Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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from winter to ashes
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von from winter to ashes » 12.06.19, 19:34

ktown hat geschrieben:
12.06.19, 19:10


Ich kann nirgends erkennen, dass der Verkäufer zusichern musste, dass kein Motorschaden vorliegt und ich kann bisher nicht erkennen, dass dies vom Verkäufer zugesichert wurde.
Der Käufer sagt, dass er Geräusche aus dem Motorraum höre und das Auto erst kaufen werde, wenn der Verkäufer das [die Gäusche] überprüft und versichert wird, dass das Auto nichts habe.

Worauf soll sich das Checken sonst beziehen, wenn er den Kauf davon abhängig macht?
Ein verständiger Dritter wird die Erklärung so verstehen.

ktown
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von ktown » 12.06.19, 20:25

from winter to ashes hat geschrieben:
12.06.19, 19:34
Ein verständiger Dritter wird die Erklärung so verstehen.
Aha
FelixSt hat geschrieben:
12.06.19, 07:36
Ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum man sich genötigt sieht, ein Auto zu kaufen, das schon bei der Probefahrt besorgniserregende Geräusche macht und wieso man sich mit einer bloßen, kaum nachprüfbaren, mündlichen, laienhaften Aussage des Anbieters, es sei schon alles ok, abspeisen lässt.
FM hat geschrieben:
12.06.19, 07:43
Also dieser Beschreibung nach war der Mangel auch für Laien sofort erkennbar und wurde auch erkannt, und aus den Papieren der Werkstatt ging hervor dass sie sich auf etwas anderes beziehen - man hat sie dann lediglich vor dem Kauf nicht gelesen, konnte das aber.

Da wäre höchstens noch die mündliche Äußerung eine Täuschung, aber wenn gleichzeitig schriftliche Unterlagen vorgelegt werden die den Sachverhalt richtig darstellen (also nicht bestätigen, das Getriebe wäre in Ordnung), zieht auch das eher wenig. Das kann man auch so verstehen: nachdem der Käufer sah, dass der Mangel nicht für die Hauptuntersuchung relevant ist, hat er ihn hingenommen.
usw.
Also sind das keine verständige Dritte?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

from winter to ashes
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von from winter to ashes » 12.06.19, 20:40

ktown hat geschrieben:
12.06.19, 20:25
from winter to ashes hat geschrieben:
12.06.19, 19:34
Ein verständiger Dritter wird die Erklärung so verstehen.
Aha
FelixSt hat geschrieben:
12.06.19, 07:36
Ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum man sich genötigt sieht, ein Auto zu kaufen, das schon bei der Probefahrt besorgniserregende Geräusche macht und wieso man sich mit einer bloßen, kaum nachprüfbaren, mündlichen, laienhaften Aussage des Anbieters, es sei schon alles ok, abspeisen lässt.
FM hat geschrieben:
12.06.19, 07:43
Also dieser Beschreibung nach war der Mangel auch für Laien sofort erkennbar und wurde auch erkannt, und aus den Papieren der Werkstatt ging hervor dass sie sich auf etwas anderes beziehen - man hat sie dann lediglich vor dem Kauf nicht gelesen, konnte das aber.

Da wäre höchstens noch die mündliche Äußerung eine Täuschung, aber wenn gleichzeitig schriftliche Unterlagen vorgelegt werden die den Sachverhalt richtig darstellen (also nicht bestätigen, das Getriebe wäre in Ordnung), zieht auch das eher wenig. Das kann man auch so verstehen: nachdem der Käufer sah, dass der Mangel nicht für die Hauptuntersuchung relevant ist, hat er ihn hingenommen.
usw.
Also sind das keine verständige Dritte?
Willenserklärungen sind nach dem objektiven Empfängerhorizont auszulegen, Maßstab ist da ein verständiger Dritter.
Ich finde es im gegebenen Kontext abwegig, die Erklärung des Verkäufers vor dem Hintergrund die Motorgeräusche überprüfen zu lassen, ausschließlich auf den bestandenen TÜV zu münzen.

FelixSt äußerst sich zur Auslegung nicht, der Beitrag von FM bezieht sich auf den bereits erwähnten § 442 Abs. 1 BGB, das setzt schon begrifflich voraus, dass ein Sachmangel vorliegen muss, es also eine Vereinbarung über ein nicht defektes Getriebe gibt.
Insofern verstehe ich nicht ganz, was du sagen möchtest.

webmaster76
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von webmaster76 » 13.06.19, 05:37

Stellen wir uns die Sachlage so vor:
Nachdem Verkäufer V beim TÜV war und dem Käufer K (ohne weitere Probefahrt) zugesagt hat, dass kein Mangel (beim Checken, was das auch immer für ihn bedeutet) festgestellt wurde, unterschreiben beide den selbst aufgesetzten Kaufvertrag ohne Sachmängelausschluss (ohne irgendwelche Mängel aufzulisten). Der K fährt mit dem Auto davon und lässt kurz danach in der Werkstatt feststellen, dass das Getriebe kaputt ist.

Wie will der V denn in diesem Fall darlegen, dass der Mangel am Getriebe bereits beim Kauf vorhanden war und er den Käufer davon in Kenntnis gesetzt hat (ausgehend davon, dass kein Zeuge benannt werden kann)?

FelixSt
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von FelixSt » 13.06.19, 06:34

Bei der HU werden Verkehrs- und Betriebssicherheit des Autos geprüft. Wenn das Getriebe Mängel hat, das Auto aber noch leidlich fährt (siehe Probefahrt!), dann interessiert das den Prüfer nicht. Dieser kümmert sich eher um mangelhafte Beleuchtung, undichte Aggregate, kaputte Hupen, starke Rostschäden, gesprungene Frontscheiben, abgefahrene Reifen, unzulässige Felgen, schwache Bremsen und schlechte Abgaswerte. Ob das Getriebe komisch klingt und womöglich demnächst mal irgendwann das Zeitliche segnet, steht überhaupt nicht im Fokus der HU und taucht auch nicht im Bericht auf.

ktown
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Re: Privatkauf von einem Auto MIT Getriebeschaden?!

Beitrag von ktown » 13.06.19, 07:00

Das hatte der Käufer ja zwischenzeitlich auch festgestellt. :wink:
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