Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Elektrikör
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Elektrikör » 12.06.18, 17:07

Hallo,

OT:
nachdem es eher "gegen den Fragesteller" geht, wette ich 2 Bier (bei mir abzuholen), daß vom TE nix mehr kommt


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

ktown
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von ktown » 12.06.18, 18:46

Elektrikör hat geschrieben:nachdem es eher "gegen den Fragesteller" geht, wette ich 2 Bier (bei mir abzuholen), daß vom TE nix mehr kommt
Ich halte dagegen. Er wird kommen und mitteilen, dass der Handwerker seinen Fehler eingestanden hat und alle Kosten übernimmt.
freemont hat geschrieben:Das ist grundfalsch, ein ganz böser Schnitzer.
Naja das sind sie von mir ja gewöhnt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Evariste
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Evariste » 12.06.18, 21:33

freemont hat geschrieben: Die Mangelhaftung schliesst als lex specialis die Anfechtung aus.
Auch dann, wenn gar kein Mangel vorliegt, sondern einfach "das Falsche" bestellt wurde?

Etienne777
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Etienne777 » 12.06.18, 21:43

Evariste hat geschrieben:Auch dann, wenn gar kein Mangel vorliegt, sondern einfach "das Falsche" bestellt wurde?
Ja. Es kann daher allenfalls darum gehen, ob die gelieferte Sache der bestellten entspricht. Der Tatrichter würde nur zu prüfen haben, ob die gelieferte Tür der Computerskizze entspricht, die vereinbarte Grundlage des Werkvertrags war.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
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Etienne777
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Etienne777 » 12.06.18, 21:50

freemont hat geschrieben:Der Besteller kann ja jederzeit nach § 648 BGB kündigen
Die Tür wurde bereits geliefert, das Werk ist damit fertiggestellt. Da dürfte auch eine Kündigung ausgeschlossen sein. :wink:
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

ktown
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von ktown » 12.06.18, 21:58

Etienne777 hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Der Besteller kann ja jederzeit nach § 648 BGB kündigen
Die Tür wurde bereits geliefert, das Werk ist damit fertiggestellt. Da dürfte auch eine Kündigung ausgeschlossen sein. :wink:
Also bei mir gehört zum Werk noch die Montage der Tür. :wink:
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von freemont » 12.06.18, 22:40

Evariste hat geschrieben:
freemont hat geschrieben: Die Mangelhaftung schliesst als lex specialis die Anfechtung aus.
Auch dann, wenn gar kein Mangel vorliegt, sondern einfach "das Falsche" bestellt wurde?
Das führt den subjektiven Fehlerbegriff ad absurdum. Die Parteiabsprachen definieren die Soll-Beschaffenheit.

Weicht die Ist-Beschaffenheit des Werks davon ab, ist das ein Mangel.

Etienne777
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Etienne777 » 12.06.18, 23:10

ktown hat geschrieben:Also bei mir gehört zum Werk noch die Montage der Tür. :wink:
Das kann ich nicht verhindern. :mrgreen:

Ist allerdings nur die Anfertigung / Lieferung ohne Montage vereinbart, gehört die Montage eben nicht dazu.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von ktown » 13.06.18, 06:29

Etienne777 hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Also bei mir gehört zum Werk noch die Montage der Tür. :wink:
Das kann ich nicht verhindern. :mrgreen:

Ist allerdings nur die Anfertigung / Lieferung ohne Montage vereinbart, gehört die Montage eben nicht dazu.
Ist möglich, jedoch bei einem privaten Käufer, um den es sich hier vermutlich handelt, eher unwahrscheinlich. Daher ist ihre Aussage gefährlich.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von freemont » 13.06.18, 08:35

ktown hat geschrieben:
Etienne777 hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Also bei mir gehört zum Werk noch die Montage der Tür. :wink:
Das kann ich nicht verhindern. :mrgreen:

Ist allerdings nur die Anfertigung / Lieferung ohne Montage vereinbart, gehört die Montage eben nicht dazu.
Ist möglich, jedoch bei einem privaten Käufer, um den es sich hier vermutlich handelt, eher unwahrscheinlich. Daher ist ihre Aussage gefährlich.

Schlicht falsch, § 648 BGB spricht von der "Vollendung" bis zu der die kündigung möglich ist.

Ein Werk mit Mängeln ist nicht vollendet.

Bundesgerichtshof
Urt. v. 10.03.1977, Az.: VII ZR 77/76 m.umfangr.w.N.
Dabei spielt keine entscheidende Rolle, inwieweit die Mängelbeseitigung (noch) zur Vertragserfüllung oder (bereits) zur Gewährleistung zu rechnen ist .... Es ist ferner unerheblich, ob das Werk abgenommen ist oder nicht. Denn auch und gerade nach der Abnahme steht dem Besteller die Einrede des nicht erfüllten Vertrags (§ 320 Abs. 1 BGB) zu, solange er die Beseitigung eines Mangels verlangen kann ...

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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von ktown » 13.06.18, 09:27

Nö das ist nicht falsch, weil wir ja von einem mangelfreien Werk ausgehen.
Außerdem sei erwähnt, dass auch ich der Meinung bin, dass eine Kündigung noch möglich ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Tastenspitz » 13.06.18, 09:40

Elektrikör hat geschrieben:daß vom TE nix mehr kommt
Ohne zu sagen bis wann eine sichere Wette.... :devil:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von freemont » 13.06.18, 10:19

ktown hat geschrieben:Nö das ist nicht falsch, weil wir ja von einem mangelfreien Werk ausgehen.
Außerdem sei erwähnt, dass auch ich der Meinung bin, dass eine Kündigung noch möglich ist.
Ich weiss jetzt nicht, wer "Wir" sind, ich jedenfalls gehe davon aus, dass ein Werkmangel vorliegt. Der Beschreibung nach mit höchster Wahrscheinlichkeit.

Vorbehaltlich dessen, dass ich die Fotos nicht gesehen habe. Die müsste man sich eben ansehen.

Das ist der vertraglich vereinbarte Sollzustand, wenn die gebaute Tür dem nicht entspricht, ist sie mangelhaft, das Werk nicht vollendet, auch wenn die "falsche" Tür untadelig funktioniert.

Evariste
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Evariste » 13.06.18, 11:33

freemont hat geschrieben:
Evariste hat geschrieben:
freemont hat geschrieben: Die Mangelhaftung schliesst als lex specialis die Anfechtung aus.
Auch dann, wenn gar kein Mangel vorliegt, sondern einfach "das Falsche" bestellt wurde?
Das führt den subjektiven Fehlerbegriff ad absurdum. Die Parteiabsprachen definieren die Soll-Beschaffenheit.

Weicht die Ist-Beschaffenheit des Werks davon ab, ist das ein Mangel.
Ich glaube, wir verstehen uns falsch. Konstruieren wir mal ein Beispiel: Herr X bestellt ein Auto mit einer Sonderlackierung. Vom Autohändler bekommt er ein Büchlein mit den verschiedenen Farben, die es gibt, er soll sich eine aussuchen. Herr X bestellt (schriftlich, alles ist dokumentiert) die Farbummer "089". Er hat sich aber vertan, eigentlich hatte er die Nummer "080" gemeint. Als das Auto geliefert wird, ist Herr X entsetzt, es ist die falsche Farbe. Ein Mangel liegt offenbar nicht vor, der Händler hat alles richtig gemacht, aber dennoch müsste Herr X - zumindest wenn er nachweisen kann, dass wirklich ein Irrtum vorlag und das nicht einfach eine Ausrede ist - zurücktreten können, oder?

Etienne777
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Re: Angefertigte Holztür nicht wie besprochen

Beitrag von Etienne777 » 13.06.18, 12:09

freemont hat geschrieben:Das ist der vertraglich vereinbarte Sollzustand, wenn die gebaute Tür dem nicht entspricht, ist sie mangelhaft, das Werk nicht vollendet, auch wenn die "falsche" Tür untadelig funktioniert.
Meine Hypothese war aber die, daß die gelieferte Tür der Computerskizze entspricht. Damit wäre sie gerade nicht mangelhaft und folglich vollendet, zumindest dann, wenn nicht eine (noch nicht erbrachte) Montageleistung durch den Tischler noch aussteht. Was soll an dieser Rechtsauffassung falsch sein?

Da üblicherweise eine Haustür vom Tischler erst zur Montage mitgebracht wird, soweit eine Montageleistung inkludiert ist, ging ich vorläufig davon aus, daß der Auftrag nur die Herstellung betraf und das Werk, soweit es der genehmigten Computerskizze entspricht, vollendet ist.
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