Zwang zum Ausziehen vor Frauen

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Trauma
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Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Trauma » 01.01.12, 22:35

Hallo ihr,



mich beschäftigt nun seit Tagen mehrere Fragen bezüglich der Musterung bei der Bundeswehr.

Zwar wurde die Wehrpflicht ausgesetzt, aber sie könnte ja jeder Zeit wieder eingeführt werden. Oder die Musterung wird auch ohne Wehrpflicht weitergeführt, wie es die SPD gern hätte. Aber dennoch müssen ja die Personen die Soladaten bzw. Soldatinnen werden wollen sich mustern lassen.

Bei Frauen verläuft die Musterung richtig. Kein Mann darf im Raum sein und die Intimgegend darf nicht untersucht werden. Die Untersuchung darf der Frauenarzt des Vertrauens der Bewerberin machen.

Bei Männern läuft das ganze aber auf eine in meinen Augen diskriminierende und demütigende Art und Weise ab. Mann muss sich komplett ausziehen. Auch vor weiblichen Personal. Mann kann das nicht verweigern. Und dann wird man auch noch auf eine erniedrigende Art untersucht. Die Hoden werden über längere Zeit festgehalten und laut manchen Schilderungen wird auch noch die Vorhaut zurückgezogen. Ich finde das sehr entwürdigend. Noch schlimmer wird es wenn sich eine Erektion bildet (diese zu verhindern geht nun mal nicht immer :( ) und das Hilfspersonal dabei zuschaut. (Hilfspersonal = nicht gleich Ärtze sondern uU. eine Sanitätssoldatin, was bedeutet dass diese gerade mal 20 sein kann, also so alt wie man selbst ist)

Immerhin wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Aber über Jahrzehnte wurden Männer gezwungen so demütigen zu lassen. Und das vom Staat. Da gibt es kein Entkommen. Das ist zum Glück (erstmal) vorbei.

Meine Musterung ist zwar nun zwei Jahre her, aber nun kommt das ganze wieder in mir auf. Bitte nehmt mich ernst, das ganze belastet mich sehr und lässt mich einfach nicht los. Ich hoffe es hilft mir wenn ich herausfinde wie das sein kann und wie in Zukunft solche Musterungen vermieden werden können. Es reicht doch jedem Mann die Chance zu geben sich vor der Musterung beim Arzt des Vertrauens im Intimbereich untersuchen zu lassen.

Entschuldigt bitte den vielen Text. Ich fasse mein Fragen kurz zusammen:

Wie kann es sein dass der Staat mich so demütigen lässt? Warum werden Männer nicht wie Frauen bei der Musterung behandelt? Warum gibt es bisher kein Gesetzt dass die Männer bei der Musterung schützt?

Ein entsprechender Gestzesvorschlag und eine 2/3 Mehrheit müsste doch ausreichen um solch ein Gesetz zu erlassen?


Schonmal vielen Dank falls jemand das alles durchgelesen hat :D Ich freue mich auf Antworten

Redfox

Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Redfox » 01.01.12, 22:57

Trauma hat geschrieben:Bei Männern läuft das ganze aber auf eine in meinen Augen diskriminierende und demütigende Art und Weise ab. Mann muss sich komplett ausziehen. Auch vor weiblichen Personal. Mann kann das nicht verweigern.
Oh. Mal wieder nach Jahren das Thema "nackig machen".

Siehe dazu hier --> http://www.recht.de/archiv/viewtopic.ph ... f9034e9643

Er muss gar nichts. Siehe § 17 Abs. 10 WehrpflG: Bleibt der Wehrpflichtige der Musterung unentschuldigt fern und scheitert eine polizeiliche Vorführung oder verspricht diese keinen Erfolg, ist nach Aktenlage zu entscheiden. Dies gilt auch dann, wenn sich der Wehrpflichtige nicht untersuchen lässt.

Fernsprechtischapparat
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Fernsprechtischapparat » 01.01.12, 23:28

Komisch, ich habe das anders in Erinnerung und alle meine etwa gleichaltrigen Kumpels auch. Da war es jeweils ein Mann (Arzt), der die Inaugenscheinnahme des Genitalbereichs erledigte, noch dazu ohne irgend etwas langzuziehen.

Wenn der Fragesteller das aber wirklich so erlebt hat, dann möge er klagen (was ich dann auch wirklich befürworte).

Trauma
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Trauma » 01.01.12, 23:31

Vielen Dank.
Das beruhigt mich etwas. Schlimm nur dass ich diese Information nicht von der Bundeswehr bekommen habe.
Im Internet, was ja die Infortmationsquelle Nummer eins ist, wird auch Gegenteiliges behauptet. Deswegen empfinde ich es als Pflicht der Bundeswehr darauf hinzuweisen.

Angenommen es gäbe die Zwangsmusterung noch, könnte man ja behaupten nur einen Hoden zu haben, was einen Ausmusterungsgrund darstellen würde.
Dann stellt sich die frage was nach Aktenlage bedeutet. Das heißt ich müsste von einem Arzt ein Attest über diesen Verlust haben und vorlegen? Meine bloße Behauptung zählt dann nichts, weil sie keine Aktenlage darstellt?


An Fernsprechtischapparat:
Aber wie soll man das noch beweisen?


Habe das hier gefunden:
http://manndat.de/geschlechterpolitik/e ... erung.html
Da gibt es noch weitere Fälle. Zugegebenermaßen ist das eine stark "maskulistisch" angehauchte Seite;)

spraadhans
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von spraadhans » 09.01.12, 12:19

Einer meiner ehemaligen Vorgesetzten war so ein merkwürdiger Truppenvertragsarzt, der es sich tatsächlich nicht nehmen ließ, angehende Soldaten penibel genau zu untersuchen, auch und gerade im Bereich der Hoden.

Warum also hat dieses Ferkel sich so verhalten?

Die Erklärung ist mglw. einfach, er hat bei diesen Untersuchungen tatsächlich einen Hodentumor diagnostiziert und durch die vermutlich frühe Diagnose das Leben des Eigentümers wohl zumindest erheblich verlängert.

Hodenkrebs ist übrigens einer der wenigen Krebsarten, die besonders gerne schon im frühen Mannesalter auftritt.

CDS
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von CDS » 16.02.12, 10:30

Ich finde auch wir brauchen dringents ein BundesDementiAmt dessen Aufgabe es ist sämtlichen Blödsinn der von Hänschen Klein in irgendwelchen Medien (auch Internet) verbreitet wird sofort richtig zu stellen.
Besser noch: Sämtliche veröffentlichungen müssen von selbigem Amt vorab authorisiert werden.

Denn dem deutschen Bürger ist es nicht zuzumuten seinen gesunden Menschenverstand (wenn überhaupt vorhanden) dazu zu nutzen selber den Wahrheitsgehalt einer Information zu ergründen.

bavarian tax collector
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von bavarian tax collector » 22.02.12, 22:42

Ich frage mich grade was rauma macht, wenn er einen Unfall mit Verletzungen in der Leistengegend hat, und der Notarzt oder der Aufnahmearzt im Krankenahaus ist eine Frau!

taxpert
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"Yeah, I'm the taxman
And you're working for no one but me" (The Beatles, Taxman, Revolver)

"Bitte, Danke und Verzeihung wandern auf die Liste der bedrohten Wörter!"

Redfox

Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Redfox » 23.02.12, 09:20

bavarian tax collector hat geschrieben:Ich frage mich grade was rauma macht, wenn er einen Unfall mit Verletzungen in der Leistengegend hat, und der Notarzt oder der Aufnahmearzt im Krankenahaus ist eine Frau!
Wenn er nicht bewusstlos ist, kann er die Behandlung wohl ablehnen.

Ansonsten muss er abwägen, ob ihm die dringende Behandlung wichtiger ist oder er lieber auf einen Arzt warten will. Eine Behandlung durch eine Ärztin gegen seinen Willen dürfte den Tatbestand einer Körperverletzung bzw. zumindest Nötigung erfüllen.

Wahrscheinlich hätte er nichts dagegen, auf die Einziehung zur Bundeswehr als Wehrpflichtiger so lange zu warten, bis ein Arzt ihn bei der Musterung untersucht. Dringend ist die Einziehung für ihn ja eher nicht. Wenn doch, muss er auch hier abwägen.

Aber im Moment ist das ja rechtlich ohnehin nicht relevant.

Townspector
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Townspector » 23.10.12, 17:16

Im Übrigen müsste mir mal jemand erklären, warum jemand mit nur einem Hoden ausgemustert werden sollte, wie vom TE oben angeführt.

(Bei angehendem Bordpersonal von Schiffen und Luftfahrzeugen wäre das bei besonders ausgeprägten Resthoden höchstens mit der unegalen Trimmlage des Teilnehmers zu rechtfertigen) :lachen:
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von ArrowII » 27.05.13, 13:31

Es ist extrem unwahrscheinlich daß die Wehpflicht wieder eingeführt wird.

Wie bereits ausgeführt wurde stand es jedem frei die ärztliche Untersuchung abzulehnen oder alternativ statt einer Ärztin nach einem Arzt zu fragen. Auch hätte man in der genannten Situation darum bitten können, daß die zusätzliche Person den Raum verlässt.

In Anbetracht der Schilderung scheint das Erlebnis nachhaltig unangenehm gewesen zu sein. Statt sich mit der unter Umständen zu erwartenden rechtlichen Lage auseinanderzusetzen scheint es angebrachter ein Gespräch mit einer Vertrauensperson oder einem Therapeuten zu suchen um die erlebte Situation angemessen zu verarbeiten.

Grüße
ArrowII

Roni
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Re: Zwang zum Ausziehen vor Frauen

Beitrag von Roni » 27.05.13, 14:15

gut er Tipp nach 1 1/2 Jahren, aber ich denke er hats überlebt :roll:

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