Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

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schlork
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Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von schlork » 03.06.19, 15:12

Angenommen der Fahrer eines Firmenwagens bekommt den Zeugenfragebogen auf den Schreibtisch welcher ihn auf dem Bild eindeutig zeigt.Vergehen ist ausserorts 25km/h zu schnell. Adressiert ist der Fragebogen an die Firma, nicht an eine natürliche Person.
Wie soll er sich verhalten, er will sich ja nicht selbst belasten?

SusanneBerlin
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von SusanneBerlin » 03.06.19, 15:17

Dann gibt man den Zeugenfragebogen unausgefüllt an den Geschäftsführer der Firma zurück mit der Aussage
er will sich ja nicht selbst belasten
Grüße, Susanne

webelch
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von webelch » 03.06.19, 15:20

Dem schliesse ich mich an. Wer beantwortet denn üblicherweise amtliche Schreiben, da an das Unternehmen gerichtet sind? Ich gehe aber davon aus, dass ein GF nicht unbedingt dem Einwand des Fahrers folgen wird.

SusanneBerlin
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von SusanneBerlin » 03.06.19, 15:38

Der GF hat ja auch kein Zeugnisverweigerungsrecht, zumindest dann nicht, wenn er mit dem Fahrer nicht eng verwandt oder verheiratet bzw. verpartnert ist. Der GF (bzw. seine Sekretärin) kann den Anhörungsbogen dann ausfüllen.
Grüße, Susanne

fodeure
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von fodeure » 03.06.19, 18:46

Die Firma wird schon aus eigenem Interesse den Anhörungsbogen mit der Nennung des Fahres zurückschicken. Eine Fahrtenbuchauflage für den gesamten Fuhrpark der Firma ist nämlich alles andere als lustig.

FM
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von FM » 03.06.19, 19:07

Wenn das Foto "eindeutig" ist, findet ihn die Polizei ohnehin leicht. Es sei denn, das Firmenfahrzeug würde von sehr sehr vielen Leuten benutzt. Aber auch dann wird bei etwas herumfragen schon irgendeiner der Kollegen sagen, wer das ist.

Wegen 70 Euro wird man da kaum einen Aufstand machen und es sich mit Arbeitgeber und Kollegen verderben wollen oder unbedingt eine Fahndung am Arbeitsplatz erleben wollen mit minimaler Chance, um die Bußer herumzukommen.

Wahrscheinlich hat deshalb die Firma den Anhörungsbogen gleich dem richtigen Mitarbeiter vorgelegt, damit er es einfach und ohne großes Aufsehen regeln kann.

schlork
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von schlork » 04.06.19, 13:44

Wegen 70 Euro wird man da kaum einen Aufstand machen
Ok danke mal! In der Theorie ist der Fahrer allerdings eh verwundert dass er so schnell gefahren sein soll. Und
die Messmethode PoliScan Speed scheint zumindest nicht 100% vetrauenswürdig zu sein.
25km/h zu schnell ist nicht nur 70 Euro sondern auch 1 Punkt.

ExDevil67
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von ExDevil67 » 04.06.19, 13:52

schlork hat geschrieben:
04.06.19, 13:44
In der Theorie ist der Fahrer allerdings eh verwundert dass er so schnell gefahren sein soll. Und
die Messmethode PoliScan Speed scheint zumindest nicht 100% vetrauenswürdig zu sein.
Das wäre dann aber im folgenden Bußgeldverfahren zu klären. Noch geht es ja darum "nur" zu klären wer gefahren ist. Und da wurde ja schon die Alternative genannt. Der GF oder eine entsprechend beauftragte Person schickt den zurück mit der Aussage "unser Mitarbeiter schlork ist gefahren".

webelch
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von webelch » 04.06.19, 14:03

schlork hat geschrieben:
04.06.19, 13:44
Und die Messmethode PoliScan Speed scheint zumindest nicht 100% vetrauenswürdig zu sein. 25km/h zu schnell ist nicht nur 70 Euro sondern auch 1 Punkt.
Diese Fragen kann man ja dann ggfs vor Gericht klären.

FM
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von FM » 04.06.19, 14:06

Dann liegt es doch erst recht im Eigeninteresse des Fahrers, dass sein Name genannt wird. Denn erst dann kann er Rechtsmittel einlegen.

schlork
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von schlork » 04.06.19, 14:14

Der Mitarbeiter hat nun den Fragebogen selbst ausgefüllt "das Fahrzeug war zur Tatzeit überlassen an" den Mitarbeiter.
Dann "Ich mache vom Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht Gebrauch"
Ist das ein gangbarer Weg?

webelch
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von webelch » 04.06.19, 14:32

Beide Angaben gleichzeitig passen wohl kaum zusammen. Zumal sich der Fragebogen doch wohl an die Firma bzw deren gesetzliche Vertretung gerichtet hat.

lottchen
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von lottchen » 04.06.19, 15:19

Der Mitarbeiter hat den Anhörungsbogen der Firma mit seinen Daten als Fahrer ausgefüllt und abgeschickt? Dann wird er wohl in Kürze an seine Privatadresse einen neuen Anhörungsbogen an sich persönlich bekommen. Was soll es dann bringen keine Angaben zu machen? Entweder er behauptet dann er ist nicht gefahren, die Angabe ist falsch. Dann wird läuft das wieder über die Firma. Oder er gibt den Verstoß zu. Dann wird das Bußgeld verhängt. Oder er ignoriert alles. Dann dürfte auch das Bußgeld verhängt werden. Oder er gibt das Ganze einem Anwalt und schaut, was dieser mit der Akteneinsicht erreichen kann.

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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von FM » 04.06.19, 23:03

Wenn man keine Angaben zur Sache machen will, kann man auch nicht mitteilen dass man langsamer gefahren ist und das Messgerät wohl kaputt sein muss. Dann bleibt es bei dem Messergebnis.

SusanneBerlin
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Re: Verhalten bei Zeugenfragebogen als Fahrer von Firmenwagen

Beitrag von SusanneBerlin » 04.06.19, 23:56

schlork hat geschrieben:
04.06.19, 14:14
Der Mitarbeiter hat nun den Fragebogen selbst ausgefüllt "das Fahrzeug war zur Tatzeit überlassen an" den Mitarbeiter.
Dann "Ich mache vom Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht Gebrauch"
Ist das ein gangbarer Weg?
Mehr wollen die gar nicht wissen, als wer gefahren ist. Da kann man weitergehende Aussagen ruhig verweigern. :mrgreen:
Grüße, Susanne

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