Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

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cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 30.04.19, 12:19

Ja, jeder trägt das Wasser nur zu seiner eigenen Mühle. Seit 2008 steigen die Überschuldungen bisher jedes Jahr an. 2007 gab es eine Höchststand, warum der so schlagartig abgefallen ist und warum die Insolvenzen gegenläufig sind ist mir noch ein Rätsel. Aber ich kann auch nicht die Qualität der Statistik beurteilen.

ktown
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 30.04.19, 12:21

cherokee hat geschrieben: Aber ich kann auch nicht die Qualität der Statistik beurteilen.
Sie beurteilen sie doch, sonst würden sie diese ja nicht als Argumentationshilfe heranziehen.
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SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 30.04.19, 12:47

cherokee hat geschrieben:Es geht doch gar nicht um eine Kaufsucht, wo steht das? Das schließen Sie doch nur daraus, dass auch online in Shops Geld ausgegeben wird. Der Bürger ist sehr wohl mündig, hat nur seine Finanzen nicht im Griff oder den Überblick darüber. So geht es wohl einigen, wenn man den Statistiken Glauben schenken darf. Oder sind die alle unmündig?
Anscheinend ist Ihnen die Bedeutung des Begriffs "mündig" bzw. des Gegenteils "unmündig" nicht klar.

Kinder und Jugendliche sind unmündig, sie haben Erziehungsberechtigte die für sie die Verantwortung übernehmen.

Mit dem "mündigen Bürger" ist gemeint, dass der Bürger selbst die Verantwortung über sein Leben und seine Entscheidungen hat und der Staat ihm keinen Vormund aufzwingt, der statt seiner entscheidet.

Diejenigen, die "ihre Finanzen nicht im Griff haben und den Überblick [über ihre Schulden] verloren haben" sind nicht unmündig, denn sie tragen selber die Verantwortung darüber und müssen eben mit den Konsequenzen leben. Entweder das "Umdenken" und der Lerneffekt findet dann irgendwann statt und sie finden einen Weg, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen oder sie leben dann eben mit dem P-Konto und dem Betrag der nach der Pfändung übrigbleibt.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 30.04.19, 13:27

Die Unmündigkeit hat doch ktwon ins rennen gebracht. Ich habe kein falsches Verständnis dazu.

Nur weil ich eine Statistik heranziehe, sagt das doch nichts über die Qualität dieser aus und auch nicht darüber ob ich in der Lage wäre, diese zu überprüfen.

ktown
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 30.04.19, 13:31

cherokee hat geschrieben:Die Unmündigkeit hat doch ktown ins rennen gebracht. Ich habe kein falsches Verständnis dazu.
Anscheinend doch, da sie unentwegt eine pauschale gesetzliche Entmündigung des Bürgers fordern, damit dieser nicht weiter Schulden aufbauen kann.
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winterspaziergang
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 30.04.19, 13:41

cherokee hat geschrieben:Das glauben aber auch nur Sie, oder? Auch wenn die Geschäftswelt vielleicht größtenteils gute Absichten hat, ein Beispiel der anderen Art.
Ein großer Onlinehändler tat bisher sehr wenig gegen Einkäufe von Cyberkriminellen, also Leuten, die mit gefälschten oder geklauten Giro/Kreditkarten dort einkauften, die Ware über Packstationen über gefälschte Identitäten erhielten und dann über weitere Kanäle wieder monetarisierten. Gezahlt hat den Schaden eine Versicherung!
Warum hat der Shop von sich aus nichts getan?
Mit Glauben hat das nichts zu tun, sondern mit lesen von Texten. Und Sie haben Eingangs und bislang nicht von Betrug geschrieben, sondern von einem rechtlich wirksamen Vertrag, den der Kunde nicht bedienen kann, weil er
über seinen Verhältnissen lebt
Da ist es eine Tatsache, dass Ihre Ausführungen zu den angeblich unlauteren Studiobetreibern, weil sie Geld von ihren Vertragspartner wollen und nicht auf Zuruf Verträge vorzeitig kündigen, sowie Ausführungen dazu, dass der Schuldner, der über seine Verhältnisse lebt, ein Opfer ist, unsachlich und eine Verdrehung der Umstände.
cherokee hat geschrieben:...[lauter Ausführungen und Argumente, die nichts mit dem Sachverhalt zu tun haben und nur wieder den Schuldner entschuldigen sollen]

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 30.04.19, 13:50

@ ktown, wo dass denn? Solche komischen Forderungen hat wenn überhaupt nur SusanneBerlin aufgestellt. Ich apelliere lediglich an Anbieter und Verkäufer nicht weiterhin Verträge mit Überschuldetet zu machen, wenn die Überschuldung schon längst bekannt ist. Das es dazu keine rechtliche Grundlage gibt ist mir bewusst.
Aber Stromanbieter und Wasserwerke machen es vor, kein Geld keine Leistung! Recht simple das Prinzip finde ich.

@Winterspaziergang, es geht auch nicht um Betrug, es handelt sich dabei lediglich um ein Beispiel warum ein Onlinehändler z.B. nichts dagegen unternimmt, dass jeder bis zum Sanktnimmerleinstag bei ihm shoppen kann unabhängig davon, dass der Shopbetreiber weiß, dass die Ware nicht bezahlt werden kann! Aber die Zahlen des Shops machen sich super! Das treibt den Aktienkurs nach oben und das ist einfach mehr Wert als die im Verhältnis geringen Verluste durch nicht bezahlte Artikel, für die eventuell sogar noch eine Versicherung aufkommt! Außerdem sind solche Verluste doch ins Gesamt schon mit einkalkuliert, es zahlen also alle andere dafür mit.

Schönen 1.Mai wünsche ich. :D

ktown
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 30.04.19, 14:05

cherokee hat geschrieben:Aber Stromanbieter und Wasserwerke machen es vor, kein Geld keine Leistung! Recht simple das Prinzip finde ich.
Was machen Stromanbieter und Wasserwerke?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Celestro
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von Celestro » 30.04.19, 14:29

ktown hat geschrieben:Was machen Stromanbieter und Wasserwerke?
Den "Saft" abdrehen, wenn die Zahlungen ausbleiben.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 30.04.19, 15:42

Celestro hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Was machen Stromanbieter und Wasserwerke?
Den "Saft" abdrehen, wenn die Zahlungen ausbleiben.
Und!!! Dann geh ich zum Nächsten. :wink:
Bei Onlinehändlern bekomme ich irgendwann auch nichts mehr auf mein Kundenkonto, bis das Minus dort wieder ausgeglichen ist.
Also was ist nun anders?
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winterspaziergang
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 30.04.19, 16:38

cherokee hat geschrieben:@ ktown, wo dass denn? Solche komischen Forderungen hat wenn überhaupt nur SusanneBerlin aufgestellt. Ich apelliere lediglich an Anbieter und Verkäufer nicht weiterhin Verträge mit Überschuldetet zu machen, wenn die Überschuldung schon längst bekannt ist. Das es dazu keine rechtliche Grundlage gibt ist mir bewusst.
Aber Stromanbieter und Wasserwerke machen es vor, kein Geld keine Leistung! Recht simple das Prinzip finde ich.
und wie bereits gesagt, ist das bei einem Anbieter nicht anders. Ob Fitnessstudio, um das es eingangs ging oder Versandhandel, der im Verlauf angeführt wurde, sie alle stoppen weitere Verträge und das meist recht schnell. Weder Stromanbieter noch Studio oder Versandhandel verzichten dann lediglich auf die Zahlung der bereits in Anspruch genommenen Leistungen.
@Winterspaziergang, es geht auch nicht um Betrug,

dann schreiben Sie das auch nicht, wie oben zitiert.
es handelt sich dabei lediglich um ein Beispiel warum ein Onlinehändler z.B. nichts dagegen unternimmt, dass jeder bis zum Sanktnimmerleinstag bei ihm shoppen kann unabhängig davon, dass der Shopbetreiber weiß, dass die Ware nicht bezahlt werden kann! Aber die Zahlen des Shops machen sich super! Das treibt den Aktienkurs nach oben und das ist einfach mehr Wert als die im Verhältnis geringen Verluste durch nicht bezahlte Artikel, für die eventuell sogar noch eine Versicherung aufkommt! Außerdem sind solche Verluste doch ins Gesamt schon mit einkalkuliert, es zahlen also alle andere dafür mit.
Sie wollen von der Nummer "Shop ist schuld, wenn Kunde über seine Verhältnisse lebt", eben nicht abrücken und führen in jedem post ein anderes- unpassendes- Beispiel auf.
Ihre Behauptung, dass der Shop bestellen lässt, obwohl er um die Zahlungsunfähigkeit des Kunden weiß, ist eine Unterstellung und zudem falsch. Kein Shop liefert weiter, wenn die ersten Rechnungen offen bleiben.
Dass das auch noch zum Hochtreiben der Aktienkurse dienen soll, ist blanker Unsinn, sorry.

Und daher auch der Hinweis, dass Ihre "Überlegungen" zum Thema Schulden, in dem Sie den Gläubigern unlautere Absichten unterstellen, weil diese auf die vertragsgemäßen Gebühren bestehen, unsachlich sind.

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 08:54

Was nützt ein andere Wasser- oder Stromanbieter, wenn die Wasseruhren ausgebaut wurden oder der Stromanbieter die Hauptsicherungen im verplombten Zählerkasten gezogen hat?

Und was den Onlinehandel angeht, gilt das sicher nicht für alle Anbieter, aber bei einem weiß ich es und der ist verdammt groß, also handelt es sich nicht um eine Unterstellung. Wie schon geschrieben, liegt gegen den Kunden sogar schon eine Vollstreckung vor und trotzdem kann der Kunde über das gleiche Kundenkonto weiterhin fröhlich shoppen. Und da sehe ich eben auch nicht nur den Kunden in der Verantwortung, sondern auch den Anbieter in einer Schadensminderungpflicht.

Und ein Unternehmen wird eher nach dem Umsatz als nach dem Gewinn beurteillt. Daher spielen 10% loss durch Zahlungsunfähige bei den Global-Playern keine Rolle, dass zahlen doch die andern Kunden mit oder es gibt dagegen eine Versicherung. Aber der Umsatz ist eben 10% höher! Sicher dem kleinen Shopbetreiber kann das zu schaffen machen, aber davon rede ich nicht. Und bei den großen Fitnessketten verhält es sich ähnlich. Es geht darum Kunden zu binden, dass davon ein geringer Teil unregelmäßig oder gar nicht zahlt ist dann eher Nebensache, das ist einkalkuliert, aber der Marktanteil ist höher, das zählt in der Bewertung.

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 02.05.19, 09:20

Es geht darum Kunden zu binden, dass davon ein geringer Teil unregelmäßig oder gar nicht zahlt ist dann eher Nebensache, das ist einkalkuliert, aber der Marktanteil ist höher, das zählt in der Bewertung.
Natürlich hat ein Laufzeit-Vertrag den Zweck den Kunden zu binden und dem Betreiber den Beitrag über die Laufzeit zu sichern, das stellt doch niemand in Frage. Daran ist auch nichts verwerflich.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 09:27

Das hat auch keiner behauptet. Es ist auch nicht verwerflich daran festzuhalten, selbst wenn der Kunde nicht mehr zahlen kann! Es dient immerhin noch den guten Zahlen des Geschäftes! Ich habe lediglich erklärt, warum es anscheinend Unternehmen gibt, die sich von nicht zahlenden und überschuldeten Kunden nicht trennen!

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 02.05.19, 09:55

cherokee hat geschrieben:Das hat auch keiner behauptet. Es ist auch nicht verwerflich daran festzuhalten, selbst wenn der Kunde nicht mehr zahlen kann! Es dient immerhin noch den guten Zahlen des Geschäftes! Ich habe lediglich erklärt, warum es anscheinend Unternehmen gibt, die sich von nicht zahlenden und überschuldeten Kunden nicht trennen!
Darum ging es doch auf der ersten Seite auch schon, dazu hatte ich mich auch schon geäußert und die Antwort ist ganz trivial: Weil sie es nicht müssen!

Ein Fitnessstudiobetreiber hat wie jeder Gewerbetreibende, die Intension mit seinem Gewerbe Geld zu verdienen. Ist das jetzt überraschend oder wieso stellen Sie das ständig so hin als müsste man da scharfsinnig die Handlung des Gewerbetreibenden auswerteen (den Kunden nicht aus dem Vertrag entlassen) um zu dem Schluss zu kommen: Hoppla, dem geht es nur ums Geld! Natürlich geht es einem gewerblichen Anbieter nur ums Geld.

Und "Karteileichen" d.h. Kunden deren Vertrag noch läuft, die das Studio aber nicht mehr aufsuchen und auch nicht zahlen, die "stören" den Betreiber nicht. Wieso soll er sie aus dem Vertrag entlassen? Der Betreiber übergibt den Forderungseinzug an ein Inkasso, wenn dann noch Geld zu holen ist, ist es gut. Wenn kein Geld mehr kommt, auch nicht schlimm.

Das ist normales, übliches Geschäftsgebahren. Da brauchen Sie gar nichts offenlegen oder über die "Hintergründe aufklären".

Wo ist denn jetzt eigentlich der Schaden für den Kunden? Er hat doch die Gegenleistungen bekommen. Und wenn der Kunde irgendwann nicht mehr kreditwürdig ist wegen der Eintragungen in den Auskunfteien, dann ist doch genau der Effekt eingetreten, den sie sich wünschen: Er bekommt keine neuen Verträge mehr und ist geschützt.
Grüße, Susanne

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