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recht.de • Thema anzeigen - Ins Ausland (Japan) für ein Jahr. Wohnsitz abmelden?
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BeitragVerfasst: 03.09.16, 16:51 
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Registriert: 03.09.16, 16:47
Beiträge: 8
Hallo,

ich beschäftige mich immer noch mit der Frage: Was passiert mit der Krankenversicherung (KV) wenn man für eine Weile (max. 1 Jahr) ins Ausland geht?

Tja, es scheint wohl keinen Ausweg zu geben. Wenn man in DE gemeldet ist, fällt man automatisch unter die Krankenversicherungspflicht.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor:

Mr X ist EU-Bürger, lebt bereits seit einigen Jahren in DE und besitzt einen unbefristete Aufenthaltserlaubnis.

Mr X beabsichtigr nun, nach Japan zu gehen und dort für eine gewisse Zeit zu leben und zu arbeiten.
Er würde aber die Wohnung hier in DE behalten.

Auf Grund der Regelungen für die Arbeitsgenehmigung in Japan muss mr X dort einen Arbeitgeber finden, der für ihn ein Arbeitsvisum sponsort, damit er in Japan arbeiten darf. Dann könnte er sich dort bei der Nationalkrankenkasse (NHI) anmelden .

Zu diesem Zweck würde Mr X aber zunächst mit einem Touristenvisum nach Japan fliegen (welches 3 Monate gültig ist) und vor Ort nach einer Arbeit suchen.

Es wird schon klappen. Er würde nach Japan nicht alleine fliegen sondern zusammen mit jemandem, der auch genug Geld für sie beide für den Anfang hat. Also hier ist die Frage nicht, ob es machbar ist, d.h. ob er eine Arbeit dort finden werde, etc, etc. Daher ist hier nur gebeten, diesen Aspekt in der Diskussion mal wegzulassen.

Einige sagen, dass eine Auslandskrankenversicherung als Nachweis für die KV ausreichen würde, um - wenn Mr X dann zurück nach DE kehrt und sich bei meiner KV wieder anmeldet - nicht das Risiko einzugehen, dass sie von ihm eine Rückzahlung von Beiträgen verlangen würden.

Ich habe ein wenig danach recherchiert und es sieht so aus, dass eine AuslandsKV als Nachweis über den bestehenden Krankenversicherungsschutz im Ausland doch nicht ausreicht.
Wirklich eine blöde Situation!

Also an der Stelle würde Mr X sich fragen, ob eine Abmeldung des Wohnsitzes doch die richtige Lösung wäre. Einige behaupten, es sei eigentlich sogar eine Pflicht, den Wohnsitz abzumelden, wenn man sich länger als 2 Monate im Ausland aufhält.
Eine Abmeldung würde auf alle Fälle Vorteile mit sich bringen wie:

- Kein Problem mehr mit der KV
- Keine blöde GEZ mehr bezahlen müssen

aber welches wären die Nachteile?
Da muss man sich wirklich gut informieren und es ist nicht eine Frage von subjektiven Meinungen sondern von Gesetzen.

Mr X fallen z.B. folgende Fragen ein:

1)Was würde z.B. mit seinem unbefristeten Aufenthaltserlaubnis passieren? Gäbe es Konsequenzen?
2) Was passiert mit dem Recht auf Sozialhilfe (Hartz IV), falls er sich bei seinem Rückkehr vorübergehend (bis er wieder eine Arbeit hier in DE finde) arbeitslos melden muss [MR X hat bereits mal Hartz IV bezogen. Also er ist schon im System registriert]

3) Darf er die Wohnung behalten ohne angemeldet zu sein?
4) Was passiert mit den bisherigen eingezahlten Rentenbeiträgen?
5) Und überhaupt, was für Nachteile könnten sich ergeben?

Wie ist die Rechtslage hier?
Vielen Dank im Voraus
Grüße


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BeitragVerfasst: 03.09.16, 17:14 
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Registriert: 19.08.05, 13:20
Beiträge: 20241
Wohnort: Zwischen Flensburg und Sonthofen
Zitat:
1)Was würde z.B. mit seinem unbefristeten Aufenthaltserlaubnis passieren? Gäbe es Konsequenzen?


Der AT erlischt, es sei denn es läge eine der in § 55 Abs. 2 - 4 AufenthG genannten Ausnahmegründe vor.
Genauere Auskunft aufgrund des ungenauen Sachverhalts nicht möglich.

Die oben gennaten Konsequenzen treten auch dann ein, wenn ein Wohnsitz in Deutschland beibehalten wird.
Die KV dürfte hier das geringste aller Probleme sein.

_________________
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)


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BeitragVerfasst: 03.09.16, 17:56 
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Interessierter

Registriert: 03.09.16, 16:47
Beiträge: 8

Themenstarter
Ronny1958 hat geschrieben:
Zitat:
1)Was würde z.B. mit seinem unbefristeten Aufenthaltserlaubnis passieren? Gäbe es Konsequenzen?


Der AT erlischt, es sei denn es läge eine der in § 55 Abs. 2 - 4 AufenthG genannten Ausnahmegründe vor.
Genauere Auskunft aufgrund des ungenauen Sachverhalts nicht möglich.

Die oben gennaten Konsequenzen treten auch dann ein, wenn ein Wohnsitz in Deutschland beibehalten wird.
Die KV dürfte hier das geringste aller Probleme sein.


Danke für die Antwort.
Mr X ist ein EU-Bürger von daher ist eigentlich ein Aufenthaltserlaubnis nicht einmal nötig. Darüber hinaus ist die Aufenthaltserlabnis von Mr X unbefristet. Wieso also denn das?
Ein unbefristete Aufenthaltserlaubnis ist zeitlich und räumlich unbeschränkt.
Übrigens:
Wenn Sie sich außerhalb der EU oder in Dänemark, Großbritannien oder Irland aufhalten wollen, können Sie das Bundesgebiet für bis zu 12 Monate verlassen. Ihre Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU wird dadurch nicht ungültig.
https://www.berlin.de/labo/willkommen-i ... 234880.php


Darüber hinaus, was ist hier mit der "Genauere Auskunft aufgrund des ungenauen Sachverhalts nicht möglich." gemeint?
Das Sachverhalt wurde in Details beschrieben.

Die oben gennaten Konsequenzen treten auch dann ein, wenn ein Wohnsitz in Deutschland beibehalten wird.

Sorry aber das klingt unlogisch. Also aus welchem Grund sollten diese behauptete Konsequenzen eintreten, wenn Mr X nicht einmal seinen Wohnsitz abmeldet?

Ich würde mich freuen, wenn sich andere Mitglieder dieses Forums daran beteilen würden und vor allem, wenn man auf nicht alle offene Fragen des Threads eingehen würde.

Wie ist die Rechstslage?
Vielen vielen Dank
Grüße


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