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recht.de • Thema anzeigen - Abgabe ohne Rezept durch Arzt?
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 Betreff des Beitrags: Abgabe ohne Rezept durch Arzt?
BeitragVerfasst: 08.01.18, 21:00 
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Registriert: 22.11.04, 20:29
Beiträge: 289
Hallo,
dem A. sind seine Medikamente ausgegangen; der Hausarzt hat Urlaub.
Darf ein befreundeter Arzt ihm die bei ihm zufällig vorrätigen Medikamente aushändigen
oder muss er dem A. unbedingt ein Rezept ausstellen und dieser sich die Medis aus der Apotheke
holen? Darf der befreundete Arzt dem A auch verschreibungspflichtige Medikamente geben,
welche sein Hausarzt ihm bisher nicht verschrieben hat?
Gruß Rolfe


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 Betreff des Beitrags: Re: Abgabe ohne Rezept durch Arzt?
BeitragVerfasst: 11.01.18, 20:01 
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Registriert: 13.09.11, 17:21
Beiträge: 178
Versuch einer Annaeherung:

1. Der Hausarzt ist bei Abwesenheit verpflichtet, entweder in seiner Praxis einen Vertreter zu beschäftigen oder sich von ortsansässigen Ärzten in deren Praxen vertreten zu lassen.
Der normale und rechtlich auch unproblematische Weg ist es also, dass der Patient sich an den Vertreter wendet und dort seine Medikamente (sei es als Ärztemuster zu Mitgabe, falls vorhanden) oder als Rp. bekommt.

2. Der Patient wendet sich (aus welchem Grund auch immer) nicht an den offiziellen Urlaubsvertreter, sondern seinen ärztlichen Freund. Dann müsste der Arzt (streng genommen) unter Verweis auf die Berufsordnung f. Ärzte die Behandlung ablehnen, denn es ist untersagt, sich als Behandler in ein bestehendes Arzt-Patientenverhältnis einzumischen und den bisherigen Behandler zu "verdrängen". Statt dessen müsste auf den offiziellen Vertreter verwiesen werden.
Mir ist klar, daß die Realität oft anders aussieht, aber hier ist ein Rechtsforum.

3. Der Patient bringt seinen ärztlichen Freund auch u.U. in weitere Schwierigkeiten. Nehmen wir einmal an, er rezeptiert ein neues Medikament. Somit hat er endgültig den Weg einer "einmaligen Vertretung" verlassen und übernimmt vollumfänglich die Rolle als neuer Behandler und somit auch die juristische Verantwortung für seine therapeut. Entscheidung, das neue Medikament zu verordnen.
Die Rolle des Arztes ist in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich definiert. Im anglo-amerikanischen Raum z.B. wird die Behandlung von Freunden und Verwandten generell als unprofessionell angesehen und ist z.T. auch berufsrechtlich verboten. Dies sieht im arab.-afrikan. Raum ganz anders aus, Europa nimmt hier eine Zwischenstellung ein.

Ich persönlich würde es so sehen: "ausgehende" Medikamente sind pure Schlamperei, es ist einfach unabdingbar, von seinen Dauermedikamenten immer einen gewissen Vorrat vorzuhalten. So bringen einen auch unvorhergesehene Abwesenheiten des Hausarztes nicht in Verlegenheit. Aber selbst wenn man es anders sieht, dann sollte man sich doch an die Regularien halten und an den offiziell benannten Vertreter wenden. Dieser füllt nämlich einen Vertreterschein aus und informiert nach Ende der Vertretung den Hausarzt über die ausgestellten Rezepte, erhobenen Befunde, ausgestellten Krankenscheine ect...... So bleibt der Hausarzt auf dem aktuellen Stand. Will man nicht zum Vertreter, so kann man sich auch an eine kassenärztliche Bereitschaftspraxis wenden, auch dort wird ein Vertreterschein ausgefüllt und an den abwesenden Hausarzt geschickt.
Man sollte auch nie vergessen: "Viele Köche verderben den Brei", nichts anderes gilt, wenn zig verschiedene Ärzte am Patienten "herumdoktern"

Alle Regularien kann man ggf. noch im "Bundesmantelvertrag f. Ärzte" bzw. der "Berufsordnung f. Ärzte" vertiefen, beide leicht zu googeln.


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