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recht.de • Thema anzeigen - Wochenarbeitszeit bei Mindestlohn 2017 im Minijob
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BeitragVerfasst: 04.01.17, 18:47 
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Hallo zusammen,

ein Arbeitnehmer hat eine geringfügige Beschäftigung (450 EUR Minijob). Im Arbeitsvertrag waren 8,64 EUR/Stunde bei 12 Stunden pro Woche. Nach der bekannten Formel : Wochenstunden x 13 / 3 kam man auf
eine durchschnittliche Monatsarbeitszeit von 52 Stunden.

Nun ist ja der Mindestlohn auf 8,84 EUR ab Januar erhöht worden. Leider ergeben sich nun nicht mehr so elegant gerade Zahlen den Stunden. 450 EUR / 8,84 EUR machen maximal 50,90 Stunden pro Monat. Das wiederum in Wochenstunden umgerechnet würden 11,75 Stunden (11 Stunden und 45 Minuten) bedeuten.

Der Arbeitgeber überlegt nun, wie das gestaltet werden soll.

Variante 1

-Änderung bzw. Ergänzung des Arbeitsvertrags: Wochenstunden auf 11 h und 45 min und Stundenlohn auf 8,84 EUR ändern

Variante B

-er zahlt 10 EUR /h und geht dann von 45 Stunden / Monat aus. Das wären nach der Formel 10,38 Stunden pro Woche, also 10 Stunden und 23 min.

Variante c

-man setzt 11 Stunden als Wochenarbeitszeit an. Das würden im Monat dann 43,33 Stunden (43h und 20min) bedeuten. Das ganze bei einem Stundenlohn von 10,38 EUR (10,38 EUR x 44,33 h = 449,6 EUR/Monat.

Frage: Kann man in einem Arbeitsvertrag solch krumme Wochenarbeitszeiten, wie 10h 23min rechtsicher schreiben? Ist das so zulässig? Oder kann man die Arbeitszeit statt als Wochenarbeitszeit auch als Monatsarbeitszeit definieren (z.B. 45 Stunden in Variante B)? Bei der Variante B sehe ich jedoch das Problem mit der Aufzeichnungspflicht. Da muss man dann höllisch aufpassen, dass man nicht zu viel oder zu wenig in einem Monat hat. Man muss also die Wochen manuell auf die Minute anpassen. Oder vielleicht Variante C die optimale?

für Tipps wäre ich dankbar.

Grüße
Sven


Zuletzt geändert von Sven Schmidt am 04.01.17, 18:58, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.01.17, 18:57 
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Hallo,

Zitat:
Frage: Kann man in einem Arbeitsvertrag solch krumme Wochenarbeitszeiten, wie 10h 23min rechtsicher schreiben? Ist das so zulässig?
Ja.

Zitat:
Oder kann man die Arbeitszeit statt als Wochenarbeitszeit auch als Monatsarbeitszeit definieren (z.B. 45 Stunden)
Ja, kann man machen.

Zitat:
Bei der Variante B sehe ich jedoch das Problem mit der Aufzeichnungspflicht. Da muss man dann höllisch aufpassen, dass man nicht zu viel oder zu wenig in einem Monat hat. Man muss also die Wochen manuell auf die Minute anpassen.

Man muss bei einer monatlichen Arbeitszeit nicht jede Woche gleichlang arbeiten.Geht auch gar nicht, den mal hat der Monat 4 Wochen + 1 Tag, dann wieder 4 Wochen +2 Tage, dann auch wieder 4 Wochen + 3 Tage. Die Arbeitstage pro Monat variieren zwischen 20 und 23. Am letzten Arbeitstag des Monats (oder der Woche) arbeitet man einfach die noch fehlende Zeit.

Außerdem, wenn der AG die Arbeitszeit vorgibt (z.B. 8 bis 12 Uhr oder auch 8:00 Uhr bis 12:23 Uhr), dann kriegt der MA auch genau diese Zeit gutgeschrieben und bezahlt (vorausgesetzt, der MA war da natürlich). Wenn der MA 1 min früher anfängt und 4 min später aufhört, muss das nicht bezahlt werden.

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Grüße, Susanne


Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 04.01.17, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.01.17, 18:59 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Hallo,

Zitat:
Frage: Kann man in einem Arbeitsvertrag solch krumme Wochenarbeitszeiten, wie 10h 23min rechtsicher schreiben? Ist das so zulässig?
Ja.

Zitat:
Oder kann man die Arbeitszeit statt als Wochenarbeitszeit auch als Monatsarbeitszeit definieren (z.B. 45 Stunden)
Ja, kann man machen.

Zitat:
Bei der Variante B sehe ich jedoch das Problem mit der Aufzeichnungspflicht. Da muss man dann höllisch aufpassen, dass man nicht zu viel oder zu wenig in einem Monat hat. Man muss also die Wochen manuell auf die Minute anpassen.

Man muss bei einer monatlichen Arbeitszeit nicht jede Woche gleichlang arbeiten. Am letzten Arbeitstag des Monats arbeietet man einfach die noch felende Zweit.


danke estmal, ich habe noch eine Variante C hinzugefügt:

Variante c

-man setzt 11 Stunden als Wochenarbeitszeit an. Das würden im Monat dann 43,33 Stunden (43h und 20min) bedeuten. Das ganze bei einem Stundenlohn von 10,38 EUR (10,38 EUR x 44,33 h = 449,6 EUR/Monat.


Wäre das vielleicht auch ok?


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BeitragVerfasst: 04.01.17, 19:05 
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Kann ohne Zustimmung des Arbeitnehmers eigentlich die Wochenarbeitszeit einfach gesenkt werden?

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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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BeitragVerfasst: 04.01.17, 19:10 
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windalf hat geschrieben:
Kann ohne Zustimmung des Arbeitnehmers eigentlich die Wochenarbeitszeit einfach gesenkt werden?

Ja wenn vereinbart war, dass es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mit einem Festlohn von 450 Euro handelt.

Der Monatslohn des MA bleibt ja gleich, er muss jetzt nur weniger dafür arbeiten.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 04.01.17, 19:16 
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Zitat:
-man setzt 11 Stunden als Wochenarbeitszeit an. Das würden im Monat dann 43,33 Stunden (43h und 20min) bedeuten. Das ganze bei einem Stundenlohn von 10,38 EUR (10,38 EUR x 44,33 h = 449,6 EUR/Monat.

Ist doch das gleiche wie A nur mit anderem Stundenlohn.

Der AG darf auch 45€ pro Stunde zahlen, dann rechnet es sich noch einfacher. Das sind dann 10 Stunden im Monat, das kann man in einer Woche erledigen und die anderen 3,3 Wochen hat der Mitarbeiter frei. Das ist meine Lieblingsvariante. :D

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 05.01.17, 11:51 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
windalf hat geschrieben:
Kann ohne Zustimmung des Arbeitnehmers eigentlich die Wochenarbeitszeit einfach gesenkt werden?

Ja wenn vereinbart war, dass es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mit einem Festlohn von 450 Euro handelt.

Der Monatslohn des MA bleibt ja gleich, er muss jetzt nur weniger dafür arbeiten.

Das allein scheint laut Sachverhalt nicht vorzuliegen. Es ist sowohl 450 EUR als auch Arbeitszeit und Stundenlohn vereinbart...

Sven Schmidt hat geschrieben:
Im Arbeitsvertrag waren 8,64 EUR/Stunde bei 12 Stunden pro Woche.

Daraus würde ich schließen der Arbeitgeber kann nicht einseitig die Stundenzahl reduzieren. Der Arbeitnehmer könnte auch einfach verlangen entsprechend mehr zu verdienen (und würde dann halt kein 450 EUR Job mehr haben)

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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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