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recht.de • Thema anzeigen - Nicht erkannte Paradontitis und komische Aussage
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BeitragVerfasst: 20.10.16, 13:38 
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Hallo zusammen

folgender fiktiver Fall:

Frau X ist in den vergangenen 5 Jahren zu verschiedenen Zahnärzten gegangen. Es geht um eine Aussage eines Zahnarztes und um eine aktuelle Diagnose, die von den bisher besuchten Zahnärzten nicht erkannt wurde. Ein Zahnarzt sagte bezüglich der dringend notwendigen (Aussage des aktuelle Zahnarztes) Sanierung des Gebisses (Abrasion der Zähne durch Bruxismus z.B u.vm.) wohl in Bezug zum Alter der Patientin:"...das Gebiss ist nicht das Beste doch da was zu machen lohnt sich nicht mehr...".
Die Patientin ist 52 Jahre alt (und wirkt übrigens wie 30 von der Kondition her und alles)!!!!!!Des weiteren hat genannte Patientin nicht vor ihr Leben nun zu beenden.

Weiter wurde duch den aktuellen Zahnarzt die Diagnose "Parodontitis" gestellt und zu einer Zahnfleischbehandlung geraten, da der Knochen (Zahnhalteapparat) schon sehr zurückgegangen sei (per Röntgenbild festgestellt). Die Zahnärzte bei denen Frau X zuvor war haben auch teilweise geröngt und die Erkrankung nicht erkannt? Wie man nun weiß hat Parodontitis schwerwiegende Folgen, da die Bakterien in das Blut gelangen können und in die Organe und so z.B. einen Herzinfarkt auslösen. Kann Frau X aufgrund dieser Fakten gegen die Ärzte was unternehmen? Wie sieht es rechtlich aus? Krankenkasse meinte, daß sie nicht zuständig sei -- so in der Art -- sie könne nicht dafür, wenn verschiedene Ärzte verschiedene Aussagen/Diagnosen machen.

Gruss
Susanne


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BeitragVerfasst: 20.10.16, 13:53 
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Wenn X den Ärzten nachweisen kann, das die Erkrankung jeweils schon bei den anderen Untersuchungen vorhanden war, könnte Sie gegen die Ärzte vorgehen. Das der Nachweis gelingt, daran darf man aber zweifeln.

Was hätte aber die Aussage "hat nicht vor, Ihr Leben zu beenden" in diesem fiktiven Fall zu suchen ?


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BeitragVerfasst: 20.10.16, 14:10 
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Hallo
danke für die Antwort. Wieso sollte es nicht nachweisbar sein? Eine bestimmter Schweregrad der Krankheit läßt doch darauf schließen wie lange die Krankheit existiert, denn sie braucht ja einige Zeit um zu diesem Grad zu gelangen, oder nicht?
Zitat:
Was hätte aber die Aussage "hat nicht vor, Ihr Leben zu beenden" in diesem fiktiven Fall zu suchen ?

Sorry, hat vielleicht hier nichts zu suchen war eher zynisch gemeint :ironie:

Das soll eigentlich den Unsinn der Aussage des Arztes unterstreichen die fast schon an Beleidigung u.a. grenzt! Ein Arzt (!) darf so ein Aussage gar nicht machen!
Grenzt schon an Hilfeverweigerung.


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BeitragVerfasst: 20.10.16, 17:36 
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Beiträge: 4831
Matilda hat geschrieben:
Hallo
danke für die Antwort. Wieso sollte es nicht nachweisbar sein? Eine bestimmter Schweregrad der Krankheit läßt doch darauf schließen wie lange die Krankheit existiert, denn sie braucht ja einige Zeit um zu diesem Grad zu gelangen, oder nicht?
Zitat:
Was hätte aber die Aussage "hat nicht vor, Ihr Leben zu beenden" in diesem fiktiven Fall zu suchen ?

Sorry, hat vielleicht hier nichts zu suchen war eher zynisch gemeint :ironie:

Das soll eigentlich den Unsinn der Aussage des Arztes unterstreichen die fast schon an Beleidigung u.a. grenzt! Ein Arzt (!) darf so ein Aussage gar nicht machen!
Grenzt schon an Hilfeverweigerung.


Ohne den Zusammenhang zu kennen, kann man die Aussage "nichts zu machen" nicht einordnen. Dass die 52jährige, die ja wie 30 aussieht 8) , nichts mehr machen soll, weil sie nicht mehr lange lebt oder in ihrem Alter bereits auf Breikost umstellen sollte, muss damit nicht gemeint sein.
Ob der Schweregrad besagt, dass man ein paar Monate zuvor die Krankheit hätte erkennen können, kann man allgemein auch nicht sagen. Kann sein, muss aber nicht sein.
Hilfe hat er nicht verweigert, auch nicht grenzwertig, ein sanierungsbedürftiges Gebiss ist kein Notfall.

Zur Frage:
Zitat:
Kann Frau X aufgrund dieser Fakten gegen die Ärzte was unternehmen?


Der Fakt, der beschrieben wurde, ist, welche Folgen Parondontitis haben kann. Man kann nichts gegen die Ärzte unternehmen, weil Parondontitis bis zum Herzinfarkt führt.
Ob alles andere "Fakten" sind, also die Vermutung, man hätte dies früher erkennen müssen und welche Folgen es hatte, dass es nicht zuvor erkannt wurde, müsste ein Gutachter vor Ort prüfen.


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BeitragVerfasst: 20.10.16, 21:26 
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Ich kann mir kaum vorstellen, dass vorige Zahnärzte alle zu blind waren, die richtige Diagnose zu stellen. Dagegen gibt es etliche Zahnärzte, die Diagnosen stellen, die ihnen viel Geld einbringen. Ich möchte dem neuen Zahnarzt nichts unterstellen, aber wenn ein Zahnarzt entgegen aller anderen plötzlich feststellt, dass mein Gebiss grundsaniert werden muss, würde ich nicht ihm glauben, sondern den anderen Zahnärzten, die nicht an mir verdienen wollten. Zumindest würde ich eine zweite Meinung einholen.
Dass sich der Knochen zurückgebildet haben soll, mag er Ihnen vielleicht anhand des vorhandenen Röntgenbildes erklärt haben, aber wie viele Patienten wissen schon, wie ein gesunder Knochen und wie ein kranker auszusehen hat? Der kann also viel erzählen, wenn dem Patienten nicht bereits Symptome wie Zahnfleischbluten beim Putzen, rotes, geschwollenes oder empfindliches Zahnfleisch, Zahnfleisch, das sich von den Zähnen zurückgezogen hat oder Mundgeruch aufgefallen sind. Wie gesagt - vor einer umfangreichen Sanierung sollte ein Gutachter oder zumindest ein weiterer Zahnarzt eingeschaltet werden, damit man nicht plötzlich komplett ohne eigene Zähne dasteht und mehr Probleme hat als vorher. Ein guter Zahnarzt rettet nämlich lieber Originalzähne als dass er Prothesen einsetzt.

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BeitragVerfasst: 24.10.16, 12:01 
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Hallo zusammen und danke für bisherige Antworten.
Es gibt Berichte über Röntgenaufnahmen von 2009/2010 der Nasennebenhöhlen und des Kopfes in denen als Nebenbefund Parodontitis zu lesen ist genauer: Aufhellungs-Saum entlang der Zahnwurzel Nr. sowieso - Nebenbefund Parodontitis
Es war auch ca. 2010 und danach als Nebenbefund im Krankenhaus im Bericht zu lesen sanierungsbedürftiges Gebiss (wohl aufgrund der massiven Abrasion der Zähne durch das Kieferproblem - das Kieferproblem wurde außerdem auch zu spät erkannt nämlich 2005 nach einer mind. 15-jährigen Ärzteodyssey!)

Bei den bisher besuchten Zahnärzten wurden ebenso Röntgenbilder angefertigt die explizit auf die Zähne abzielten es dort also erst recht hätte gesehen werden müssen.
Wenn Radiologen und im Krankenhaus Mediziner die nicht darauf spezialisiert sind dies erkannten wieso dann nicht Zahnärzte?!

Wenn Frau X nun die Röntgenbilder der bisher besuchten Zahnärzte sowie die 2010 gemachten Bilder auswerten läßt und sich dabei herausstellt, daß es hätte eher erkannt werden können kann sie dann gegen die Zahnärzte irgendwie vorgehen?


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BeitragVerfasst: 24.10.16, 12:24 
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Was will Frau X denn eigentlich erreichen? Selbst wenn es vorher erkannt wurde, ist fraglich, ob es sich dabei um einen Behandlungsfehler handelt, denn es ist ja nicht gesagt, dass bereits zum Zeitpunkt des Erkennens eine Behandlung notwendig gewesen wäre. Tatsächlich müsste Patientin X nicht nur nachweisen, dass damals der Befund bereits existiert hat, sondern auch, dass die Nichtbehandlung ein folgenschwerer Fehler war, den der damals behandelnde Arzt erkannt und für den er einzustehen hat. Auch ein sanierungsbedürftiges Gebiss ist oft noch soweit funktionstüchtig, dass nicht zwingend behandelt werden muss.

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BeitragVerfasst: 24.10.16, 18:37 
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Beiträge: 4831
Matilda hat geschrieben:
Hallo zusammen und danke für bisherige Antworten.
Es gibt Berichte über Röntgenaufnahmen von 2009/2010 der Nasennebenhöhlen und des Kopfes in denen als Nebenbefund Parodontitis zu lesen ist genauer: Aufhellungs-Saum entlang der Zahnwurzel Nr. sowieso - Nebenbefund Parodontitis
Es war auch ca. 2010 und danach als Nebenbefund im Krankenhaus im Bericht zu lesen sanierungsbedürftiges Gebiss (wohl aufgrund der massiven Abrasion der Zähne durch das Kieferproblem - das Kieferproblem wurde außerdem auch zu spät erkannt nämlich 2005 nach einer mind. 15-jährigen Ärzteodyssey!)


und was hat die Damen 2005 und 2010 gemacht, als sie die Diagnosen bekam?

Zitat:
Bei den bisher besuchten Zahnärzten wurden ebenso Röntgenbilder angefertigt die explizit auf die Zähne abzielten es dort also erst recht hätte gesehen werden müssen.
Wenn Radiologen und im Krankenhaus Mediziner die nicht darauf spezialisiert sind dies erkannten wieso dann nicht Zahnärzte?!


kann man pauschal nicht beantworten

Zitat:
Wenn Frau X nun die Röntgenbilder der bisher besuchten Zahnärzte sowie die 2010 gemachten Bilder auswerten läßt und sich dabei herausstellt, daß es hätte eher erkannt werden können kann sie dann gegen die Zahnärzte irgendwie vorgehen?


es hätte erkannt werden können vs. es hätte erkannt werden müssen
Folgen heute, Folgen der damaligen Nichtbehandlung, obwohl man es hätte erkennen müssen vs. keine Folgen aus der Nichtbehandlung oder unklar oder hätte man können, aber aus bestimmten Gründen nicht müssen
Notwendig wird ein Fachanwalt sein und man muss sich auf Gutachter u.ä. einstellen.

Bilder von 2010, bald ist 2017. Verjährungsfristen kann vielleicht ein anderer user noch nennen?


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BeitragVerfasst: 01.12.16, 21:45 
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Matilda hat geschrieben:
Wie man nun weiß hat Parodontitis schwerwiegende Folgen, da die Bakterien in das Blut gelangen können und in die Organe und so z.B. einen Herzinfarkt auslösen.


Eine Aussage, die man - vermutlich wohl auch aus wirtschaftlichen Gründen - des öfteren von Zahnärzten hört. Siehe hierzu aber auch:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... arkte.html

Und was man auch weiß: Nicht unbedingt erforderliche (Zahn)Arztbehandlungen können auch schwerwiegende Folgen haben........

mfg


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BeitragVerfasst: 03.04.17, 23:00 
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Hallo

wollte mich mal kurz zurückmelden. Habe an diesen Thread gar nicht mehr gedacht.
Da sich einige so viel Mühe mit Antworten gemacht haben wenigstens eine Info zum Ausgang der Geschichte. Frau x hat noch nichts machen lassen. Sie wird sich erst eingehend informieren und einen ganzheitlichen Zahnarzt suchen. Ölziehen + Chlorhexidin ist auch eine Option :wink:

Was das Anliegen dieses Beitrags angeht: Wie sagte schon Otto (der Komiker):
"Großhirn an Faust: Was soll die Aufregung - du ziehst eh den Kürzeren" :lol:

Es ging vielmehr um die Gerechtigkeit, denn was Ärzte :twisted: sich teilweise erlauben können geht auf keine Kuhhaut.

Buchtipp: (falls man das hier nennen darf) Zahnarztlügen. Mal googlen.

Lieben Gruß
Matilda


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