Bausparkasse fordert rückwirkend Regelsparbeiträge

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Fürst
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Bausparkasse fordert rückwirkend Regelsparbeiträge

Beitrag von Fürst » 16.07.18, 10:22

Hallo zusammen,

folgender, angenommener Fall:

Vor ca 15 Jahren wurden bei der Bausparkasse "Q" 4 Bausparvertäge über jeweils 100.000 Euro abgeschlossen. Der Guthabenzins beträgt hierbei 5%. Als Regelsparrate sieht der Bausparvertrag 4 Promille pro Monat der Bausparsumme vor. Der Bausparer zahlt diese jedoch nicht regelmäßig ein, da in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) folgendes geregelt ist:

"Hat der Bausparer 12 Regelsparbeiträge nicht geleistet und kommt er der Aufforderung von Q zur Nachzahlung länger als 3 Monate nicht nach, kann Q den Bausparvertrag kündigen".

Q hat jahrelang keine Nachzahlung gefordert, allerdings seit 2 Jahren rückwirkend wie oben beschrieben jeweils die letzten 12 Monate zur Nachzahlung gefordert. Der Bausparer kam dieser Aufforderung dann auch nach.

Nun beruft sich Q allerdings auf das Urteil des LG Aachen (AZ 1 O 336/17 vom 15.03.18) welches besagen soll, dass eine Bausparkasse über die gesamte Dauer des Bausparvertrages die Regelsparraten rückwirkend fordern kann. In diesem Fall wären die über 200.000 Euro.

Ist dieses Vorgehen von Q tatsächlich rechtmäßig?
Q hat jahrelang keine Regelsparraten gefordert und verweist nun auf das Urteil des LG Aachen.
Hat dies tatsächlich hier Relevanz, wenn damals zwischen dem Bausparer und der Bausparkasse doch mit den ABB etwas ganz anderes vereinbart wurde?

Zudem weigert sich Q, einen der Bausparverträge auf ein anderes Familienmitglied umzuschreiben, da die Bausparkasse "in der Abwicklung sei". Gemäß ABB wird Q allerdings "in der Regel" einer Vertragsübernahme zustimmen, wenn der Übernehmer ein Angehöriger des Bausparers ist.

Besten Dank im Voraus und Gruß

CDS
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Re: Bausparkasse fordert rückwirkend Regelsparbeiträge

Beitrag von CDS » 24.07.18, 15:47

[quote="Fürst"]
Hat dies tatsächlich hier Relevanz, wenn damals zwischen dem Bausparer und der Bausparkasse doch mit den ABB etwas ganz anderes vereinbart wurde?
[/quote]

Dann nennen Sie doch mal diese "andere" Vereinbarung.
Das was Sie zittiert haben beschreibt nur eine Kündigungsrecht der Versicherung, und berechtigt nicht gleichzeitig den VN zu zahlen wie er gerade lustig ist.

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