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recht.de • Thema anzeigen - Geschlossene Psychiatrische Jugend Klinik Rechte?
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BeitragVerfasst: 19.10.17, 21:34 
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Beiträge: 91
Hallo,
Ich habe folgendes Problem:
Ein 14 jähriger Jugendlicher weist sich quasi mit seinen Eltern freiwillig in die PIA ein, da er Suizidgedanken hat.
Nach 2 Wochen steht eine evtl Versetzung in die Tagesklinik an, da er sich stabilisiert hatte.
An diesem Wochenende feiert der kleine Bruder mitsamt der Familie den Geburtstag.
Die Mutter bittet um eine Entlassung für 1-2 Tage, dass dieser ebenfalls im Kreis der Familie teilnehmen kann.
Der Jugendliche möchte gerne nach Hause. Nun weigert sich die Klinik. Ist das Rechtens?
Viele Grüße
Nadine


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BeitragVerfasst: 20.10.17, 09:49 
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Registriert: 21.01.05, 22:43
Beiträge: 10492
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!
Hier läuft begrifflich einiges falsch. Also, zunächst ist PIA die Abkürzung für "Psychiatrische Institutsambulanz", wie der Name verrät, wird hier ambulant und nicht stationär behandelt. Der Jugendliche kann sich daher nicht "freiwillig in die Ambulanz einweisen". Er hat sich dort möglicherweise freiwillig vorgestellt und ist von dort aus in die Kinder- und Jugendpyschiatrie des entsprechenden Krankenhauses aufgenommen worden.

Nächster Punkt: wenn man aus einem Krankenhaus entlassen wird, dann ist man kein stationärer Patient mehr. Daher kann man auch nicht einfach nach zwei Tagen wieder aufschlagen und so tun, als wäre man nie entlassen worden. Einmal entlassen, ist man maximal noch ambulanter Patient in der angeschlossenen Ambulanz. Daher ist es auch "eine Entlassung für 1-2 Tage" nicht möglich, entweder ganz entlassen oder gar nicht. Offensichtlich sind hier die Ärzte der Ansicht, dass die Entlassung zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht förderlich ist. Wenn der Jugendliche nicht zwangseingewiesen wurde, kann er natürlich auch gegen den Willen der Ärzte entlassen werden, ist dann aber auch nach der Feier des Bruders weiterhin entlassen.

Es gibt in der Regel die Möglichkeit eines "Urlaubs", insbesondere wenn die Entlassung in Kürze ansteht und man testen will, wie es zuhause klappt. Da reden wir aber von einigen Stunden, nicht von Tagen. Einen mehrtägigen Urlaub von der stationären Behandlung lassen die Kostenträger nicht zu, denn die sagen zu Recht: wer fit genug ist, um mehrere Tage zu Hause zu leben, dem halten wir sein Bett im Krankenhaus nicht für horrende Kosten warm.

_________________
The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
Ronald Reagan
40th president of US (1911 - 2004)


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BeitragVerfasst: 20.10.17, 10:13 
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Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 3697
Und bei dem Einweisungsgrund kann ich verstehen das die Klinik einen nicht so einfach beurlauben will.


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BeitragVerfasst: 03.11.17, 10:54 
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Registriert: 16.01.05, 23:59
Beiträge: 1373
Hallo!
Neben möglichen therapeutischen Gründen die einer Beurlaubung entgegenstehen gibt es auch ganz profane finanzielle: Die Krankenkasse zahlt für die Behandlung eines Patienten in der Einrichtung, aber nicht für das Vorhalten eines Platzes während einer Beurlaubung. Ein Therapieplatz kostet ca. 5500€/Monat - entsprechend lässt sich der Tagesausfall abschätzen.


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BeitragVerfasst: 03.11.17, 11:54 
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Registriert: 15.07.16, 19:06
Beiträge: 395
Ich kann nur aus Erfahrug mit Angehörigern sagen, dass es vorübergehende Entlassungen über's Wochende u.drgl. gibt.


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BeitragVerfasst: 03.11.17, 14:06 
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Registriert: 16.01.05, 23:59
Beiträge: 1373
Hallo!
Wochenende kann je nach Einrichtung etwas anderes sein:
Ein Aufenthalt daheim übers WE ist durchaus üblich, allerdings betrifft das dann auch ALLE Patienten, so das die entsprechenden Abteilungen übers WE auch gar nicht besetzt sind (bis ggf eine "Notabteilung" )


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