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recht.de • Thema anzeigen - Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
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 Betreff des Beitrags: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 30.11.16, 19:35 
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Beiträge: 3
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen Anwalt mit der Titelabänderung beauftrag. Er tat ca 1 Jahr nichts. Was ist zu tun? Wie haftet er?
Bitte um Rat
Grüsse


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 05.12.16, 13:43 
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FDR-Moderator

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Beiträge: 2114
Wohnort: Neu-Ulm
Mal nachfragen?

Ansonsten Mandat kündigen und neuen Anwalt beauftragen.

Wenn durch die Tätigkeit oder Untätigkeit eines Anwalts ein Schaden entstanden ist, kann grundsätzlich eine Haftung im Raum stehen. Ob das hier so ist, lässt sich der kompakten Fragestellung nicht entnehmen.

_________________
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 05.12.16, 16:24 
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Beiträge: 1760
Milo hat geschrieben:
Mal nachfragen?

Bei wem? Beim Anwalt- oder nicht besser direkt bei der zuständigen Kammer in Form einer Beschwerde?

Die Kammern führen doch die Aufsicht über die Einhaltung der Berufspflichten - oder sind sie der Meinung, das man da überhaupt nicht vorstellig werden muss, weil das nicht bringt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 05.12.16, 22:58 
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Registriert: 19.01.14, 03:39
Beiträge: 404
Beim Anwalt nachfragen, wie Milo schrieb.

Immer zunächst beim Betreffenden nachfragen, von dem man etwas will. Bisher ist laut Sachverhaltsinfo dort ja noch gar nicht nachgefragt worden, sonst wäre das ja erwähnt worden.

Und zum Verständnis: nein, 4711, Anwälte sind NICHT Angestellte der Kammern und die Kammern sind NICHT deren Chef oder Aufsicht und NICHT weisungsbefugt wie bei Beamten und Angestellten, haben NICHT den Anwälten zu sagen, was sie zu tun haben. Anwälte sind selbständig und die Kammern können nur in krassen Fällen Verweise, Rügen oder Missbilligungen aussprechen.
Wenn man aber vorher als Mandant nicht mal bei seinem Anwalt nachfrsgt, welche Gründe der Weiterbearbeitung entgegen stehen, oder ob der Stillstand etwaig auch am Stillstand des Gerichts liegt oder was immer die Gründe und der Sachstand sind, kann man sich kaum beschweren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 06.12.16, 00:50 
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Beiträge: 1760
:shock: Naja, ich denke mal auf ein "einfach mal nachfragen" wird auch der Laie schon gekommen sein - vermutlich aber schon nach kürzerer Zeit as einem Jahr...

Ich hatte da halt den § 11 BORA im Hinterkopf:

Zitat:
§ 11 Mandatsbearbeitung und Unterrichtung des Mandanten

(1) Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, das Mandat in angemessener Zeit zu bearbeiten und den Mandanten über alle für den Fortgang der Sache wesentlichen Vorgänge und Maßnahmen unverzüglich zu unterrichten. Dem Mandanten ist insbesondere von allen wesentlichen erhaltenen oder versandten Schriftstücken Kenntnis zu geben.
[...]


Für die Einhaltung des Berufsrechts sind ja irgendwie schon die Kammern zuständig - oder etwa nicht?

Die Frage ob das aber etwas nützt, war durchaus Ernst gemeint - mein Gott: Was ist schon etwa "angemessene Zeit" oder in II gar "unverzüglich" :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 06.12.16, 14:24 
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FDR-Moderator

Registriert: 13.12.04, 12:44
Beiträge: 2114
Wohnort: Neu-Ulm
Ja, und die Kammern haben mit 113,114 Brao auch wirkungsvolle Instrumente.
Wenn aber die Kammern sich um jeden Fall kümmern, wo nach der Meinung des Mandanten die Bearbeitungszeit nicht mehr angemessen ist, hätten die viel zu tun.

Lesenswert ist hierzu: http://lexetius.com/2016,2190

Zwar wird thematisiert, dass der Anwalt binnen 2 Wochen nicht auf eine schriftliche Anfrage reagiert hat - mit keinem Wort wird jedoch erwähnt, dass die Sache fast ein Jahr beim Anwalt lag, bevor etwas raus ging... wobei dann das erste Schreiben auch noch "zufällig" verloren ging und erst 1/4 Jahr später erneut verschickt wurde, der nächste Anwalt die Sache aber nach 3 Tagen erledigte.

Generell muss eine "hartnäckige" Untätigkeit des Anwalts vorliegen.... das ist alles so wischi-waschi.... und rausreden kann sich ein Anwalt wie kein anderer - deswegen auch mein Rat: Einfach mal nachfragen.... schriftlich.... nach ner Woche erneut, mit höflicher Frist, nach 2 Wochen kann man ja die Anfrage erweitern: Lieber Anwalt. Wie ist der Sachstand und wieso ist 11 Bora bei unserem Fall nicht anwendbar?

:devil:

_________________
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 06.12.16, 17:55 
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Registriert: 31.05.15, 07:19
Beiträge: 1760
Milo hat geschrieben:
Generell muss eine "hartnäckige" Untätigkeit des Anwalts vorliegen.... das ist alles so wischi-waschi.... und rausreden kann sich ein Anwalt wie kein anderer - deswegen auch mein Rat: Einfach mal nachfragen.... schriftlich.... nach ner Woche erneut, mit höflicher Frist, nach 2 Wochen kann man ja die Anfrage erweitern: Lieber Anwalt. Wie ist der Sachstand und wieso ist 11 Bora bei unserem Fall nicht anwendbar?

:devil:

Ja, so ist das wohl - nur ziehe ich aus den gleichen Tatsachen andere Schlüsse:

Der eine oder andere Anwalt scheint schon den Eindruck gewonnen zu haben, man beauftragt ihn, weil man nichts besseres zu tun hat, als ihm hinterher zu laufen.
Das ist meiner Meinung nach schon ein grober Mißbrauch der Anwaltspflicht in manchen Angelegenheiten und der Tatsache, dass sich die Kollegen darauf eingestellt haben "Laien" überhaupt nicht ernst zu nehmen (weil sie wissen: Bevor es "rund geht" kommt noch ein "Kollege" ins Spiel - dann kann man sich ja immernoch bewegen...)

Und eben weil die Ausreden so einfallsreich sind, sollte man der Kammer doch Gelegenheit geben soviele davon zu hören wie nur möglich! :mrgreen:

Wer weiß dass schon, vielleicht wird dem Anwalt das irgendwann leid ständig um Stellungnahme gebeten zu werden oder der Kammer reicht es irgendwann ständig den selben "Kollegen" auf dem Tisch zu haben...

Vielleicht passiert ja dann irgendwann einmal ein Wunder und man geht zum Anwalt und sagt:

Zitat:
Lieber Anwalt bitte mahne XY an - und wenn der sich nicht bewegt wird geklagt...


...und nach 2 Woche hat man das Mahnschreiben mit Fristsezung zu Kenntnisnahme im Briefkasten und nach 5 Wochen den Klageentwurf zum abnicken... ein Träumchen :engel:

@Milo

Wenn ich jeden Auftrag annehmen würde egal ob ich den irgendwie in halbwegs angemessener Zeit erledigen kann - Kunden Monate oder Jahre warten lasse, bis ich die beglücke - komme ich auch in Teufels-Küche, ganz ohne das es da ein Gesetz gibt oder nicht.

...und wenn ich dann noch darauf bestehe, dass ich nur mein Bemühen schulde.. egal wie lausig das Ergebnis ausfällt..... :devil:

PS.: Mein Eindruck ist obendrein, dass es wohl grober Fehler ist zu unverbindlich mit einem Anwalt umzugehen oder ihm Spielräume (eben für Ausreden) zu eröffnen, indem man z.B. irgendetwas "mündlich" beauftragt usw :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 08.12.16, 11:42 
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Beiträge: 3

Themenstarter
Hallo,
ich habe den Anwalt mehrmals Schriftlich an die Sache hier: Abänderung der Titulierung angeschrieben und ihm mittgeteilt, dass mir Schulden entstehen, wenn er in der Sache nichts tut. Inzwischen ist es soweit: Schulden, Zwangsvollstreckung etc.. Ich habe ihm die Auflistung gesendet, will er natürlich nichts davon hören. Die Lösung wäre, wenn er die Titulierung auf das Datum. wo er die Sache angenommen hat +/- halben Jahr zurückdreht. Was ist rechtlich zu tun?
Grüsse


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 Betreff des Beitrags: Re: Anwaltsnichtstun über ca 1 Jahr
BeitragVerfasst: 08.12.16, 21:23 
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Registriert: 31.05.15, 07:19
Beiträge: 1760
Name4711 hat geschrieben:
:shock: Naja, ich denke mal auf ein "einfach mal nachfragen" wird auch der Laie schon gekommen sein - vermutlich aber schon nach kürzerer Zeit as einem Jahr...


8) Was meint ihr:

Muss ich mir jetzt ein Kopftuch übertun, große Ohrringe anmontieren und mit Glaskugel und bunten Klamotten in der Fußgängerzone ein neues Gewerbe als Wahrsager eröffnen...


...oder war das ggf. auch so vorherzusagen :P


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