Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Moderator: FDR-Team

Antworten
traveler
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 16.05.19, 00:19

Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von traveler » 16.05.19, 00:54

In einer lächerlichen Nachbarschaftsstreitigkeit haben meine Nachbarn sich entschlossen sich von einem Anwalt vertreten zu lassen anstatt dies direkt zu besprechen.

Seit drei Jahren nun kommuniziere ich ca. alle 4 Monate mit diesem, bis seit einem Jahr Funkstille war. Nach meinem besten Wissen handelt es sich um einen persönlichen Freund des Nachbarn ich gehe daher davon aus dass dies alles kostenlos ist.

Es gibt Androhungen von Gericht, jedoch ist es nicht einmal möglich eine Meditation zu erreichen. Im Telefonat mit dem Anwalt vor 12 Monaten teilte mir dieser zwar mit, dass er dies alles mit den Nachbarn klären werde aber nichts ist passiert.

Über den Anwalt bin ich unter anderem beschuldigt worden vor ca 35 Jahren unbefugt das Grundstück meines Nachbarn betreten zu haben. Diese Äußerung wird regelmäßig von meinen Nachbarn gegenüber dritten wiederholt. Ich möchte wegen dieser Verleumdung nicht die Polizei beschäftigen. Aber wenn es möglich ist den Anwalt auf eine Art und Weise um Korrektur zu bitten so dass dieser das mit meinem Nachbarn abrechnen muss und nicht kostenlos seine Dienste anbieten kann, dann würde ich dies gerne so machen.

Gibt es also Wege bei denen ein Anwalt gezwungen ist seine Dienste (Kommunikation ist mit Briefpapier einer Kanzlei spezialisiert auf Wirtschaftsrecht) zu berechnen? Wie ist die Rechtslage?

zimtrecht
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 707
Registriert: 04.11.16, 10:18

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von zimtrecht » 16.05.19, 06:29

traveler hat geschrieben:In einer lächerlichen Nachbarschaftsstreitigkeit... bin ich unter anderem beschuldigt worden vor ca 35 Jahren unbefugt das Grundstück meines Nachbarn betreten zu haben.
In der Tat lächerlich - und persönlich würde ich jedem, der mich darauf anspräche sagen "Stimmt! - Na und?" und das ansonsten ignorieren.
Gibt es also Wege bei denen ein Anwalt gezwungen ist seine Dienste (Kommunikation ist mit Briefpapier einer Kanzlei spezialisiert auf Wirtschaftsrecht) zu berechnen? Wie ist die Rechtslage?
https://dejure.org/gesetze/BRAO/49b.html
(1) Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt. Im Einzelfall darf der Rechtsanwalt besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers, insbesondere dessen Bedürftigkeit, Rechnung tragen durch Ermäßigung oder Erlass von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21076
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von ktown » 16.05.19, 07:09

traveler hat geschrieben:ich gehe daher davon aus dass dies alles kostenlos ist
was aber eine reine Unterstellung ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15243
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von SusanneBerlin » 16.05.19, 07:29

Hallo,
Über den Anwalt bin ich unter anderem beschuldigt worden vor ca 35 Jahren unbefugt das Grundstück meines Nachbarn betreten zu haben.
Wenn das die schlimmste der vorgebrachten "Anschuldigungen" ist, wieso zerbrechen Sie sich darüber den Kopf? Das kann man einfach ignorieren, man muss auf Anwaltsbriefe nicht reagieren.
Im Telefonat mit dem Anwalt vor 12 Monaten teilte mir dieser zwar mit, dass er dies alles mit den Nachbarn klären werde aber nichts ist passiert.
Ein Anwalt schreibt was seine Kunden wünschen, er ist kein Erziehungsberechtigter. Sie werden durch Einwirken auf den Anwalt der Nachbarn nicht erreichen, dass die Nachbarn ihre Einstellung ändern.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 16.05.19, 07:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6809
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von winterspaziergang » 16.05.19, 07:30

traveler hat geschrieben: Über den Anwalt bin ich unter anderem beschuldigt worden vor ca 35 Jahren unbefugt das Grundstück meines Nachbarn betreten zu haben. Diese Äußerung wird regelmäßig von meinen Nachbarn gegenüber dritten wiederholt. Ich möchte wegen dieser Verleumdung nicht die Polizei beschäftigen.
Die Polizei wird sich für eine Aussage wie diese, die keine Verleumdung ist, auch nicht interessieren. Es ist nichts ehrenrühriges daran, ein Grundstück betreten zu haben, auch nicht wenn dies unbefugt geschehen ist. Ein halbwegs erwachsener Dritter wird sich auch fragen, was das Problem der Nachbarn (35 Jahre später) ist.
Aber wenn es möglich ist den Anwalt auf eine Art und Weise um Korrektur zu bitten so dass dieser das mit meinem Nachbarn abrechnen muss und nicht kostenlos seine Dienste anbieten kann, dann würde ich dies gerne so machen.
wieso interessiert es einen, ob die Nachbarn den Anwalt bezahlen oder nicht, um solchen Unfug zu schreiben?

WHKD2000
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 625
Registriert: 29.06.13, 18:52

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von WHKD2000 » 16.05.19, 15:28

traveler hat geschrieben: Seit drei Jahren nun kommuniziere ich ca. alle 4 Monate mit diesem, bis seit einem Jahr Funkstille war.
also tut sich doch aktuell nichts?
Ist Ihnen die Funkstille nicht geheuer?

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21076
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von ktown » 16.05.19, 15:31

WHKD2000 hat geschrieben:
traveler hat geschrieben: Seit drei Jahren nun kommuniziere ich ca. alle 4 Monate mit diesem, bis seit einem Jahr Funkstille war.
also tut sich doch aktuell nichts?
Ist Ihnen die Funkstille nicht geheuer?
Vermutlich hat der Anwalt eine Rechnung geschickt. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2261
Registriert: 04.07.12, 13:01

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von lottchen » 16.05.19, 16:09

winterspaziergang hat geschrieben: Es ist nichts ehrenrühriges daran, ein Grundstück betreten zu haben, auch nicht wenn dies unbefugt geschehen ist. Ein halbwegs erwachsener Dritter wird sich auch fragen, was das Problem der Nachbarn (35 Jahre später) ist.
Höchstens wenn der Sachverhalt nicht vollständig geschildert wurde. Wenn vor 35 Jahren die Villa der Nachbarn abgefackelt wurde und der Täter nie gefasst wurde könnte die Behauptung, man hätte vor 35 Jahren das Grundstück widerrechtlich betreten, doch schon Richtung Rufmord (ja ich weiß diesen Tatbestand gibt es nicht) gehen :lachen:

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1642
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von Celestro » 16.05.19, 16:26

traveler hat geschrieben:Aber wenn es möglich ist den Anwalt auf eine Art und Weise um Korrektur zu bitten so dass dieser das mit meinem Nachbarn abrechnen muss und nicht kostenlos seine Dienste anbieten kann, dann würde ich dies gerne so machen.

Gibt es also Wege bei denen ein Anwalt gezwungen ist seine Dienste (Kommunikation ist mit Briefpapier einer Kanzlei spezialisiert auf Wirtschaftsrecht) zu berechnen? Wie ist die Rechtslage?
Sie sollten sich mal eins klar machen. Nämlich, das der Anwalt dann eine Rechnung schreibt und der Freund das Geld zahlt und anschließend beim Bier am Samstag gibt ihm der Anwalt das Geld zurück.

Oder denken Sie wirklich, Sie könnten dem Freund des Anwaltes eine Rechnung rein drücken, die Ihn ernstlich tangiert?

traveler
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 16.05.19, 00:19

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von traveler » 16.05.19, 23:48

ktown hat geschrieben:
traveler hat geschrieben:ich gehe daher davon aus dass dies alles kostenlos ist
was aber eine reine Unterstellung ist.
Das ist Korrekt, allerdings sind diese Nachbarn extrem geizig. Da diese Nachbarn darauf bestehen von einem Anwalt vertreten zu werden versuche ich nun durch einzelne Briefe in jedem einzelnen Punkt maximale Kosten zu verursachen, bis die Verleumdungen aufhoeren.

traveler
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 16.05.19, 00:19

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von traveler » 16.05.19, 23:58

WHKD2000 hat geschrieben:
traveler hat geschrieben: Seit drei Jahren nun kommuniziere ich ca. alle 4 Monate mit diesem, bis seit einem Jahr Funkstille war.
also tut sich doch aktuell nichts?
Ist Ihnen die Funkstille nicht geheuer?
Ich habe mit der Funkstille kein Problem. Aber es ist ja nur Funkstille seitens des Anwaltes.

Der Nachbar verleumdet mich weiterhin in der Nachbarschaft wegen einer Laecherlichkeit. Es kommen andere dinge hinzu, die man normalerweise als Nachbarn einfach klaeren kann, die ich jetzt aber, da der Nachbar ja darauf besteht ueber einen Anwalt zu kommunizieren moeglichst 'kosteneffizient' erbitten werde.

traveler
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 16.05.19, 00:19

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von traveler » 17.05.19, 00:07

lottchen hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: Es ist nichts ehrenrühriges daran, ein Grundstück betreten zu haben, auch nicht wenn dies unbefugt geschehen ist. Ein halbwegs erwachsener Dritter wird sich auch fragen, was das Problem der Nachbarn (35 Jahre später) ist.
Höchstens wenn der Sachverhalt nicht vollständig geschildert wurde. Wenn vor 35 Jahren die Villa der Nachbarn abgefackelt wurde und der Täter nie gefasst wurde könnte die Behauptung, man hätte vor 35 Jahren das Grundstück widerrechtlich betreten, doch schon Richtung Rufmord (ja ich weiß diesen Tatbestand gibt es nicht) gehen :lachen:
In der Hoffnung dass der Nachbar (oder sein Anwalt) dies hier findet und mich identifiziert habe ich dies knapp geschildert. Die Verleumdung ist mir eigentlich egal, aber sie passiert weiterhin - wie mir meine anderen Nachbarn stets schmunzelnd erzaehlen. I

traveler
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 16.05.19, 00:19

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von traveler » 17.05.19, 00:24

SusanneBerlin hat geschrieben:Hallo,
Über den Anwalt bin ich unter anderem beschuldigt worden vor ca 35 Jahren unbefugt das Grundstück meines Nachbarn betreten zu haben.
Wenn das die schlimmste der vorgebrachten "Anschuldigungen" ist, wieso zerbrechen Sie sich darüber den Kopf? Das kann man einfach ignorieren, man muss auf Anwaltsbriefe nicht reagieren.
Ich habe meinem Nachbarn in der Vergangenheit stehts geholfen. Dabei habe ich ihm dinge genehmigt wie zum Beispiel sein Motorrad vor meiner ungenutzten Garage abzustellen. Jetzt baue ich ein Schiebetor und er will mir dies laut Anwalt gerichtlich verweigern, da er meint ein Wegerecht zu haben. Nach Auskunft meinen Anwaltes (vor drei Jahren) eine Laecherlichkeit

Der Nachbar hat mir untersagt ihn direkt anzuschreiben und per Anwalt mitgeteilt dass der Anwalt ihn in allen Problemen mit mir vertritt.

Ich habe um eine Mediation gebeten damit ich sicher stellen kann dass dies seinerseits verstanden ist bevor ich das Tor baue aber der Anwalt/Nachbar haben sich nicht geruehrt. Daher ist jetzt mein plan quasi fuer jeden Pflasterstein, den er auf meinem Grundstueck lagert einen Brief zu schreiben damit der Anwalt jeden dieser Briefe in Rechnung stellen muss und Bewegung in die Sache kommt.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15243
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Kann man Anwaltskosten erzwingen?

Beitrag von SusanneBerlin » 17.05.19, 07:24

Die Verleumdung ist mir eigentlich egal, aber sie passiert weiterhin - wie mir meine anderen Nachbarn stets schmunzelnd erzaehlen.
Hab ich mir gedacht, dass das eh niemand ernst nimmt.
Das ist Korrekt, allerdings sind diese Nachbarn extrem geizig. Da diese Nachbarn darauf bestehen von einem Anwalt vertreten zu werden versuche ich nun durch einzelne Briefe in jedem einzelnen Punkt maximale Kosten zu verursachen, bis die Verleumdungen aufhoeren.
Es kommen andere dinge hinzu, die man normalerweise als Nachbarn einfach klaeren kann, die ich jetzt aber, da der Nachbar ja darauf besteht ueber einen Anwalt zu kommunizieren moeglichst 'kosteneffizient' erbitten werde.
Sie können den Anwalt des Nachbarn nicht zwingen, tätig zu werden. Sie sind nicht sein Mandant. Wenn der Nachbar zu seinem Anwalt sagt, er solle ihm eine Kopie der eingehenden Briefe schicken, das Original abheften und sonst nichts weiter tun, dann ist das so. Da können Sie den Anwalt mit einer Flut von Briefen überschütten, ohne dass es zu Kosten beim Nachbarn führt.
Kann man Anwaltskosten erzwingen?
Erzwingen kann man Anwaltskosten bei einer anderen Person höchstens, indem man die andere Person vor dem Landgericht verklagt (dafür benötigt man selber zwingend einen Anwalt, da Anwaltszwang). Auf die Gefahr hin, dass man am Ende dem Kontrahenden seine Anwaltskosten erstatten muss, wenn man verliert.

Andere suchen sich ein Hobby... :liegestuhl:
Grüße, Susanne

Antworten