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recht.de • Thema anzeigen - Ladendiebstahl - Als schuldig bekennen?
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BeitragVerfasst: 04.11.17, 16:00 
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Mal angenommen: Ein Junge im Alter von 17 Jahren versucht in einem Supermarkt etwas zu stehlen das einen Wert von 1,50€ hat wird aber per Videokamera erwischt. Anschließend werden seine Personalien vom Ladendetektiv aufgenommen und er wird aufgefordert verschiedene Zettel zu unterschreiben. Auf dem einen soll er die "Schadensersatzforderung in Höhe von 100€" anerkennen, auf dem zweiten sollte er die Tat zugeben und die Belehrung über das einjährige Hausverbot bestätigen. Er verweigert beide Unterschriften. Er ist das erste mal straffällig geworden.

Jetzt zu meinen Fragen:

-Was kann ergegen die im Verhltnis zum Warenwert sehr hohe Schadensersatzforderung tun?

-Falls ja: wäre der Aufwand dafür angemessen? (lohnt es sich zB einen Anwalt zu nehmen)

-Hat er wegen den verweigerten Unterschriften irgendetwas zu befürchten oder ergeben sich Vorteile?

-Hat er abgesehen von der Schadensersatzforderung Konsequenzen zu befürchten?

Wie ist die Rechtslage?

Mit freundlichen Grüßen: Theodor


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BeitragVerfasst: 04.11.17, 18:36 
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Nach der Rechtsprechung kann der Laden eine "Fangprämie" fordern, diese muss allerdings in einem angemessenen Verhältnis zu dem Wert des gestohlenen Gegenstandes stehen. 100 Euro erscheinen mir hier etwas hoch.

Das Problem ist, wenn man einen Anwalt nimmt, wird es wahrscheinlich teurer als 100 Euro. Ebenso wird es teurer, wenn man sich weigert, zu bezahlen, es dann vor Gericht geht und man verliert.

Unterschreiben muss man nichts, das Hausverbot gilt aber auch dann, wenn man nichts unterschreibt.

Im übrigen wird der Laden ziemlich sicher Strafanzeige erstatten. Eine große Strafe ist aber nicht zu befürchten, vielleicht gibt es eine Verwarnung.


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BeitragVerfasst: 04.11.17, 21:03 
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Ob der Minderjährige da was unterschreibt oder nicht ist unerheblich, da er sich ohnehin. icht eirksam zu irgendwas verpflichten kann.

Die Fangprämie ist wohl irgendwas zwischen unzulässig und überhöht. ich weiss such nicht, ob diese über SE sus unerlaubter Handlung oder Vertrag (durch Aushang) grlöst wird. Im zweiten Fall kann der Mdj. einem solchen Vertrag ohnehin nicht zustimmen.

Zitat:
Der BGH hat in diesem Zusammenhang bereits im Jahre 1979 folgendes ausgeurteilt (amtlicher Leitsatz BGH, 06.11.1979 – VI ZR 254/77 = NJW 1980, 119-121):

„1. Der Warendieb ist nach schadenrechtlichen Grundsätzen auch dann nicht zum Ersatz von Personalkosten für die Bearbeitung des Diebstahls verpflichtet, wenn diese einer besonderen Abteilung übertragen ist.

2. Eine vor dem Diebstahl ausgesetzte Fangprämie ist vom Warendieb in angemessenem Umfang zu erstatten; angemessen ist angesichts der Durchschnittskriminalität in einem Lebensmittelmarkt derzeit eine pauschalierte Prämie bis zu 50 DM. Ersatzfähig kann auch eine höhere Prämie sein, die für besonders umfangreiche Entwendungen verhältnismäßig zugesagt ist; in Bagatellfällen kann die Erhebung der Pauschale unzulässig sein.“


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BeitragVerfasst: 04.11.17, 22:01 
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Irgendwie warte ich noch auf die Handschellen..... :wink:

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BeitragVerfasst: 05.11.17, 02:21 
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Dann wär's ein Mädchen gewesen :wink:
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BeitragVerfasst: 05.11.17, 12:07 
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Sagt bloß, der Handschellentroll war in dem Forum auch schon unterwegs ... Und ich hab ihn verpasst.

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BeitragVerfasst: 13.02.18, 17:26 
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Angenommen eine Person im Alter von 17 hätte vor etwa 4 Monaten einen Ladendiebstahl begangen und wäre dabei erwischt worden aber Wert des Diebesgut wären nicht einmal 2,- gewesen. Es gibt allerding eine Video Aufnahme von der Tat.
Weiter angenommen der Täter hätte nun einen Brief von der Polizei bekommen, in dem er über das laufende Ermittlungsverfahren in Kenntnis gesetzt wurde und die Möglichkeit hat sich zu äußern (per Brief - keine Vorladung).
Sollte er sich äußern? Sollte er sich schudig bekennen, die Tat abstreiten oder die Aussage verweigern? Sein Ziel wäre natürlich, dass das Verfahren wegen des geringen Sachwerts eingestellt wird.

Lieben Dank
Theo


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 17:48 
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Zitat:
Es gibt allerding eine Video Aufnahme von der Tat.


Dann kann man es auch zugeben.


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 17:48 
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Theodordererste hat geschrieben:
Sein Ziel wäre natürlich, dass das Verfahren wegen des geringen Sachwerts eingestellt wird.

Da es afaik mehrere Varianten einer Verfahrenseinstellung gibt, wäre das sicherste Weg einen Anwalt einzuschalten. Der darf Einblick in die Ermittlungsakte nehmen und wird dann abschätzen können ob das gewünschte Ergebnis erreicht werden kann und ggf wie.


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 18:40 
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Wieso das ganze nochmals als neuen Thread? Hab die beiden mal zusammen geschoben.

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BeitragVerfasst: 14.02.18, 00:07 
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Weil dann genau das passiert was du jetzt siehst: niemand antwortet mehr. Von mir aus kanns du den alten Thread auch löschen aber so bekomme ich keine Hilfe!
Ich bitte dich das wieder rückgängig zu machen. @ktown


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 07:33 
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:lachen: Klar... Hilfe bekommen Sie sowieso nur, wenn der Junge seinen Drang zum Klauen in den Griff kriegt.


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 07:43 
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Theodordererste hat geschrieben:
Weil dann genau das passiert was du jetzt siehst: niemand antwortet mehr. ... so bekomme ich keine Hilfe!

Was konkret an Hilfe erwarten Sie von uns hier?
Ob und unter welchen Bedingungen der Staatsanwalt/Richter bereit ist das Verfahren einzustellen wird hier eh keiner konkret sagen können.

Wenn man das ganze verschlimmern will, kann man natürlich die Tat bestreiten. Was allerdings bei dem Umstand das es ein Video von der Tat geben soll recht sinnfrei sein dürfte.


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BeitragVerfasst: 14.02.18, 09:30 
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Theodordererste hat geschrieben:
-Was kann ergegen die im Verhältnis zum Warenwert sehr hohe Schadensersatzforderung tun?

Er könnte sich beim Ladenbetreiber entschuldigen, seine finanzielle Situation darstellen, seine Eigenschaft als Schüler/Azubi mit geringem oder gar keinem eigenen Einkommen, und darum bitten die Schadensersatzforderung zu reduzieren.

Wenn ihm das mit der Entschuldigung und dem persönlichen Gespräch nicht so liegt, kann es auch auf dem rechtlichen Weg versuchen, dann wäre der Weg der folgende: mit dem Argument die Fangprämie sein zu hoch, eventuell Gerichtsurteile dazu suchen, die Bezahlung schriftlich verweigern und abwarten, ob der Supermarktbetreiber ihn auf Zahlung verklagt. Ein Richter an einem Zivilgericht wird dann entscheiden, ob und wieviel der Möchtegern-Dieb bezahlen muss. Zu dem ausgeurteilten Betrag kommen dann noch die Anwaltskosten des Ladenbesitzers, die eigenen Anwaltskosten falls man selbst einen Anwalt beauftragt und die Gerichtskosten.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 16.02.18, 06:41 
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Die Sache mit dem Schadenersatz hat sich sicherlich mittlerweile (4 Monate) geklärt irgendwie...

Nun geht es um's Strafverfahren...

Hier einen Anwalt zu nehmen ist rausgeschmissenes Geld. Der könnte nichts bewirken, was sein Honorar auch nur im Ansatz rechtfertigen würde.

Wir haben hier einen Ersttäter mit einem Warenwert von 1,50 EUR. Das Verfahren wird -bei Geständnis und Kundgabe von Einsicht und Reue- zu 99% konsequenzlos eingestellt [§ 153, Abs. 1 StPO oder § 45, Abs. 1 JGG] Wenn es ganz dumm läuft, gibt es vielleicht einige wenige Sozialstunden als Einstellungsauflage [§ 153a, Abs. 1 StPO oder § 45 Abs. 2 JGG]

Wurden die 100,00 € denn seinerzeit gezahlt? Wenn ja, kann man die Quittung darüber (oder eine Kopie des Kontoauszugs) durchaus dem Anhörungsbogen beilegen und darauf verweisen, dass man die Schadenersatzansprüche des Geschädigten bereits befriedigt hat. Das dürfte die Einstellung noch weiter forcieren.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
J.A.
**************
OLG Hamm, 4 RVs 159/16 : "Bewusstes Ausbremsen von Radfahrern mit der Beifahrertür ist strafbar"
Ahja ?! ;-)


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