Soldat und Elternzeit

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gandre
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Soldat und Elternzeit

Beitrag von gandre » 02.08.11, 15:29

Hallo,

darf ein Soldat während der Elternzeit Uniform tragen?
dürfen einem Soldaten während der Elternzeit Befehle gegeben werden, bzw. besteht ein Anspruch auf Gehorsam?
Ist der Soldat während der Elternzeit Soldat?

Gruss,

Tjeridan
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von Tjeridan » 25.08.11, 17:41

Da der Soldat ja weiterhin Soldat ist, lediglich aufgrund der Elternzeit vom Dienst freigestellt wurde, zum Tragen der Uniform jedoch nicht erforderlich ist, dass sich der Soldat im Dienst befindet, kann der Soldat auch während der Elternzeit die Uniform tragen, sofern es ihm nicht zum Beispiel durch den Dienststellenleiter untersagt wurde.

Nicht strafbare oder menschenunwürdige Befehle müssen außerhalb des Dienstes lediglich von Diziplinarvorgesetzten befolgt werden. Meines Wissens gibt es hier keine Einschränkungen. Also auch in der Elternzeit, es sei denn der Soldat ist kein Soldat mehr.

Ist der Soldat während der Elternzeit noch Soldat? Ich denke schon. Oder hat er entsprechene Entlassungsschreiben bekommen, seine Uniform / Ausrüstung / Truppenausweis abgegeben?
Toleranz sollte immer vom eigenen Willen getragen werden. Aufgezwungene Toleranz ohne Aufbegehren ist Feigheit. Anerkennung nur allein der Toleranz wegen ist Gleichgültigkeit.
Mangelnde Toleranz ist keine Intoleranz, sondern einfach nur Ehrlichkeit!

Torstein
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von Torstein » 10.09.11, 10:19

Ja, man ist während der Elternzeit noch Soldat. Denn man ist ja lediglich "vom Dienst freigestellt".

Die Uniform darf man auch während der Elternzeit tragen, befohlen werden darf dies nur für dienstliche Zwecken. Und für die dienstlichen Zwecke, die sowas beinhaltet, muss man erst wieder "in Dienst gestellt" werden. Hierbei muss der dienstliche Zweck aber eindeutig das Wohl des in der Elterzeit befindlichen Soldaten übersteigen. Der einzige Grund für sowas ist meiner Kenntnis nach der Verteidigungsfall.

Während der Elternzeit gibt man auch nicht seinen Dienst- bzw. Truppenausweis ab. Denn je nach Vereinbarung mit dem Dienstherrn kann ja die gesundheitliche Betreuung des Kindes durch Bw-Dienststellen übernommen werden. Und irgendwie muss man ja in die Kasernen/ Liegenschaften reinkommen :wink:


Was das mit den menschenunwürdigen Befehlen angeht: Es gibt keine befolgbaren, menschenunwürdigen Befehle mehr in der Bundeswehr. Die wurden mit dem Ende des Kalten Krieges offiziell abgeschafft. :lachen:
Tastenspitz hat geschrieben: Da will man einmal als Nichtbehinderter diskriminiert sein - und? Wieder nix!

KaiHH
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von KaiHH » 14.09.11, 04:18

Torstein hat geschrieben:Während der Elternzeit gibt man auch nicht seinen Dienst- bzw. Truppenausweis ab. Denn je nach Vereinbarung mit dem Dienstherrn kann ja die gesundheitliche Betreuung des Kindes durch Bw-Dienststellen übernommen werden. Und irgendwie muss man ja in die Kasernen/ Liegenschaften reinkommen :wink:
Moin & sorry, dass es etwas off-Topic ist:

Seit wann kann man sein Kind denn bei der BW vom Truppenarzt betreuen / behandeln lassen?

Zu meiner aktiven Zeit war dies so nicht möglich, allerdings wurde durch die Beihilfe natürlich ein Teil der Kosten übernommen. Wenn ich mich recht entsinne, dann waren es 50%.

Gruß
KaiHH

Ronny1958
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von Ronny1958 » 14.09.11, 06:37

Selbst vor mehr als 20 jahren waren Truppenärzte bereits in der Lage mit Genehmigung privat zu behandeln, so hatte bspw. der Leiter unseres SanZentrums im Standort eine Erlaubnis, als Akupunkteur tätig zu sein.

Und warum sollte man sein Kind nicht von einem Truppenarzt der das darf privatärztlich behandeln lassen dürfen?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Torstein
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von Torstein » 15.09.11, 09:10

KaiHH hat geschrieben:
Torstein hat geschrieben:Während der Elternzeit gibt man auch nicht seinen Dienst- bzw. Truppenausweis ab. Denn je nach Vereinbarung mit dem Dienstherrn kann ja die gesundheitliche Betreuung des Kindes durch Bw-Dienststellen übernommen werden. Und irgendwie muss man ja in die Kasernen/ Liegenschaften reinkommen :wink:
Moin & sorry, dass es etwas off-Topic ist:

Seit wann kann man sein Kind denn bei der BW vom Truppenarzt betreuen / behandeln lassen?
Ich mag mich irren (wenn ja, bitte berichtigen!), aber ich meine seit Anfang der 70er Jahre. Sicher bin ich mir nur, dass es 1975 erlaubt war.

Hat der Truppenarzt eine Zulassung als privat praktizierender Arzt und steht dies nicht in Konkurrenz mit dem Dienst als Offizier, darf er (Mit Genehmigung des Dienstherren) auch Patienten behandeln, die keine Soldaten sind.

Der Chef meiner letzten Dienststelle hatte sogar mal einen Truppenarzt dafür mit einer Förmlichen Anerkennung ausgezeichnet. Dieser hatte allen Soldaten und Offizieren der Dienststelle angeboten, die Angehörigen mitzubehandeln. Und zwar weit günstiger, als das ein normaler Hausarzt machen würde (hatte wohl die Mindestpreise nach der damaligen GOÄ genommen)
Tastenspitz hat geschrieben: Da will man einmal als Nichtbehinderter diskriminiert sein - und? Wieder nix!

Tjeridan
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Re: Soldat und Elternzeit

Beitrag von Tjeridan » 18.09.11, 09:29

Tjeridan hat geschrieben:Nicht strafbare oder menschenunwürdige Befehle müssen außerhalb des Dienstes lediglich von Diziplinarvorgesetzten befolgt werden.
Torstein hat geschrieben:Was das mit den menschenunwürdigen Befehlen angeht: Es gibt keine befolgbaren, menschenunwürdigen Befehle mehr in der Bundeswehr. Die wurden mit dem Ende des Kalten Krieges offiziell abgeschafft. :lachen:
Das erste Wort "nicht" in meinem Satz bezieht sich sowohl auf "strafbare" wie auch auf "menschenunwürdige". Er ist so zu verstehen, dass grundsätzlich alle Befehle von Disziplinarvorgesetzten auch außerhalb des Dienstes befolgt werden müssen, sofern sie nicht strafbar oder nicht (ich schreib das Wort jetzt besser nochmal statt es wie gewöhnlich auszulassen :mrgreen: ) menschenunwürdig sind. Natürlich brauchen menschenunwürdige Befehle grundsätzlich nicht befolgt werden, dies ist jedem Soldaten freigestellt. Strafbare Befehle dürfen nicht ausgeführt werden.

Was die Behandlung der Kinder von Bundeswehrärzten angeht... Das ist zwar möglich, aber ich weiß ja nicht was ihr für Erfahrungen mit Truppenärzten gemacht habt. Aber bis auf ein paar ganz wenige Ausnahmen würde ich persönlich auf jeden Fall mein Kind bei einem Zivilarzt versorgen lassen. Habe mit vielen Truppenärzten bisher sehr sehr schlechte Erfahrungen gemacht, die auch von Kameraden (leider) geteilt werden.
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