Anwaltsfehler und jetzt?

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MarkusToe
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Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 19.12.18, 18:43

Anwalt wird schriftlich beauftragt im Namen der Ehefrau einen kfz Hersteller auf Rücknahme
Zu verklagen... Alle Dokumente von ihr unterschrieben und namentlich genannt.
Gesamte Konversation über Mail Account des Ehemanns abgewickelt. ...

Klage wird eingereicht, mündliche Verhandlung hat stattgefunden,
Richter sagt, Klage wird stattgegeben. ...

Jetzt schriftliche Urteilsverkündung, Klage abgewiesen,
Grund: Vorname des Ehemanns in der Klage, da der nicht gekauft hat, nicht klageberechtigt.

Wofür muss der Anwalt haften?
Nur für neuen Prozess, oder für das Originale Urteil, die kfz Rücknahme?

SusanneBerlin
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von SusanneBerlin » 19.12.18, 19:39

Merkwürdig ist auch, dass gegen den Hersteller des Kfz geklagt wurde. Hat man das Kfz tatsächlich direkt vom Hersteller gekauft, und ein Mitarbeiter des Autoherstellers saß auf der Beklagtenseite in der Verhandlung? Oder war in der Klageschrift nicht nur der falsche Kläger genannt sondern auch der falsche Beklagte? Sachen gibts...
Grüße, Susanne

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 19.12.18, 20:01

Nene war schon richtig. .. das ist der große den im Moment jeder verklagt. ...

FM
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von FM » 19.12.18, 20:18

Was man derzeit so hört, sind Klagen noch bis Jahresende möglich. Selbst wenn es ein Fehler des Anwaltes gewesen sein sollte, kann also die Hauptforderung immer noch geltend gemacht werden. Der Schaden wären dann nur die Kosten des fehlerhaften Verfahrens.

Sollte es so sein, ist die eigentlich klageberechtigte Person selbst schuld, wenn sie nun nichts mehr rechtzeitig macht.

Es wäre zu vermuten, dass der Anwalt dazu auch etwas gesagt hat. Oder doch nicht? Oder nur vergessen zu erwähnen?

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 19.12.18, 20:31

Eben nicht, seit einer Wo Funkstille, ....

Habe jetzt vorsichtshalber Frist bis Freitag gesetzt....

Geht ja auch um ein paar eufufzisch...
So mal schnell 5k EUR extra....für ne neue Klage plus Wertverlust in der Zeit....

Biggi0001
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von Biggi0001 » 20.12.18, 04:48

Schließen Sie sich doch der Massenklage des (Wortsperre: Name) an. Ist kostenlos und kann bares Geld wert sein.
Zuletzt geändert von ktown am 22.12.18, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Auch für sie gelten die Forenregeln.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 20.12.18, 13:46

Forenregelnbeachten
Zuletzt geändert von ktown am 22.12.18, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 21.12.18, 18:23

Anwalt hat sich endlich gemeldet nachdem ich angedroht habe heute bei ihm Aufzuschlagen und nicht eher zu gehen bis ich antworten habe.....

Anwalt sagt: Richter hat einen Fehler gemacht, die Gegenseite hat nicht gemerkt das keine Aktivlegitimation vorliegt.
Deshalb hätte das der Richter nicht so urteilen dürfen....

Richtig?

Nordlicht14
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von Nordlicht14 » 22.12.18, 04:36

????
Was ist das denn für eine Schutzbehauptung?
Aktivlegitimation wird von Amts wegen von Gericht geprüft.
Und wenn der Richter einen Fehler gemacht haben könnte, muss der Anwalt dem Mandanten zur Berufung raten.

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 22.12.18, 11:05

Die wollen jetzt gegen die Entscheidung des Richters vorgehen....
Selbst wenn das wirklich gelingen sollte, hat doch die Gegenseite jetzt die Steilvorlage in der nächsten Instanz...

Das ist doch Quatsch, was da laufen soll, richtig?

Nordlicht14
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von Nordlicht14 » 22.12.18, 13:39

Wenn der Wagen im Eigentum der Frau stand und nicht des Mannes und die Frau Käuferin war, musste Klägerin auch die Frau sein und nicht der Mann. Es sei denn, sie hat ihm ihre mutmasslichen Ansprüche vorher formal abgetreten und er die Abtretung angenommen. Wenn das nicht der Fall war, konnte der Mann natürlich nicht als Kläger auftreten und geht die Klage naturgemäss verloren. Das weiß jeder Referendar. Dann natürlich auch die Berufung.

Wenn der Anwalt das erkennen konnte anhand der Unterlagen, wer der Eigentümer war, musste er natürlich auch darauf hinwirken, dass der Richtige Kläger wird und nicht für einen Nichteigentümer bzw Nicht-Käufer klagen.

Wie schon oben erwähnt wurde, müsste man dann schon jetzt zackig neu Klage einreichen noch in 2018, da die Ansprüche ja Ende 2018 verjähren sollen. Sollte der Mann, der die Klage nun verloren hat bzw das Paar, gegen den Anwalt Regress einklagen wollen, so ist er jetzt rechtlich natürlich dazu verpflichtet, zunächst noch mal richtig zu klagen (Schadenminderungspflicht). Lediglich sich am Musterfeststellungsverfahren zu beteiligen, dürfte wohl nicht reichen vermutlich, da dessen Wirkungen auch wenn es beim BGH in vermutlich 5-7 Jahren erfolgreich ist, keinen schadensersatzanspruch ergeben, sondern nur Klage dem Grunde nach feststellend, und danach dann jeder einzeln klagen muss.

Wenn das Ehepaar Regress beim Anwalt probieren möchte, wird die erste rechtliche Frage dann sein, wer überhaupt, für die Prozesskosten als vergebliche Aufwendungen/Schaensersatz. Gleich den gesamten Klagewert einzuklagen halte ich für gewagt, zum einen weil der Schaden noch bis zum 31.12.18 jetzt locker zu verhindern ist durch zügiges Einreichen bis dahin der Klage, wenn das Paar das nicht macht bis 31.12., hat es Pech gehabt und verliert es die Regressklage gegen den Anwalt, ferner dürfte es chwer sein im Regressprozess die hypothetische Kausalität darzulegen und zu beweisen: der Kläger muss darlegen und beweisen, dass und warum ohne den Fehler des falschen Klägers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Klage gegen den grossen Autohersteller sicher gewonnen worden wäre. Ansonsten hat er ja eh keinen Schaden. Und das darzulegen und zu beweisen im sekundären Regressprozess - viel Vergnügen, wo die meisten Klagen gegen den Herrsteller bei den meisten Landgerichten derzeit ja abgewiesen werden und verloren gehen bisher.

Dass der Anwalt auf Zeit setzte bei der Monierung ist klar: er muss es nur erreichen, dass es 1.1.19 wird, ohne dass das Ehepaar bzw die Frau neu klagt bis 31.12.28, dann ist eine eventueller Regress gegen ihn weg.

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 22.12.18, 15:51

Wir reden nicht über den 2 l Motor, EA 189
Wir reden über den 3L, da verjährt noch nichts.....

Nordlicht14
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von Nordlicht14 » 22.12.18, 18:05

Ach so

MarkusToe
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von MarkusToe » 04.02.19, 09:31

Anwalt hat jetzt Revision beim OLG eingereicht.

Bin mir nicht sicher ob das so sinnvoll sein kann...
Begründung: das Gericht hat bei der mündlichen Verhandlung etwas anderes gesagt als in der Schriftlichen Urteilsbegründung und das wär nicht zulässig.....

Nordlicht14
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Re: Anwaltsfehler und jetzt?

Beitrag von Nordlicht14 » 05.02.19, 23:08

Sprungrevision? Mit welcher revisionsrechtlicher Begründung? War die erste Instanz Amtsgericht und die Berufung zum Landgericht damit ausgelassen?

Und kann er das beweisen mit der mündlichen Aussage? War die im Sitzungsprotokoll vom Richter protokolliert worden, dass er sich da verbindlich festlegt schon in der Verhandlung? (kaum vorstellbar). Ansonsten wird das kaum beweisbar sein. Und selbst wenn, kann der Richter stets sagen bzw das Revisionsgericht/Berufungsgericht: war bloss die damals momentane vorläufige rechtliche Einschätzung, unverbindlich. Das Urteil wird danach getroffen nach richterlicher Prüfung nach der Verhandlung stets und nach der Kammerberatung (falls nicht Einzelrichterübertragung). Jegliche Aussage in der Verhandlung wie es ausgeht, ist ja unverbindlich.

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