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recht.de • Thema anzeigen - Privatverkauf - Rücksendung defekter Ware
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BeitragVerfasst: 21.12.16, 00:07 
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Hallo,

Käufer K kauft bei Privatverkäufer V über eine Online Plattform einen Artikel (~40€).
Dieser wird unbeschädigt als versichertes Paket versendet.

K teil kurz darauf mit, dass der Artikel leicht beschädigt ankam, sendete ihn ohne Absprache unverzüglich zurück und verlangte die Erstattung der Ware.
K dokumentierte weder die Beschädigung, noch meldete er dies beim Versandunternehmen um den Anspruch der Beschädigung beim eigentlichen Verursacher geltend zu machen.

Wie sieht die Rechtslage allgemein aus?
Müsste bewiesen werden, dass der Artikel bereits vor Versand unbeschädigt war?

3 gleiche Artikel wurden währenddessen ebenfalls Verkauft und kamen Problemlos an.


Vielen Dank im voraus.


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BeitragVerfasst: 21.12.16, 18:57 
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Ist der Artikel denn beschädigt? Ist dieses durch den Transport passiert?
Es ist nicht Aufgabe des Käufers, sich wegen eines beschädigten Artikels mit dem Versandunternehmen (VU) herumzuschlagen, sondern Sache des Verkäufers, denn dieser ist einen Vertrag mit dem VU eingegangen. Der Käufer würde da also nicht weit kommen, da das VU ihn nicht als Vertragspartner kennt.
Zur Sachmängelhaftung kann auch ein privater Verkäufer herangezogen werden. Allerdings klingt das
Potestas hat geschrieben:
3 gleiche Artikel wurden währenddessen ebenfalls Verkauft und kamen Problemlos an.
schon ein wenig nach einem gewerblichen Verkauf. Gerade wenn jemand mehrere gleichartige Artikel verkauft, kann er schnell in die Schiene "gewerblich" rutschen. In dem Fall könnte er sich nicht einmal auf seinen privaten Status berufen, sondern wird gesetzlich behandelt wie ein Händler.

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BeitragVerfasst: 21.12.16, 19:14 
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Beiträge: 6958
Potestas hat geschrieben:
Hallo,

Käufer K kauft bei Privatverkäufer V über eine Online Plattform einen Artikel (~40€).
Dieser wird unbeschädigt als versichertes Paket versendet.

K teil kurz darauf mit, dass der Artikel leicht beschädigt ankam, sendete ihn ohne Absprache unverzüglich zurück und verlangte die Erstattung der Ware.
...



Es ist so, dass bei einem Privatverkauf der Käufer das Transportrisko trägt.

Im Extremfall muss er den Kaufpreis zahlen, bzw. erhält ihn nicht zurück, wenn er die Ware gar nicht oder beschädigt erhält. So ist das in § 447 BGB geregelt.

Er ist dann auf seine Ansprüche gegen den Spediteur verwiesen, d.h. im Regelfall die Transportversicherung. Der Verkäufer muss allerdings dabei helfen diesen Ansprch geltend zu machen, Belege liefern, als Zeuge fungieren usf.

Ausnahme: Der Verkäufer hat schlecht verpackt, nicht wie in den AGB des Spediteurs vorgesehen. Dann könnte am Ende doch der Verkäufer haften, wenn der Spediteur abwinkt.


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BeitragVerfasst: 21.12.16, 21:28 
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Froggel hat geschrieben:
Gerade wenn jemand mehrere gleichartige Artikel verkauft, kann er schnell in die Schiene "gewerblich" rutschen.
Aber eher steuerrechtlich.

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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 21.12.16, 21:56 
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ktown hat geschrieben:
Froggel hat geschrieben:
Gerade wenn jemand mehrere gleichartige Artikel verkauft, kann er schnell in die Schiene "gewerblich" rutschen.
Aber eher steuerrechtlich.
Nein. Das ist eine vom BGH entwickelte Richtschnur (BGU Urteil vom04.12.2008 (Az. I ZR 3/06). Es kommt allerdings auf die Gesamtschau der relevanten Umstände an. Kommt man im Ergebnis zu einer gewerblichen Tätigkeit, wäre der Verkäufer Unternehmer und damit ist das Verbraucherrecht anzuwenden, wenn der Käufer Verbraucher ist.

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Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 22.12.16, 07:40 
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Naja zwischen 3 und 91 Artikeln ist ja ein gewaltiger Unterschied....oder? :wink:

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BeitragVerfasst: 22.12.16, 08:09 
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Der entscheidende Fehler ist es an der Anzahl von 91 Artikeln festzumachen. Viel entscheidender ist die Feststellung des Gerichts, dass es auf die Gesamtschau ankommt und dann können auch deutlich weniger Artikel zum Ergebnis kommen, dass ein gewerbliches Handeln vorliegt.

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Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 22.12.16, 08:20 
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Ich verstehe, dass es immer auf den Einzelfall ankommt.......aber sorry....3 Artikel....beim besten Willen nicht :wink:

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BeitragVerfasst: 22.12.16, 10:48 
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ktown hat geschrieben:
Ich verstehe, dass es immer auf den Einzelfall ankommt.......aber sorry....3 Artikel....beim besten Willen nicht :wink:
Es waren ja schon vier - mit der defekten Ware.
Aber es kommt tatsächlich darauf an, was der Verkäufer verkauft. Wenn er z.B. vier Mal das identische Handy oder den gleichen Verstärker verkauft, liegt es nahe, dass er das nicht aus seinem Privatbesitz verkauft. In dem Fall kann der ursprünglich private Verkäufer in die Unternehmerschiene geraten. Bei vier Tellern oder selbst bei zwölf ist es dagegen durchaus möglich, dass die aus dem eigenen Besitz stammen=Privatverkauf.

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BeitragVerfasst: 22.12.16, 10:58 
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Da wir hier von einem Warenwert unter 40€ sprechen, wird es vermutlich weniger ein Handy/Smartphone noch ein Verstärker sein. :wink:

Aber ja bei solchen Artikeln kann man schnell dort hin gelangen.

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