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recht.de • Thema anzeigen - FA kürzt Entfernungspauschale / Nachweis nicht anerkannt
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BeitragVerfasst: 19.05.17, 11:26 
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Hallo zusammen,

folgender, angenommener Fall:

Ein Arbeitnehmer pendelt täglich ca. 100 km zwischen seinem Wohnort und seiner Arbeitsstätte. Im ersten Jahr der Beschäftigung hat der AN zum Nachweis der gefahrenen Kilometer Reparaturrechnungen / TÜV-Berichte etc. gesammelt und beim Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung eingereicht. Daraufhin wurde die Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) auch berücksichtigt.

Das Finanzamt hat den AN nun aber vor 2 Jahren aufgefordert, Nachweise für die gefahrenen Kilometer einzureichen.
Da der AN an seinem Fzg. keine Inspektionen durchführen lässt und ggf. anfallende Reparaturen in Eigenregie erbracht wurden, gibt es auch keine Rechnungen, die den Kilometerstand ausweisen könnten. Das FA kürzt daher die Entfernungspauschale für das Jahr 2015.

Der AN hat daraufhin Inspektionsrechnungen aus dem Jahr 2016 eingereicht, welche die Kilometerlaufleistung bestätigen. Für 2016 gibt es nun Wartungsnachweise, da der AN ein neues Auto gekauft hat und die ersten Wartungen im Kaufpreis enthalten waren und daher auch durchgeführt werden.

Diesen Nachweis erkennt das FA aber nicht an, da sich die Rechnungen auf das Jahr 2016 beziehen und nicht auf das Jahr 2015.
Dass sich seit 5 Jahren der Wohnort / der Ort der Arbeitsstätte nicht geändert hat, interessiert den Sachbearbeiter beim FA nicht.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das FA ohnehin nur neue Nachweise einfordern darf, wenn sich eine wesentliche Änderung der Verhältnisse (z. B. geänderter Wohnort / geänderte Arbeitsstätte) ergeben hat.

Leider finde ich dazu aber kein Quelle mehr (bitte um Rückinfo, falls hier jemand die Quelle kennt).

Das FA unterstellt dem AN zudem, dass die nachgewiesene Fahrleistung nicht ausreicht, da der AN sicher auch noch Privatfahrten durchgeführt hat.
Das FA führt allerdings nicht aus, wie hoch die angesetzten Kilometer für Privatfahrten sein sollen. Gibt es diesbezüglich denn eine Richtlinie?

Könnt ihr bitte eine kurze Einschätzung zu dem Fall geben und ggf. einen Tipp, wie sich der AN nun verhalten soll?

Vielen Dank im Voraus und Gruß


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BeitragVerfasst: 19.05.17, 11:45 
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Beiträge: 14401
Da nach der Entfernungspauschale gefragt wurde: dafür spielen solche Nachweise keine Rolle.

Ich vermute mal fast, es geht eben nicht um die Pauschale, weil man mehr als diese (max. 4.500 Euro) geltend machen will.


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BeitragVerfasst: 19.05.17, 22:19 
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Fürst hat geschrieben:
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das FA ohnehin nur neue Nachweise einfordern darf, wenn sich eine wesentliche Änderung der Verhältnisse (z. B. geänderter Wohnort / geänderte Arbeitsstätte) ergeben hat.

Leider finde ich dazu aber kein Quelle mehr (bitte um Rückinfo, falls hier jemand die Quelle kennt).



Das ist Quatsch und deshalb wird man dazu auch keine Quelle finden. Stichwort Abschnittsbesteuerung. Nur weil etwas einmal von Kollege Computer durchgewunken wurde, hat das keinerlei Bindungswirkung für die Zukunft.


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BeitragVerfasst: 20.05.17, 09:04 
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Zitat:
Das Finanzamt hat den AN nun aber vor 2 Jahren aufgefordert, Nachweise für die gefahrenen Kilometer einzureichen.
Verstehe ich nicht. Vor 2 Jahren kam die Aufforderung? Warum ist das heute noch aktuell? Oder geht es um 2015 und die Erklärung wurde jetzt erst eingereicht?


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BeitragVerfasst: 20.05.17, 10:39 
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@FM: Es geht um die Entferungspauschale. Bis 4.500 Euro ist es ja egal, wie man zur Arbeit kommt (Fahrgemeinschaft, zu Fuß,...) und kann trotzdem die 0,30 Euro abrechnen. Ab 4.500 Euro muss man die Kilometer nachweisen.

@ Opa: Es betrifft die Steuererklärung für 2015. Diese wurde nach Fristverlängerung eingereicht und das FA hat diese nun bearbeitet bzw. fordert hierzu nun Nachweise.


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BeitragVerfasst: 20.05.17, 13:57 
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Wenn von dem alten Auto kein Verkaufsbeleg o. Verschrottungsbeleg mit KM-Standangabe mehr vorhanden ist und auch keine TÜV-Nachweise, sieht es schlecht aus. Wie wollen Sie dann die Laufleistung nachweisen.

Nachweise aus 2016 mit einem neuen Auto, lassen nicht unbedingt Rückschlüsse auf 2015 zu.


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BeitragVerfasst: 22.05.17, 11:25 
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TÜV ist ein guter Hinweis, auch wenn er nicht in der Werkstatt war, der TÜV schreibt den Km-Stand auf.


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BeitragVerfasst: 24.05.17, 12:10 
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Beiträge: 5223
Zitat:
Diesen Nachweis erkennt das FA aber nicht an, da sich die Rechnungen auf das Jahr 2016 beziehen und nicht auf das Jahr 2015.


Wenn sich die Rechnungen auf das alte Fahrzeug beziehen, dann sollte sie anerkannt werden obwohl sie aus 2016 stammen. Zusätzlich müssen aber auch alte Belege vorhanden sein, so dass nachgewiesen werden kann, dass die Fahrleistung zwischen den beiden Rechnungen der erwarteten Fahrleistung bei 100km Arbeitsweg entspricht.

Zitat:
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das FA ohnehin nur neue Nachweise einfordern darf, wenn sich eine wesentliche Änderung der Verhältnisse (z. B. geänderter Wohnort / geänderte Arbeitsstätte) ergeben hat.


Das FA darf dann auf Nachweise verzichten, muss es aber nicht. Der Steuerpflichtige kann sich jedenfalls nicht darauf berufen.

Zitat:
Das FA unterstellt dem AN zudem, dass die nachgewiesene Fahrleistung nicht ausreicht, da der AN sicher auch noch Privatfahrten durchgeführt hat.


Die Gesamtfahrleistung des Fahrzeuges ist also nahezu identisch mit der geltend gemachten Entfernungspauschale? Das wirkt tatsächlich unglaubwürdig und dafür sollte der Steuerpflichtige eine Erklärung haben, z.B. Zweitwagen.

Zitat:
Das FA führt allerdings nicht aus, wie hoch die angesetzten Kilometer für Privatfahrten sein sollen. Gibt es diesbezüglich denn eine Richtlinie?


Nein, das FA möchte eine schlüssige Erklärung vom Steuerpflichtigen haben. Die Angaben des Steuerpflichtigen über die Fahrleistung müssen ganz einfach der Wahrheit entsprechen und für die Wahrheit gibt es keine Richtlinie.


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