht, erklärt die Kammer auf ihrer Internetpräsenz. Telefonate sind hier völlig sinnlos. Da das Trennungsjahr noch läuft, wird die PKH, die richtig Verfahrenskostenhilfe heisst, ohnehin noch nicht bewilligt. Dies passiert erst nach dem Ende des Trennungsjahres. Daher ist hier auch nichts eilig und Zeit genug für ein Schlichtungsverfahren.


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