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recht.de • Thema anzeigen - Fahrtkostenersatz für Großeltern als Kinderbetreuungskosten
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BeitragVerfasst: 12.08.17, 10:10 
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Interessierter

Registriert: 12.08.17, 08:31
Beiträge: 10
Hallo,

bei Nutzung der Forensuche, habe ich leider noch nichts brauchbare zu dem Thema gefunden.
Sorry bereits vorab, falls ich etwas übersehen haben sollte.

Es geht um den Fahrtkostenersatz für Großeltern als Kinderbetreuungskosten, wenn die Kindenbetreuung kostenfrei durch die Großeltern erfolgt.
Evtl. ist das Thema auch für andere Forennutzer intressant.

Dazu gibt es bereits zwei Urteile

BFH mit Urteil vom 4.6.1998 (III R 94/96)
FG Baden-Württemberg mit Urteil vom 9.5.2012 (4 K 3278/11)

Zitat:
Mit Urteil vom 9.5.2012 (4 K 3278/11) hat das FG Baden-Württemberg entschieden, dass Kinderbetreuungskosten in Form von Fahrtkosten (0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer) an die Großmütter auch dann nach § 4f EStG als erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten abzugsfähig sind, wenn die Betreuungsleistung unentgeltlich erbracht wird und wenn hinsichtlich der genauen Zeiten, an denen Betreuungsleistungen erforderlich sind, eine bloße Rahmenvereinbarung abgeschlossen wird.


Was bedeutet denn jetzt konkret "0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer"?
Gilt das für die Hin- und Rückfahrt oder nur für die Hinfahrt zum Wohnort des zu betreuenden Kindes?
Was ist mit zusätzlich gefahrenen Kilometern zu Ausflugszielen an denen die Betreuung des Kindes stattfindet?
Welche Fahrtkosten bzw. welche Fahrleistung wären abzugsfähig oder könnten als Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden?


Ersten Fiktives Beispiel:

Die Entferung der Großeltern zum Wohnort des zu Betreuenden Kindes beträgt 10Km.
Das Kind soll 50 Tage im Jahr durch die Großeltern betreut werden.
Die Betreuung soll im Haushalt des Kindes erfolgen.

Gefahrene Kilometer Hinfahrt = 10 Km
Gefahrene Kilometer Rückfahrt = 10 Km

Sind in diesem Beispiel:
Nur die Hinfahrt mit 50 x 10km x 0,30 Euro = 150 Euro anzusetzen bzw. abzugsfähig oder
die Hinfahrt und Rückfahrt mit 50 x 20km x 0,30 Euro = 300 Euro anzusetzen bzw. abzugsfähig?


Zweites Fiktives Beispiel:

Die Entferung der Großeltern zum Wohnort des zu Betreuenden Kindes beträgt 10Km.
Das Kind soll 50 Tage im Jahr durch die Großeltern betreut werden.
Die Betreuung soll im Haushalt der Großeltern erfolgen.
Die Großeltern holen das Kind vom Wohnort des Kindes ab und bringen es nach der Betreuung auch wieder zurück.

Gefahrene Kilometer 2x Hinfahrt = 20 Km
Gefahrene Kilometer 2x Rückfahrt = 20 Km

Sind in diesem Beispiel:
Nur die Hinfahrt mit 50 x 20km x 0,30 Euro = 300 Euro anzusetzen bzw. abzugsfähig oder
die Hinfahrt und Rückfahrt mit 50 x 40km x 0,30 Euro = 600 Euro anzusetzen bzw. abzugsfähig?


Drittes Fiktives Beispiel:

Die Entferung der Großeltern zum Wohnort des zu Betreuenden Kindes beträgt 10Km.
Das Kind soll 5 Tage im Jahr durch die Großeltern betreut werden.
Die Betreuung soll des Kindes soll an beliebten Ausflugszielen durch die Großeltern erfolgen.
Die Entferung vom Wohnort des zu Betreuenden Kindes zum Ausflugsziel beträgt 15Km.
Die Großeltern holen das Kind vom Wohnort des Kindes ab fahren dann mit dem Kind zum Ausflugsziel und bringen es auch nach der Betreuung auch wieder zurück.

Gefahrene Kilometer Hinfahrt Wohnort = 10 Km
Gefahrene Kilometer Hinfahrt Ausflugsziel = 15 Km
Gefahrene Kilometer Rückfahrt Ausflugsziel = 15 Km
Gefahrene Kilometer Rückfahrt Wohnort = 10 Km

Können in diesem Beipsiel die zusätzlichen Fahrtkosten der Großeltern vom Wohnort des Kindes zum Ausflugsziel überhaupt zum Abzug gebracht werden?
Hinfahrt Wohnort mit 5 x 10km x 0,30 Euro = 15 Euro
Hinfahrt Ausflugsziel mit 5 x 15km x 0,30 Euro = 22,50 Euro
Rückfahrt Ausflugsziel mit 5 x 15km x 0,30 Euro = 22,50 Euro
Rückfahrt Wohnort mit 5 x 10km x 0,30 Euro = 15 Euro

Gesamt = 75 Euro

Vielen Dank vorab für die Hilfe und für die Antworten.
Liebe Grüße Stingray


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BeitragVerfasst: 12.08.17, 10:36 
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Registriert: 05.11.12, 13:35
Beiträge: 9296
Zitat:
Was bedeutet denn jetzt konkret "0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer"?

"gefahrene Kilometer" bedeutet, dass die Hin- und die Rückfahrt angerechnet wird -> die Anzahl Kilometer, die gefahren wurden, man fährt hin und zurück.

Im Gegensatz dazu spricht man von "Entfernungskilometer" oder "einfacher Entfernung" wenn nur einmal die Strecke zwischen den Punkten A und B angerechnet wird. Die sogenannte "Pendlerpauschale" zum Beispiel für die Fahren zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist eine Entfernungspauschale. Abgesetzt werden können 0,30€ für die einfache Entfernung.

Wenn die Großeltern das Kind abholen und zurückbringen, fahren sie die Strecke 4x am Tag, die gefahrenen Kilometer sind das vierfache der Entfernung.


Ob in den genannten Urteilen das Kind in der Wohnung der Eltern oder in der Wohnung der Großeltern betreut wurde, also ob die Fahrtkosten für die doppelte oder die vierfache Entfernung (bzw. die gefahrenen Kilometer zu Ausflugszielen) anerkannt wurden, konnte ich aus den Urteilen auf die Schnelle nicht herauslesen. Wissen Sie es?

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 14.08.17, 08:41 
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Registriert: 12.08.17, 08:31
Beiträge: 10

Themenstarter
SusanneBerlin hat geschrieben:
Ob in den genannten Urteilen das Kind in der Wohnung der Eltern oder in der Wohnung der Großeltern betreut wurde, also ob die Fahrtkosten für die doppelte oder die vierfache Entfernung (bzw. die gefahrenen Kilometer zu Ausflugszielen) anerkannt wurden, konnte ich aus den Urteilen auf die Schnelle nicht herauslesen. Wissen Sie es?


Nein, leider nicht.
In den Urteilen wird wenn überhaupt nur über eine Entschädigung zu den gefahrenen Kilometern gesprochen.
Ob für diese für Hin- und Rückweg gilt also Doppelt oder gar vierfach annerakannt wurde, konnte ich leider auch nicht finden.

Unter http://www.faz.net/aktuell/finanzen/mei ... 54722.html konnte ich noch einen Artikel finden, der sich auf das Urteil bezieht.
Dort wird auch von Hin- und Rückfahrt gesprochen.

Zitat:
Betreuen die Großeltern ihr Enkelkind und bekommen ihre Fahrtkosten von den Kindeseltern erstattet, können diese Aufwendungen sowohl für die Hin- wie für die Rückfahrt als Sonderausgabe angesetzt werden. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 09.05.12; Az: 4 K 3278/11) entschieden. Voraussetzung ist, dass zwischen den Eltern und Großeltern im Voraus eine wie auch unter Fremden übliche schriftliche Vereinbarung getroffen wird. Die Angabe konkreter Betreuungszeiten ist nicht erforderlich.


Das mit den gefahrenen Kilometern zu Ausflugszielen war nur eine zusätzlicher Gedanke bzw. ein zusätzliches Beispiel von mir, da aus den Urteilen entnommen werden kann, dass die Berechnung der Fahrtkosten im Vergleich wie mit einen Vertrag zwischen "fremden" bzw. dritten berechnet werden sollten. Meine Überlegung war dabei, dass ein "fremder" oder dritter auch die Fahrtkosten zu Ausflugszielen bezüglich der Kinderbetreuung berechnen würde.


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