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recht.de • Thema anzeigen - Beispiele für Angabe der Schwerbehinderung!?
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BeitragVerfasst: 06.01.17, 08:23 
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Hallo,

in letzter Zeit wurde vermehrt auf die Angabe von Schwerbehinderungen in Anschreiben geachtet, aber natürlich auch im Lebenslauf. Darüber hinaus wird nachgedacht, zusätzlich ein Online-Bewerberportal einzurichten, das primär genutzt werden soll und dabei ist dann entsprechend ein Haken bei Schwerbehinderung zu setzen.

Hier mal einige Beispiele aus den Anschreiben, die unserer Ansicht und wohl auch nach der gültigen Rechtsprechung so geschrieben sind, dass es nicht irgendwie versteckt oder so ist, man also einladen muss, wenn die Voraussetzugen erfüllt sind.

- "Ich habe einen GdB von 60"
- "Ich habe einen Grad der Behinderung von 60"
- "Bei mir liegt ein GdB/Grad der Behinderung von 60/eine Schwerbehinderung vor."
- "Ich bin schwerbehindert", "Ich bin schwer behindert" (wobei es hier aufgrund des Rechtschreibfehlers im zweiten Fall evtl. zu Erbsenzählerei kommen kann. Muss ich einen solchen einladen, der "schwer behindert" ist, aber nicht "schwerbehindert"?)
- "Ich verfüge über 50 % Schwerbehinderung" ("%" ist ja noch in den Köpfen drin, wenn auch nicht mehr so ganz richtig!)
- "Ich habe eine fünfzigprozentige schwere Behinderung"
- "Ich bin mit fünfzig Prozent schwerbehindert/schwer behindert"
- "Eine Invalidität von 75 liegt bei mir vor"
- "Eine Körperbehinderung von 70 liegt vor"
- "Meine Prozente bei der Invalidität liegen bei 70"

Alle sind eingeladen worden - sicherheitshalber. Es gab zwar die ein oder andere Absage (Krankheit, anderen Job gefunden, private Umstände ...), aber keiner kam als als "Hopper" vor.

Hättet ihr auch alle eingeladen oder sagt ihr, hier liegt eine ganz klar unzureichende Mitteilung vor?

Hattet ihr Beispiele, vielleicht auch grenzwertige, wo eine Schwerbehinderung vielleicht irgendwie verschachtelt mitgeteilt wurde, ihr aber sicherheitshalber eingeladen habt? Vielleicht gibt es ja Konstellationen, die nicht auf dem ersten Blick auf eine Schwebehinderung schließen lassen oder auf eine solche mitgeteilt wurde, aber dennoch rechtmäßig ist?


PS: Alle Stellenvoraussetzungen waren von allen Schwerbehinderten erfüllt!


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BeitragVerfasst: 06.01.17, 21:18 
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Beiträge: 6024
Auch wenn in der Aufzählung einige Stilblüten auftauchen, ich hätt die alle eingeladen als rechtstreuer, klagescheuer Personaler. Es gibt ja keine vordefinierte Formulierung für die Bekanntgabe der Schwerbehinderteneigenschaft.
maiklewa hat geschrieben:
Hattet ihr Beispiele, vielleicht auch grenzwertige, wo eine Schwerbehinderung vielleicht irgendwie verschachtelt mitgeteilt wurde, ihr aber sicherheitshalber eingeladen habt? Vielleicht gibt es ja Konstellationen, die nicht auf dem ersten Blick auf eine Schwebehinderung schließen lassen oder auf eine solche mitgeteilt wurde, aber dennoch rechtmäßig ist?


Fällt mir ad hoc nichts ein. Aber wenn z.B. auf dem Foto eine offensichtliche Schwerbehinderung zu erkennen ist oder wenn in Anschreiben oder Lebenslauf vielleicht geschildert ist, dass jemand nach Unfall ein Bein verloren hat oder so oder jemand der blind ist.

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"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
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BeitragVerfasst: 06.01.17, 23:07 
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Themenstarter
Ja, solch offensichtliche Dinge, wie Bewerbungsfoto oder Unfallvermerk im Lebenslauf benötigen wohl keine weitere Angabe, oder!? Wäre mal interessant! Gibts dazu Urteile?

Ich müsste auch mind. googeln oder beim Amt nachfragen, wie viel GdB = ein verlorenes Bein sind. Bei manchen Dingen ist es ja nicht offensichtlich oder schwer zu erkennen, ob anhand einer Behinderung gleich eine Schwerbehinderung vorliegt.

Was wäre, wenn z. B. ein schwerbehinderter Bewerber die Schwerbehinderung weder im Anschreiben noch im Lebenslauf an hervorgehobener Stelle erwähnt, aber z. B. im Lebenslauf schreibt, damits keine Lücken gibt, dass eine einjährige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines schweren Unfalls vorlag. Das kann auf eine Schwerbehninderung schließen, muss es aber nicht. Also ist eine Einladung entbehrlich, oder!?

Ja, das mit den Stilblüten stimmt. Bei den meisten hat man gemerkt, dass sie einerseits damit nicht kokettieren möchten, andererseits aber dadurch vielleicht ihre einzige Chance gesehen haben, um eingeladen zu werden. D. h., denen ist es schwergefallen, deren Schwerbehinderung mitzuteilen. Ganz ehrlich, ich wüsste nicht, wie ich es schreiben würde und was da der beste Weg ist, um eben keine Stilblüte zu bedienen.


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BeitragVerfasst: 07.01.17, 01:09 
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Beiträge: 6024
maiklewa hat geschrieben:
Ich müsste auch mind. googeln oder beim Amt nachfragen, wie viel GdB = ein verlorenes Bein sind. Bei manchen Dingen ist es ja nicht offensichtlich oder schwer zu erkennen, ob anhand einer Behinderung gleich eine Schwerbehinderung vorliegt.
Beim Verlust eines Armes Beines oder des Augenlichtes kann man davon ausgehen, dass eine Schwerbehinderung vorliegt, sie ist ja offensichtlich. Wenn im Lebenslauf nur etwas von Unfall steht und nichts weiter dann muss man mE nach nicht davon ausgehen.

Warum sich die Leute da zieren verstehe ich nicht so ganz. Mittlerweile sind Personaler da entspannter.

In meiner Stadt gibt es einen blinden Sozialpädagogen der in seinem Bereich seit über einem Jahr sie Stellung hält weil wegen wenig Bewerbern und langen Krankheiten 4 Stellen nicht besetzt sind. Der geht weit über die Leistungsgrenzen anderer hinaus und ist echt top! Auch in anderen Bereichen gibt es Schwerbehinderte Menschen die auf dem richtigen Platz sitzen und volle Leistung bringen. Natürlich gibt es auch die ewig maulenden Faulies die ihre Einschränkung als Ausrede nutzen.

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BeitragVerfasst: 07.01.17, 16:54 
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Beiträge: 8025
Die Sache ist doch relativ einfach.

Der Personaler ist nicht auf der Planstelle von Sherlock Holmes. Er muss nicht nachforschen, grübeln, was der Bewerber wohl mitteilen will. Entweder der GdB ist klar angegeben, dann weiss man, was man zu tun hat, oder eben nicht, dann weiss man auch, was man zu tun hat.

Die nächste Frage ist dann, ob der Schwerbehinderte zum Vorstellungsgespräch geladen werden muss. Im ÖD wohl immer dann, wenn er überhaupt für die Stelle in Betracht kommt. Eine Behinderung ersetzt keine Qualifikation. So, dann kann man schon mal häufeln. Die, die nicht Betracht kommen, gleich raus. Da ist es Zeitverschwendung, die noch zu laden, und zwar für beide Seiten. Bleiben die, die man eventuell zwingend laden muss, weil es im Tarifvertrag so vorgesehen ist. Ist doch nicht so schwierig.

Solange ich als Personalerin gearbeitet habe, da war es mir, abgesehen davon, völlig wurscht, ob jemand behindert ist oder nicht. Der Bewerber muss in die Abteilung passen, menschlich, und qualifizieren. Wir haben Nichtbehinderte, die ständig fehlen und Behinderte, die immer da sind. Das spielt doch nun wirklic keine Rolle. Verdächtig sind mir allerdings die, die ihre Behinderung auf ein großes Schild geschrieben vor sich her tragen. Die sind in der Regel bei mir schon deshalb nicht geeignet.

Vielleicht noch ein Hinweis: für ein "appes Bein" gab es bis vor wenigen Jahren einen GdB von 70, für einen "appen Arm" einen GdB von 40. Keine Ahnung, ob sich da was geändert hat.

Chavah


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